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15.07.06 / Die ostpreußische Familie / Leser helfen Lesern

© Preußische Allgemeine Zeitung / 15. Juli 2006

Die ostpreußische Familie
Leser helfen Lesern
von Ruth Geede

Lewe Landslied und Familienfreunde,

die WM ist beendet, aber der Ball rollt weiter - auch bei uns. Er rollte in die Vergangenheit und kommt nun zurück in die Gegenwart, denn die Erinnerung von unserm Landsmann Hans-Georg Leber an das Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Estland oder Lettland in Königsberg 1938/39 hat ein starkes Echo gefunden, auch andere Landsleute konnten sich an das Spiel - oder vielmehr die Spiele - erinnern. Aber die Zeitzeugen waren damals noch sehr jung, so sind manche Angaben doch etwas ungenau oder lückenhaft. Nun kam ein Schreiben von Herrn Dr. Hans-Georg Nicolaisen aus Büsum, der die Spiele zwar persönlich nicht miterlebte, weil er erst 1943 nach Königsberg kam, aber sehr präzise Ausführungen über diese sportlichen Ereignisse geben kann. Das wird nicht nur Herrn Leber interessieren, sondern auch viele anderen Leser, und so bringe ich den Inhalt des Schreibens im Wortlaut:

"Am 13. Oktober 1935 fand in Königsberg ein Fußball-Länderspiel gegen Lettland statt, das von der deutschen Mannschaft mit 3:0 gewonnen wurde. Die Tore schossen Langenbein, Lenz und Panse. Die deutsche Mannschaft spielte in folgender Aufstellung: Jürisssen - Stührk, Tiefel - Ruchay, Mathies, Appel - Langenbein, Lenz, Panse, Bökle, Heidemann. Schiedsrichter war der Pole Rutkowski. Ruchay kam von Prussia-Samland Königsberg. Am 29. August 1937 trat die deutsche Mannschaft im Rahmen der WM-Qualifikation in Königsberg gegen Estland an. Das Spiel wurde mit 4:1 gewonnen, die Tore schossen Lehner und Gauchel (je zwei). Die deutsche Mannschaft trat in folgender Aufstellung an: Jacob - Janes, Münzenberg - Rose, Goldbrunner, Schädler - Lehner, Gauchel, Berndt, Szepan, Simetsreiter. Gegen Lettland trat 1935 eine B-Mannschaft an. Gegen Estland fehlten Kupfer und Kitzinger von Schweinfurt 05 und Urban, Schalke 04. Hier täuscht Herrn Lehner die Erinnerung, weil die drei Genannten sonst zur Stammannschaft gehörten." Soweit die Ausführungen von Herrn Dr. Nicolaisen, für die ich sehr herzlich danke.

Wenn eine doch etwas ausgefallene Frage eine solch fundierte Antwort findet, ist das für mich wie ... na sagen wir mal Schmandschinken. Wobei wir bei unseren ostpreußischen Spezialitäten wären. Kürzlich hatte ich auf Grund einer Anfrage die Dämpfkarbonade erwähnt, und da lief unserer Leserin Maria Ludwig richtig das Wasser im Mund zusammen, aber sie wird noch ein paar Monate warten müssen, denn ihr schmeckt dieses typisch ostpreußische Gericht erst dann, wenn es draußen "schubbrig" ist. Ihr Rezept ist dem meinen sehr ähnlich. Natürlich gehören auch "Gewürzkörner" dazu, also Piment, und ein Lorbeerblatt. Als Kind hatte Maria Ludwig es "Lorbaßblatt" genannt, darunter konnte sie sich wenigstens was vorstellen. Ja, so tauchen immer wieder heitere Erinnerungen auf, würzen damit unsere Ostpreußische Familie!

