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15.07.06 / MELDUNGEN

© Preußische Allgemeine Zeitung / 15. Juli 2006

MELDUNGEN

Ozeanmuseum neu eingeweiht

Königsberg - Zum Stadtjubiläum hatte Königsbergs Gouverneur Georgij Boos gemeinsam mit seinem Amtsvorgänger Wladimir Jegorow, Königsbergs Bürgermeister Jurij Sawenko und anderen Ehrenbürgern der Stadt zur Einweihung des erweiterten Ozeanmuseums eingeladen. Am Kai der historischen Flotte kommen zu den bisherigen Ausstellungsobjekten nun Exponate im Wasser und an Land hinzu. Im restaurierten ehemaligen Lagerhaus, das zu Beginn des vorigen Jahrhunderts erbaut wurde, entstand ein Ausstellungssaal. Im Obergeschoß können maritime Bilder des Königsberger Künstlers Wladimir Michailowskij und des Memeler Künstlers Edvardas Malinauskas bewundert werden. Das wohl bedeutendste Exponat im Erdgeschoß ist der Rumpf eines Schiffes aus dem 19. Jahrhundert, das im Bernsteinbruch gefunden wurde. Zur Eröffnungsfeier erhielt das Ozeanmuseum ein Geschenk aus der Antarktis, einen prähistorischen Baum mit deutlich erkennbaren Jahresringen sowie eine Versteinerung mit Blättern. Dieses Geschenk überreichte Alexander Schmatow, der an der Expedition des Forschungsschiffs "Akademik Joffe" teilgenommen und die Ausstellungsstücke selbst in der Antarktis gefunden hatte. MRK

 

Stadtplanung im Umbruch

Königsberg - In Königsbergs Stadtzentrum soll der Prozeß des Ineinanderfließens neuer und alter Architektur fortgesetzt werden. So ist gesetzlich vorgeschrieben, daß auf dem Gelände des 1945 zerstörten Busbahnhofes vor dem Bau des neuen Kultur- und Handelszentrums mit dem Namen "Moskau" archäologische Untersuchungen durchgeführt werden müssen, da sich auf dem Gelände noch Gebäudereste aus dem 13. Jahrhundert befinden, die nach Möglichkeit bewahrt werden sollen. Bei diesen Ausgrabungsarbeiten stießen die Archäologen kürzlich auf einen Friedhof aus dem 18. Jahrhundert. Acht Gräber entdeckten sie. Nun wollen die Architekten weitere Untersuchungen durchführen, bevor mit dem Neubau begonnen werden kann. Sie versuchen, die Grenzen des Friedhofs zu finden und erwägen die Möglichkeit einer Umbettung der Gräber. Die für die Stadtplanung Verantwortlichen bemühen sich inzwischen um einen behutsamen Umgang mit kulturellen und geschichtlichen Werten. Die sowjetischen Zerstörungen sind inzwischen als Fehler erkannt. So soll zum Beispiel, um die historische Substanz zu wahren, das noch existierende Gebäude des Park-Hotels, das 1929 von dem deutschen Architekten Hans Hoppe am Rande des Schloßteichs errichtet worden ist, städtebaulich in einen noch zu errichtenden Hotelneubau eingebunden werden. Einen ersten Entwurf trug der Architekt Oleg Kuperjadjew dem Stadtplanungsrat vor. Ob die zur Zeit diskutierten Pläne jedoch realisiert werden, steht noch in den Sternen. Bei den Stadtplanern gibt es zur Zeit Unstimmigkeiten zwischen den Vertretern der Idee, das historische Königsberg wiedererstehen zu lassen, und denen, die die heutige russische Bauweise bevorzugen, die sich schneller und billiger bewerkstelligen ließe. In letzter Instanz werden wohl die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel über das zukünftige Antlitz der Stadt entscheiden. JJ


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