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01.07.06 / Gelebte Ideologie führt in die Armut / Regierungen in Namibia und Südafrika wollen mit Zwang die Überführung des Farmlandes in die Hände Schwarzer durchsetzen

© Preußische Allgemeine Zeitung / 01. Juli 2006

Gelebte Ideologie führt in die Armut
Regierungen in Namibia und Südafrika wollen mit Zwang die Überführung des Farmlandes in die Hände Schwarzer durchsetzen
von Jochen Arp

War Simbabwe zur Kolonialzeit im südlichen Afrika ein Musterland, ist das Land, dessen Inflationsrate kürzlich die unvorstellbare 1000- Prozentmarke überschritten hat, heute nach Vertreibung aller Weißen das Musterbeispiel für das Schicksal afrikanischer Länder seit der Selbständigkeit (siehe PAZ Nr. 22). Aber auch in anderen Ländern Schwarzafrikas sind seit geraumer Zeit Tendenzen erkennbar, gewisse Grundzüge eines schwarzen Rassismus, wie er in Simbabwe praktiziert wurde und wird, zu übernehmen.

Die im Laufe von 300 Jahren nach Südafrika eingewanderten niederländischen und deutschen Siedler hatten weite Teile des fruchtbaren Landes für die Landwirtschaft erschlossen. Auf höher gelegenem Gelände wurde und wird Getreide angebaut, während in subtropischen Gebieten Gemüse und Obst gedeihen. Eine große Rolle spielen Orangenproduktion und Viehzucht.

Nachdem nicht zuletzt auch unter dem Druck europäischer und nordamerikanischer Regierungen die Herrschaft der dominierenden Weißen gebrochen worden war und die kommunistisch beeinflußte "ANC" die absolute Mehrheit im Parlament hatte erringen können bemühte man sich, den Landbesitz umzuverteilen. "Endlich gehört das Land uns!" verkündeten ihre Sprecher und leiteten ein ehrgeiziges Reformprogramm ein mit dem Ziel, innerhalb von 15 Jahren 30 Prozent der Agrarfläche in die Hand von Schwarzen gelangen zu lassen. Man schuf Gesetze, um bisher illegale Farmbesetzungen Schwarzer zu legalisieren, sah allerdings vor, daß den bisherigen Farmbesitzern eine Entschädigung gezahlt wird. Daß das Gesetz eingehalten wird, darüber wacht ein von schwarzen Richtern besetzter Oberster Gerichtshof. Die Entschädigung ist von der Regierung zu zahlen; die neuen schwarzen Farmbesitzer erhalten günstige Kredite.

Inzwischen ist deutlich, daß das angepeilte Ziel nicht erreicht wird. Bis zum vorigen Jahr hatte man gerade drei Prozent des Landes umverteilt. Die Ergebnisse der neuen Bewirtschaftung waren zum großen Teil kümmerlich. Die neuen Landwirte erwarteten, daß sie in der Anfangszeit von der Regierung feste Gehälter bekommen, was nur mit Verspätung oder überhaupt nicht erfolgte. Viele Landwirtkollektive haben sich bis über beide Ohren verschuldet, so daß mancher vor dem Ruin steht. Ein Bure, der unter Druck seinen Besitz gegen etwa 200000 Euro verkaufen mußte, beteiligte sich gutwillig an der Verwaltung seines früheren Besitzes, wurde aber, nachdem ein Hochwasser im Jahre 2000 große Schäden verursacht hatte, als Prügelknabe davongejagt. "Die neuen Farmbesitzer wollten nicht akzeptieren, daß sie als Besitzer jetzt verantwortlich sind und Buschbrände selber löschen, Zäune flicken und Wasserleitung instandsetzen müssen. Das alles sollte ich für sie übernehmen."

Auch im nordwestlichen Nachbarland der Südafrikanischen Republik, in Namibia, das unter dem Namen Deutsch-Südwest-Afrika 34 Jahre lang bis 1918 deutsche Kolonie war, bahnt sich die Umverteilung zugunsten der farbigen Bevölkerung an. Nach dem Willen der "Swapo", die das Parlament mit absoluter Mehrheit beherrscht, soll die Umverteilung nach Recht und Gesetz vonstatten gehen. Das geht nicht ohne Druck auf die weißen Besitzer ab. So werden Farmer, unter ihnen viele Deutsche, aufgefordert, der Regierung ein Verkaufsangebot für ihre Farm zu machen. Vor zwei Jahren bekamen 20 weiße Landbesitzer vom "Ministerium für Land und Wiederansiedlung" die Aufforderung, der Regierung ein Preisangebot zu unterbreiten, ansonsten drohe die Enteignung. Ein Farmer stimmte dem Verkauf zu. Er verlangte umgerechnet 1,2 Millionen Euro und erhielt 480000 Euro. Die übrigen Angeschriebenen zogen vor Gericht.