Sehr herzlich bedankt sich das Ehepaar Dörr aus Greifswald, das ein Buch suchte, von dem ich glaubte, daß es kaum zu finden sei. War es aber nicht, denn das Buch "10 Jahre Siedlung Tannenwalde bei Königsberg, Ostpreußen, 1919-

1929" hat unsere Leserin Irene Rudanowski - selber aus Tannenwalde! - im Bestand der "Deutschen Bücherei" in Leipzig gefunden. Jetzt besitzen Hannelore und Horst Dörr eine Kopie mit 32 Fotos des Königsberger Fotografen Alfred Turowski und freuen sich sehr über diese so prompte Erfüllung ihres Wunsches. Auch ein Dankeschön von mir an Frau Rudanowski für die schnelle Hilfe!

Die Erfolgsleiter hat manchmal viele Stufen - auf solch einer ist Cornelia Thielicke angelangt, und sie hofft, daß sie dank unserer Hilfe noch höher steigen kann. Bei ihrer Familiensuche ist sie durch unsere Mithilfe entscheidend vorangekommen, wie am Beispiel ihrer Urgroßmutter ersichtlich. Diese, Ida Strzelski verehelichte Szibalski, war bisher nur als einzelne Person bekannt - jetzt weiß man, daß sie noch zwölf Geschwister hatte! Auch weitere "Kleinigkeiten" zur Familie sind nun bekannt oder deutlicher verständlich. Aber es ergeben sich noch weitere Fragen, die vor allem Frau

Thielickes Ururgroßvater Gottlieb betreffen, der sich noch "Szczybalski" schrieb - seine Nachkommen vereinfachten den Familiennamen auf "Szibalski". Von diesem Ururgroßvater ist nicht bekannt, woher er stammt. Er muß um 1850/60 geboren sein. Mit seiner Ehefrau wohnte er in Altenbude, Kirchspiel Grabowen / Arnswald, Kreis Goldap. Da der Name sehr häufig in der Gegend vorkommt, ist es schwer, die Richtung seiner Herkunft einzugrenzen. Ein weiterer Punkt ist das Fehlen von Angaben der Ehefrauen. Frau Thielicke meint: "Es scheint so, als ob die Zeit sie vergessen hat. Namenseinträge habe ich zwar, aber sonst ist nichts bekannt. Wo kamen sie her, wann wurden sie geboren, wie und wo lebten sie vor der Heirat? Sie hatten viele Kinder und sollten nicht vergessen sein." Und deshalb suchen wir nun Aufklärung über die Herkunft folgender Frauen aus der Ahnenliste von Frau Cornelia Thielicke:

Auguste Jeszionowski, * 1854 in Rothenbude, Kirchspiel Grabowen, = 1885, erste Ehefrau von August Strzelski, * 1847 in Kersken, = 1920 in Großduneyken, Kirchspiel Grabowen. Nach ihrem Tod heiratete er Anna Sagowski, von der sämtliche Angaben fehlen. Wie auch von Lotte Saborowski, Ehefrau von Friedrich Deyda, * 1813 im Kreis Marggrabowa / Treuburg, und Anna Dorothea Bublowna, verheiratet mit Thomek / Thomas Deyda, * 1785 in Dopen, = in Marggrabowa. Noch weiter in die Vergangenheit zurück führt die Suche nach Anorta Nowot(rat)kowna, der Ehefrau von Woytek / Albrecht Deyda, * 1750 in Marggrabowa. Von Lovice Lippke weiß man wenigstens die Daten: * 1807 in Kersken, dort 1872 verstorben, verheiratet mit Gottlieb Strzelski, * 1807, = 1872 in Kers(ch)ken. Ob die Suche nach den nur namentlich bekannten Frauen Erfolg hat, wage ich zu bezweifeln. Aber vielleicht kommt die Familienforscherin doch noch eine Stufe weiter, wenn sich Landsleute melden, die diese genannten Namen auch in ihrer Familie haben (Cornelia Thielicke, Bachstraße 20 in 99438 Bad Berka, E-Mail: MFidi@aol.com ).

Eure Ruth Geede


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