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01.07.06 / Die Kehrseite: Verdienen an Staatsschulden

© Preußische Allgemeine Zeitung / 01. Juli 2006

Die Kehrseite: Verdienen an Staatsschulden

Für manche - in der Regel besser situierte Bürger - hat die Schuldenpolitik einen durchaus angenehmen Effekt: Sie verdienen mit deutschen Staatsanleihen gutes Geld, die Papiere gelten als risikoarm und werden gut verzinst. Der Staat häuft Schulden an, die Finanziers dagegen den gleichen Betrag als Vermögen nebst Zinsen.

Getilgt werden die Schulden aus künftig zu zahlenden Steuern - mit einer weiteren Besonderheit. Da die Bundesrepublik nur zu 60 Prozent Anleihen im Inland aufnimmt, 40 Prozent ihrer Kredite aber im Ausland beschafft, kommt es bei der Rückzahlung zu einer weiteren Schräglage - die Steuern werden allein im Inland aufgebracht - bei den Inlandskrediten stehen Steuerschuld und angehäuftes Vermögen im Gleichgewicht. Immerhin können diese Vermögen stimulierend im Wirtschaftskreislauf eingesetzt werden.

Bei den Auslandskrediten aber werden die Tilgungsbeträge ebenfalls von den deutschen Steuerzahlern aufgebracht - die entsprechenden Vermögenswerte bleiben jenseits der Grenzen.

Rückflüsse durch eine globale Schuldentilgung, auf die manche Wirtschaftswissenschaftler setzten, sind kaum zu erwarten.

Nach aller Menschheitserfahrung werden die Schulden aber nicht abgetragen, sondern durch neue Kreditaufnahmen vorübergehend ausgeglichen.

Tatsächlich haben nahezu alle Staaten in den letzten 25 Jahren enorme Schuldenberge angehäuft - die USA wie Japan, Deutschland (inzwischen 1,5 Billionen Euro) und die europäischen Nachbarn, die Länder der Dritten Welt ebenso wie die aufstrebenden Staaten Südostasiens.

Eine Rückführung der Kredite sei unter diesen Bedingungen nicht realistisch, meinen Finanzmathematiker. Vs


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