Offiziell sollten solche Farmer zum Verkauf gedrängt werden, die ihre Höfe nicht landwirtschaftlich nutzten, sondern beispielsweise zur Jagd. Tatsächlich bewirtschaftete der Farmer, der mit dem Verkauf einverstanden war, seine 4000 Hektar mit 400 Rindern; für den Blumenanbau beschäftigte er zwölf Arbeiter. Wem die Fläche riesig erscheint, möge bedenken, daß es um weitgehend unfruchtbares Land geht. Im Zentrum Namibias benötigt ein Rind 15 Hektar, um Futter für ein Jahr zu finden; bei Schafen beträgt diese Fläche 2,5 Hektar. Man kann also nicht von ungenutztem Farmland sprechen. Inzwischen befindet sich knapp die Hälfte des landwirtschaftlich nutzbaren Bodens in schwarzen Händen, wobei der Besitzerwechsel überwiegend privat abgewickelt wurde. Die neuen Farmer werden mit zinsbegünstigten Krediten von der Regierung unterstützt.

Wenn nach den ersten zehn Jahren eine Bilanz der neuen Bodenverteilungspolitik gezogen wird, dann ist das Ergebnis verheerend. Die "FAZ" berichtet von einem Fall, in dem die Regierung für die Neuangesiedelten Häuser gebaut, für sie Solaranlagen installiert, die Zäune auf Vordermann gebracht und sogar eine Telefonzelle aufgestellt hatte. "Doch im März (2005) mußte das zuständige Ministerium feststellen, daß die Farm regelrecht auf den Hund gekommen war. Denn die neuen Farmbewohner hatten die Solaranlage abmontiert und verkauft, die Gebäude waren kaputt, das Vieh ungepflegt und die Wasserlöcher versandet." Landwirtschaftliche Berater der Regierung bemühten sich vergeblich, den neuen Farmbewohnern klar zu machen, "daß ein bewässerter Garten gepflegt werden muß, daß nicht die Regierung, sondern sie selbst die Wasserrohre reparieren müssen und daß eine Rinderherde dazu da ist, sich zu vermehren. Sie wollen aber nicht einsehen, was ein Bankkonto nutzen soll, warum man Vorräte anlegt und wollen nicht verstehen, wie und warum man Erträge berechnet." Vorher blühende Farmen verkommen. Aber nach den Plänen des Ministeriums für Land und Wiederansiedlung sollen in den nächsten fünf Jahren weitere 5,8 Millionen Hektar an schwarze Besitzer transferiert werden. Das wären jährlich rund 200 Farmen.

Inzwischen laufen weitere Prozesse von enteigneten weißen Farmern, die den staatlichen Kaufpreis vor Gericht anfechten. Sie ziehen sich über Jahre hin, zumal wenn die eine oder andere Partei in die Berufung geht. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, daß die Staatsanwaltschaft immer mehr Fälle zu bearbeiten hat, "die hauptsächlich auf der Unfähigkeit des Ministeriums (beruhen), die vorgeschriebenen Fristen einzuhalten."

Im Mai dieses Jahres meldet die in Windhuk erscheinende "Allgemeine Zeitung", Verhandlungen zwischen der deutschen Bundesregierung und der Regierung Namibias hätten ergeben, daß Deutschland insgesamt 46,5 Millionen Euro für das Jahr 2006 zugesagt habe, von denen 30 Millionen als Kredite für den Ausbau des Hafens von Walfischbai vorgesehen seien. Außerdem wurde der deutsche Entwicklungshilfe-Etat rückwirkend ab 2005 von 12 auf 13,5 Millionen Euro angehoben. Die Gelder sollen für Bildungseinrichtungen gedacht sein, aber auch für die Landreform, also für die unter Druck zustande kommenden Verkäufe weißer Farmer, unter ihnen viele Deutsche. In einer eigens dafür von der deutschen und der namibischen Regierung unterzeichneten Vereinbarung sichert Deutschland Namibia Unterstützung in Höhe von 5,12 Millionen Euro für Infrastrukturprojekte auf Farmland in kommunalen Gebieten zu.

Unabhängig davon laufen deutsch-namibische Verhandlungen über deutsche Zahlungen im Rahmen einer von der Ministerin Heidemarie Wiezorek-Zeul ins Leben gerufene "Versöhnungsinitiative". Danach sollen im Laufe von zehn Jahren weitere 20 Millionen Euro an verschiedene Völker Namibias gezahlt werden als Sühne für den deutschen angeblichen "Völkermord" an den Hereros vor über 100 Jahren. Ein von Herero-Häuptlingen betriebenes "Genozid-Komitee" weist aber darauf hin, die 20 Millionen von Wiezorek-Zeul hätten mit den Entschädigungszahlungen nichts zu tun, die von Hereros für den Krieg zwischen Hereros und der deutschen Kolonialmacht von 1904 verlangt werden. Bislang sind jedoch die Hereros mit solchen Forderungen vor allen Gerichten, seien es deutsche, seien es US-amerikanische, gescheitert.


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