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10.06.06 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / 10. Juni 2006

Leserforum

Zuerst der eigenen Vertriebenen gedenken
Betr.: "Gebügelte Geschichte" (Nr. 16)

Über ein "Zentrum gegen Vertreibungen" in Berlin ist viel geredet worden. Der PAZ entnehmen wir, daß eine Ausstellung in Berlin zeitlich begrenzt zu diesem Thema stattfindet. Neben der Vertreibung der Deutschen 1945 sind andere Vertreibungen dargestellt. Wir wünschen und fordern als betroffene Heimatvertriebene eine ständige Ausstellung zentral in Berlin, verbunden mit einem gut sichtbaren Mahnmal allein für die deutschen Heimatvertriebenen aus dem deutschen Osten und dem Sudetenland. In einer Gedenkstätte kann nicht sämtlicher Vertreibungen gedacht werden. Wir müssen zuerst unserer eigenen Vertriebenen gedenken, die das Schwerste durchgemacht haben, was man sich vorstellen kann. Durch Darstellung von Vertreibung bei anderen Völkern wird die Vertreibung der Deutschen bagatellisiert. Viele, in unserer Geschichte heute unwissend oder falsch informiert, werden sagen: Was soll das? Eine Vertreibung gibt es bei allen Völkern.

Auch müssen wir uns gegen Einmischungen von außen wehren. Auch wir sind für eine Aussöhnung mit Polen, aber nicht um jeden Preis. Von der deutschen Regierung ist deutsche Schuld bereits anerkannt, von der polnischen ist umgekehrt kein positives Wort gesagt worden. Von unseren Medien und Politikern wird die Vertreibung als Folge der nationalsozialistischen Politik angesehen, so auch der Leiter der Bonner Ausstellung. Es klingt immer unhörbar mit: Ihr Vertriebenen habt selbst Schuld. Dabei wird Wesentliches wissentlich übersehen: Das russische Imperium hat schon vor dem Ersten Weltkrieg das Königsberger Gebiet als eisfreien Hafen gefordert! Die Bolschewiken hielten diese Forderung aufrecht. Polen forderte seit Wiedererstehen nach dem Ersten Weltkrieg sofort gewaltsam deutsches Land und machte mit großem Säbelrasseln in den 20er und 30er Jahren Scheinangriffe auf Deutschland. Es wurden sogar Forderungen aufgestellt, deutsches Land bis Rügen an Polen zu übergeben. Als diese Forderungen von Russen und Polen gestellt wurden, gab es noch keinen Nationalsozialismus. Der Krieg war sicher der Anlaß, der Grund für die Vertreibung war er nicht. Daher ist der von Medien und Politikern ständig gebrachte Hinweis absurd.

Dr. Hans Riemke, Hamburg

 

Die USA haben eine andere Rechtsauffassung
Betr.: Besuch der Kanzlerin bei Bush

Man braucht die Antworten von Präsident Bush und seiner Außenministerin Rice zu den anstehenden politischen Fragen nicht groß zu analysieren; sie zeigen fast immer ein zum "alten Europa" ziemlich unterschiedliches Rechtsverständnis.

Für uns ist das "Recht" eine allgemein verbindliche Ordnung, der jeder, auch die Regierung und auch der Mächtige, unterworfen ist. Üblicherweise betrachten wir zunächst den Sachverhalt, vergleichen ihn mit dem Recht und kommen dann zu dem Ergebnis, ob der Fall gegen das Recht verstößt (mit den dann festgelegten Folgen) oder nicht.

In Amerika herrscht aber eine andere Tradition der Rechtsfindung, vor allem, wenn es um politische Ziele der Regierung geht.

Sehen wir uns einmal Interviews an, die in den Zeitungen zu lesen sind. Frage an Frau Rice: War der Einmarsch im Irak rechtlich zulässig oder ein Verstoß gegen die Menschenrechte? Antwort der Frau Rice: Wir alle leben seit dem Sturz von Saddam Hussein sicherer.Das Ergebnis, das angebliche sichere Leben, steht (allein) im Vordergrund und die Frage nach der rechtlichen Zulässigkeit wird ignoriert. Dies ist nichts anderes als ein entarteter Pragmatismus, im Klartext: Der Zweck heiligt die Mittel. Das Recht wird mit Füßen getreten.

