20.05.2024

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
08.07.06 / Der Wochenrückblick mit Hans Heckel

© Preußische Allgemeine Zeitung / 08. Juli 2006

Beck muß weg! / Warum Beck weg muß? In Deutschland ist er nicht mehr sicher und die Italiener wünschen sich so sehr einen Problembären
Der Wochenrückblick mit Hans Heckel

Wir hätten uns das ja auch am Wahlabend überlegen können, ob sich ein solch kleines Land wie Deutschland eine solch große Koalition überhaupt leisten kann. Als wir draußen am Feiern waren, haben sich die gierigen Langfinger aus Berlin auf Raubzug begeben. Mit der Operation "Gesundheitsreform" sind sie uns in aller Stille an die Tresore gegangen. Am Anfang der großen Feierei hätten wir sie gar nicht bemerkt. Da war die Party nämlich am lustigsten, da durfte man noch verlieren, ohne gleich rauszufliegen, und alle 32 spielten noch mit bis hin zu den niedlichen Exoten von Trinidad und Tobago bis Togo und Takatukaland.

So ab der Mitte aber wurde das große Sportfest immer ernster, Zähne klapperten, Tränen kullerten und es gab tagelange Pausen, in denen wir zur Abwechslung mal wieder zu Hause vorbeischauten. Da haben wir sie erwischt! Mit prallen Säcken sind sie davongeschlichen. Komplize Kauder veräppelte uns noch zum Abschied: "Das Wort der Kanzlerin steht, daß es keine weiteren Steuererhöhungen geben wird." Eine so lange Nase hat uns schon lange keiner mehr gedreht. Wir sind ungehalten!

Das Satiremagazin "Titanic" dreht völlig durch vor Wut und titelt unter dem Bild von SPD-Boß Beck: "Knallt die Bestie ab!" Beck sei ein Problembär, außer Rand und Band, warnt das Blatt. Also: Auf ihn mit Geballer. Na ja, über Geschmack läßt sich streiten. Und genau das hat Problembeck auch vor: Er klagte umgehend gegen "Titanic" auf Unterlassung. Richtig so! Wo kommen wir denn hin, wenn solche Aufrufe straflos durchgehen?

Muß Beck nun um sein Leben fürchten? Wollen wir "wieder abwarten, bis es zu spät ist"? Wollen wir nicht, also müssen wir den Parteiteddy aus dem Pfälzer Wald in Sicherheit bringen, bevor bayerische Waidmänner seine Fährte aufgenommen haben.

Aber wohin bloß? Wer will einen Ursus Genossus haben, der soeben zusammen mit seinen schrägen Freunden im Schutze der WM-Party die Schatulle seines Herrchens geplündert hat? Nun, vielleicht könnten wir ihn den Italienern anbieten. Die vermissen seit Brunos Ableben nämlich einen Bären und würden sich sogar mit Brunos Kadaver zufriedengeben. Von dem Gesundheitsreform-Coup müssen wir ihnen ja nichts erzählen. Erstens nehmen sie ihn dann womöglich nicht und zweitens sind wir keine Petzen wie diese Römer, die unseren Frings an den alten Blatter verpfiffen haben, nur weil der Junge sich einen rinderwahnsinnigen Gaucho vom Halse halten mußte. Verdient hätten sie den Beck schon allein dafür.

An das Leben in der freien Wildbahn Italiens wird sich der Gute schon gewöhnen, zumal man da beim Mausen nicht so häufig erwischt wird und einem daher auch niemand an den Wuschelohren zieht wie die gesamte in- und ausländische Presse nach der Gesundheitsabräume.

Allerdings birgt das Leben am Busen der Natur seine erheblichen Härten, welche die Waldbewohner und alle ihre Nachfahren auf Jahrtausende hin prägen können. Britische Forscher haben herausgefunden, daß das Leben auf der Insel während der Steinzeit weitaus brutaler ablief, als sie bislang annahmen. Bei der Untersuchung von 5000 bis 6000 Jahre alten Britenschädeln stellte sich heraus, daß jeder 20. von ihnen schwere Kopfverletzungen erlitten hatte, jeder 50. hat den Keulenhieb nicht überlebt. Einem Urbriten hatten sie sogar die Ohren abgeschnitten. Was seinerzeit gegen den verbeiteten Hooliganismus unternommen wurde, ist nicht überliefert, da es aus dieser düsteren Epoche natürlich keine Polizeiberichte gibt.