Am klarsten wurde dieses amerikanische Derivat der Rechtsauffassung, als Präsident Bush nach dem Gespräch mit unserer Kanzlerin für deren Weigerung, deutsche Soldaten zu entsenden, Verständnis zeigte - aber mit welcher Begründung! Ihm kam überhaupt nicht in den Sinn, das Motiv zu erkennen, der Umstand nämlich, daß dies nach unserer Rechtsauffassung und unserem Verfassungsverständnis illegal, ja verbrecherisch, ist; nein, er meinte, weil Deutschland früher so viele Kriege geführt habe, wolle man jetzt nicht mitmachen. Es bestehen ernstliche Zweifel, daß Bush dies glaubt und daß er wirklich nicht weiß, daß die von den USA in den letzten 100 Jahren geführten Kriege die Zahl der von Deutschland geführten wohl weit über das dreifache übersteigt.Hier steht dem anglo-amerikanischen Satz "Right or wrong, my country !" das preußische "Üb' immer treu und Redlichkeit" gegenüber.

Dr. Ferdinand v. Pfeffer, Lünen

 

Reine Mordlust
Betr.: Leserbrief "Die Ermordung polnischer Eliten führte zur Verrohung" (Nr. 19)

Der Leserbriefschreiber schreibt, daß die Ermordung polnischer Eliten nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Polen zur Verrohung breiter Kreise der polnischen Bevölkerung geführt habe. Eine Verrohung war schon zu Beginn des Krieges bei ihnen eingetreten, als sie einige Tausend unserer Landsleute auf oft grausame Weise ermordeten, was der Briefschreiber hier völlig außer Acht läßt.

Deutsche Verbände haben beim Einmarsch in Polen auch nicht aus lauter Mordlust Polen liquidiert. Wer sich an der Verfolgung und Ermordung von Deutschen beteiligt hatte, wurde belangt. Es waren Vergeltungsmaßnahmen.

Außerdem traten Polen gleich nach dem Erscheinen der deutschen Soldaten hier vielfach als Heckenschützen und Freischärler in Aktion, wodurch sie gegen das Kriegsrecht verstießen und demzufolge auch nach dem Kriegsrecht behandelt wurden.

Günther Raatz, Hattingen

 

Mehr Rechte für Schimpansen
Betr.: "Menschenrechte sind Affenrechte" (Nr. 18)

Die Meldung selbst ist hocherfreulich, zeigt sie doch einen möglichen Fortschritt unserer ethischen Kultur. Ihre Überschrift allerdings ist eine Provokation, enthält sie doch nicht nur einen Denkfehler, sondern zieht auch - wie auch "Pannonicus" in der nächsten Ausgabe - etwas Edles ins Lächerliche (obwohl die PAZ sonst Falsches aller Art anprangert).

Alle Menschenrechte sind zwar Grundrechte, doch müssen deshalb nicht alle Grundrechte auch Menschenrechte sein. Lebens-Grundrechte betreffen alles, was lebt, nicht nur Menschen. Das hat A. de Saint Exupéry in "Der kleine Prinz" für alle Welt sichtbar gemacht: Je feiner ein lebendes Wesen strukturiert und je höher es entwickelt ist, desto größer ist sein Recht, zu leben, nicht gequält zu werden und entsprechend seinem Rang in der Pyramide der aufsteigenden Differenziertheit der Lebewesen mit Achtung behandelt zu werden. Der so verstandene Grundrecht-Gedanke ist eine Form des Gerechtigkeitsprinzips und gehört zu dem, was die deutsche Sprache edel nennt.

Wenn diesem Ansatz entsprechend lediglich die genannten drei Grund-Rechte für die engsten Verwandten des Menschen gefordert werden - und das sind Schimpansen, Orang-Utans und Gorillas ohne jeden Zweifel - so ist das noch lange keine sentimentale Vermenschlichung dieser Tiere. Der Antrag der spanischen Sozialisten fordert ja keineswegs Menschen-Rechte für Affen und deklassiert erst recht nicht Menschenrechte zu "Affenrechten", sondern zieht lediglich eine logische Konsequenz: Wer die höchste Stufe und Anzahl von Grundrechten lebender Wesen dem biologisch höchstentwickelten Lebewesen Mensch zuerkennt, muß eine zweithöchste Stufe von Rechten den auf zweithöchster Entwicklungsstufe stehenden Wesen, nämlich den Menschenaffen, zuerkennen. Das ist alles andere als lächerlich. Vielmehr zeigt sich in dieser Abkehr von bisheriger menschlichegozentrischer Anmaßung die Existenz einer nationenverbindenden europäischen Wertekultur.

Dipl. Ing. agr. Wasmut Reyer, Burgdorf

Mensch und Affe: Dr. Jane Goodall ist die bekanneste Primatenforscherin. Foto: Archiv

 

Sittliche Pflicht
Betr. "Kinder brauchen Mütter - keine Krippen" (Nr. 20)

So ist es, und es wird auch nie anders sein, wenn denn Kinder zu autonomen, moralischen, sittlich reifen und sich selbst verantwortlichen Bürgern heranreifen sollen.

Der demokratische Staat ist keine Zuchtanstalt, in dem Männer und Frauen bei der Zeugung auch Lust deswegen empfinden, weil sie sicher sein dürfen, daß das Produkt ihrer sexuellen Lust ihnen abgenommen und von Vater Staat großgezogen wird. DDR in Reinkultur!

Mit Zuneigung, Liebe, Verantwortungsgefühl und Fürsorge hat das nichts zu tun. Sie sind keine Werte in einer Zeit, wo Partner wie Karnickel zueinander laufen, sich vergnügen und sich dann wieder trennen.

Natürlich gibt es noch Familien, die diesen Namen verdienen und sich ihrer Kinder nicht schnellstmöglichst entledigen, aber sie werden mit staatlicher Förderung immer weniger. Was nur soll aus uns werden?

Claudia Reichenbach, Aalen

 

Wir hatten keinerlei Probleme am Grenzübergang
Betr.: Russisch-polnische Grenze

Da wir noch einmal ins Königsberger Gebiet mit dem Pkw fahren wollten, haben wir mit Interesse die Artikel, die in Ihrer Zeitung standen, gelesen. Es waren allerdings nur negative Bericht, die niemanden ermutigen nach Ostpreußen zu reisen.

Bei unser Fahrt vom 4. Mai bis 7. Mai waren wir morgens um 5 Uhr an der Grenze Heiligenbeil und fanden sofort eine Stelle, an welcher wir die Haftpflichtversicherung für Rußland abschließen konnten, 15 Euro für 14 Tage. Dann ging es sofort weiter. Bis zum ersten Grenzhäuschen hatten wir keine Wartezeit. Einzeln mußten wir unsere Pässe und Laufzettel ausgefüllt vorzeigen. Für das Auto waren wir an vier verschiedenen Stellen, an welchen wir aber bevorzugt abgefertigt wurden. Zwei Formulare mußten wir ausfüllen und 5 Euro bezahlen. Nach einer Stunde waren wir fertig und konnten durchfahren. Die Grenzbeamten, meistens Frauen, waren sehr nett und freundlich. Auf der Rückfahrt, wir hatten ein Hotel in Gumbinnen, waren wir gegen 8 Uhr am Grenzübergang Goldap. Auf der russischen Seite ging die Abfertigung sehr zügig voran. Es war nur eine Paßkontrolle. Vor uns waren nur ungefähr zehn Autos. Als wir an der Reihe waren, mußte nur der Fahrer seinen Paß vorzeigen, kurz wurde in den Kofferraum geblickt, und dann konnten wir durchfahren.

Wir waren jetzt das vierte Mal im Königsberger Gebiet und wurden nie abgezockt oder unfreundlich behandelt.

Ingrid Schuzlki, Stadthagen

 

"Ich traute meinen Augen nicht"
Betr.: "Gegen die Menschenwürde" (Nr. 20)

Ich traute meinen Augen nicht, als ich in der "Welt" den samtweichen Schmus zur Wahl des Polit-Agitators Staeck zum Präsidenten der "Berliner Akademie der Künste" las.

Als konservativer Bürger erinnere ich mich gut an Staecks widerwärtigen und herabsetzenden wie entwürdigenden Hetzplakate gegen die konservativen Parteien und ihre Repräsentanten. Sie waren Müll! Wie diese Person nun dieses hohe Amt bekleiden kann und dazu noch den Beifall derer empfängt, die ihn einst richtig einzuschätzen wußten, belegt einmal mehr, daß unser Staat zur Liebe (Bundespräsident Köhler) keinen Anlaß gibt.

Alexander Pagels, München

 

Aufgabe der Bundesregierung
Betr.: "Aufgeschreckt - Tschechei sucht Stätte für deutsche Gebeine" (Nr. 20)

So aufgeschreckt wird Tschechien schon nicht sein. Ich meine, daß dieser Skandal in die politische Landschaft Tschechiens paßt, das noch immer nicht die widerwärtigen, Menschlichkeit und Recht widersprechenden Benesch-Dekrete aufgehoben hat.

Für den eigentlichen Skandal halte ich die Bundesregierung für zuständig. Es kann nicht die Sache eines privaten Volksbundes Kriegsgräberfürsorge sein, die Bestattung deutscher Weltkriegsgefallener durchzusetzen. Das kann nur die Bundesregierung. Und wenn Tschechien sich nicht dazu bereit gefunden hätte, dann wäre es die Pflicht der Bundesregierung gewesen, die Gebeine unserer gefallenen Soldaten nach Deutschland überführen und hier zur letzten Ruhe betten zu lassen. Dazu hätten alle rechtlichen Möglichkeiten bis zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen ausgenutzt werden müssen.