Da wir nun wissen, von welchem Stamm die Inseläpfel in unsere WM-Städte gefallen sind, macht es uns froh, daß die Sicherheitskräfte den englischen Keulenschwingern diesmal die Waffen abgenommen haben und die übelsten Inselrabauken gar nicht erst ins Land ließen. Doch wollen wir nicht ungerecht sein: Daß es, gewaltmäßig, auf der Insel schon vor Jahrtausenden hoch herging, überrascht uns zwar weit weniger als die britischen Forscher. Die reine Idylle aber wird Mitteleuropa auch nicht gerade gewesen sein in einer Epoche, in der sämtliche zwischenmenschlichen Reibereien noch ganz ohne psychologische Konfliktberatung ausgetragen werden mußten.

Die strammen Naturburschen waren daher im ganzen ein wenig rauher als wir verzärtelten Zivilisationsmimosen. Wer ähnlich grobe, psychologisch unbetreute Kerle in ihren unwegsamen Ländern heute besuchen geht, sollte daher gut gewappnet sein gegen alle denkbaren Unbilden.

Unseren Jungs und Mädels von der Bundeswehr sind jedenfalls auf alles vorbereitet, was ihnen im wilden Kongo widerfahren könnte, und dürfen sich daher so sicher fühlen wie ein Italiener in Varus' Schoß. Die treusorgenden Ausrüster der "starken Truppe" haben an alles gedacht und sogar für einen plötzlichen Kälteeinbruch vorgesorgt, als ihnen bekannt wurde, daß in der Region erst von wenigen hundert Millionen Jahren eine Eiseskälte geherrscht haben soll. Daher hat man den Soldaten Winterschlafsäcke, dicke Stiefel und ausschließlich lange Hosen eingepackt.

Wegen der Kontinentalplattenverschiebung ist es zwar seit der Zeit von Rieseninsekten und Sauriern brütend heiß dort unten. Aber wer weiß denn, wann sich das wieder ändert? Ganz nebenbei erlangen wir mittels der Ausrüstung der Soldaten einen gewissen Überblick über den Zeitrahmen, den Franz Josef Jung für den Kongoeinsatz ansetzt. Er hat was von "Weihnachten wieder daheim" gesagt. Wie andere deutsche Heerführer vor ihm vermied er es jedoch, die Jahreszahl hinzuzufügen.

Die Soldaten sind allerdings Kinder unserer Epoche und daher ungeduldig. Sie rechnen in Monaten statt wie die Hardthöhe in Zeitaltern der Erdgeschichte und wollen nicht schwitzen, bis sich Zentralafrika vom Äquator weg den Polkappen nähert. Ergo haben sie sich heftig beschwert bei Jung, der Abhilfe versprach in der schneidigen Sprache, die Machertypen wie ihm eigen ist: "Da muß man noch einmal nachfragen."

Während der Minister "noch mal fragen" geht, besorgen sich die Soldaten den Sommerkram eben selbst. Sogar Sonnenbrillen, wobei man sich fragt, wozu sie die brauchen im "finsteren Herzen Afrikas", wie sie den Kongo nennen, seitdem die belgische Kolonialmacht die dortige Bevölkerung binnen einer Generation auf die Hälfte heruntergelyncht hat.

Das belgische Erbe wird bis heute rege gepflegt am Kongo, sogar die Sitten und Gebräuche der Herren aus Brüssel, wie das Abhacken von Gliedmaßen bei ungenügender Arbeitsleistung, ist in den Alltag vieler Kongolesen eingeflossen, wie Bildreportagen aus dem Land beweisen.

Die Belgier reden nicht gern über dieses Kapitel. Da sind wir besser, was den Umgang mit unseren Schatten angeht - dachten wir zumindest bis jetzt! Charlotte Knobloch vom Zentralrat der Juden hat aufgedeckt, daß die jungen Menschen in Deutschland viel zu wenig über die Nazizeit lernen (siehe Meldung). Die Lehrer fühlen sich zu Unrecht bekritelt. Noch mehr Nazigeschichte im Unterricht könnte kontraproduktiv wirken, wenden sie ein.

Wie denn? Vielleicht so: In der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" wurde unlängst der Anne-Frank-Zweiteiler im Fernsehen mit der denkwürdigen Überschrift "Wider dem Vergessen" angekündigt. Offenbar haben die Deutschlehrer des Redakteurs vor lauter NS-Kunde am Ende versäumt, noch kurz den Komplex "Nominativ-Genitiv-Dativ-Akkusativ" zu streifen.

Ach, was soll's. Gedenken kann man auch als Analphabet. Demnächst kaspert Helge Schneider (Komponist und Sänger des Liedes "Katzenklo") als "Mein Führer" in einer derben Hitler-Klamotte über die Leinwand. Das Gedenken ist den Deutschen so vertraut geworden, daß sie es von blödem Gekicher nicht mehr trennen mögen.


Artikel per E-Mail versenden
  Artikel ausdrucken Probeabo bestellen Registrieren