Schämen wir uns für unsere Regierungen.

Georg Kraft, Berlin

 

Erziehungsgeld - Wieder wird mit Geld Politik gemacht
Betr.: "Gegen die Mütter" (Nr. 17)

Dank Jürgen Liminski für diesen Beitrag. Hier beschreibt er die Problematik, wie sie sich in der Wirklichkeit tatsächlich darstellt.

Die niedrige Kindergeburtenrate wird heute heiß diskutiert. Wenngleich das eigentliche Zeitproblem darin besteht, daß sieben Millionen bezahlbare Arbeitsplätze fehlen. Dieses ist das eigentliche Problem, nicht aber das Erziehungsgeld, was in Wirklichkeit ein rein politisches Geschenk ist. Wirkungen werden dadurch nicht erzielt. Wieder wird mit Geld Politik gemacht. Wählerstimmen gekauft.

Und erstaunlich, wie die Durchschnittsbürger die Argumente der Politiker ohne Überlegung übernehmen. Wer ist schon mit seinem Einkommen, mit seinen Lebensverhältnissen zufrieden? Sind nicht viele, viele Menschen der Meinung, unterbezahlt zu sein, ihren Leistungen nicht entsprechend beurteilt zu werden, schließlich ausgebeutet zu werden?

Unser Leben in Deutschland - und sicherlich auch in anderen Ländern Europas - ist in einem schrecklichen Maße materialisiert. Jeder glaubt, wenn er nur genügend Geld in der Hand hätte, dann wäre er intelligenter, leistungsfähiger, kreativer und glücklicher. Seine "Selbstverwirklichung" würde Wirklichkeit. Wo man auch hinguckt, ob im alltäglichen Leben, in der Politik oder auch in der Forschung, nicht die Kopfleistung ist gefragt und wird gewertet, sondern der Geldtransfer. Das Leitbild "Mehr sein als scheinen" scheint total in Vergessenheit geraten zu sein. Wer tut heute schon mal etwas für ein "vergelts Gott".

Jetzt nun wieder zu den Kindern. Wo gibt es ein Naturgesetz, das besagt, Deutschland müßte 80 oder mehr Millionen Einwohner haben. Es gab Zeiten, da gab es in Deutschland wesentlich weniger Menschen, und die Menschen zu der Zeit konnten dennoch als Volk mitsamt seinen Alten und seinen Kindern existieren. Man sollte auch einmal in die Vergangenheit schauen und sich fragen, wie die Probleme früherer Zeiten von unseren Vätern und Großvätern gelöst wurden.

Was das Elterngeld angeht, so empfinde ich die Regelung, alleine die Diskussion darüber, als wahnsinnig. Wie kann man von einem Elternpaar, beide Akademiker in gehobener beruflicher Stellung, behaupten, sie fielen in Armut, wenn sie ein oder zwei Kinder großziehen. Wie überhaupt von Armut gesprochen wird, wenn mit Kindern eine Familie gebildet wird.

Natürlich muß man sich einschränken - der Teuro ist dann nur noch 50 oder sogar nur 33 Cent wert.

Aber Kinder sind doch keine Strafe, oder etwas wofür der Staat eigentlich aufzukommen hätte. Kinder sind keine staatliche Manövriermasse.

Der Staat muß endlich aufhören, finanzielle Verpflichtungen außerhalb Deutschlands höher zu bewerten als die Verpflichtung dem eigenen Volk gegenüber. Nicht die Lohnabhängigen sind alleine für das soziale Netz verantwortlich, sondern der Staat beziehungsweise seine Wirtschaft. Von ihr bekommt der Staat Steuern. Bei der Verteilung dieser Gelder hat der Mensch, der deutsche Mensch allein die Priorität.

Im übrigen, der Begriff "Erziehung" wird in der Diskussion falsch gebraucht. Ein besonderes Ärgernis. Selbst eine Akademikerin wie Frau von der Leyen müßte exakter mit der Wortwahl umgehen. Denn gemeint ist nicht die Erziehung, sondern die "Betreuung". Wozu die Grundbedürfnisse eines Menschen gehören: ein Dach über dem Kopf, ausreichend Nahrung und die Bekleidung, die Grundrechte eines jeden Menschen. Das allein ist aber nicht Erziehung.

Klaus Glagau, Münster

 

Erinnerungshilfe
Betr.: "Gegen die Menschenwürde" (Nr. 20)

Ob Staeck oder Arafat, ein guter neuzeitlicher Demokrat arrangiert sich halt. Der eine früher, der andere später! Danke für die Erinnerungshilfe! 

A. Ullrich, Stuttgart


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