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15.07.06 / Land zwischen Haff und Strom / Die diesjährigen Memelländischen Kulturtage im Gerhart-Hauptmann-Haus

© Preußische Allgemeine Zeitung / 15. Juli 2006

Land zwischen Haff und Strom
Die diesjährigen Memelländischen Kulturtage im Gerhart-Hauptmann-Haus
von Dieter Göllner

Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der Memellandkreise, Memellandgruppe Düsseldorf und Umgebung, hatte das Gerhart-Hauptmann-Haus die Memelländischen Kulturtage 2006 veranstaltet.

Als Festredner des Eröffnungsabends war Prof. Dr. jur. Dietmar Willoweit, Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, eingeladen. In seinem zweiteiligen Referat "700 Jahre deutsch-litauische Nachbarschaft" hatte der in Memel geborene Rechtshistoriker auf relevante historische, sprachliche und kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der deutschen und litauischen Bevölkerung hingewiesen.

Konrad Grundmann, Staatsminister a. D., Vorstandsvorsitzender der Stiftung "Gerhart-Hauptmann-Haus. Deutsch-osteuropäisches Forum", und Ministerialrat Johannes Lierenfeld von der Staatskanzlei NRW unterstrichen den Stellenwert dieser Veranstaltung im europäischen Kontext.

Die Düsseldorfer "Chorgemeinschaft Ostpreußen-Westpreußen-Sudetenland" unter der Leitung von Karin Kämpf umrahmte das Programm mit einem Potpourri von ostpreußischen Melodien.

Zu besichtigen war auch eine Ausstellung, die unter dem Motto "Ansichten vom Memelland" historische Fotografien und Postkarten aus Memel, Tilsit, Kinten und der Kurischen Nehrung zeigte.

Die Bibliothek des Gerhart-Hauptmann-Hauses hatte eine ergänzende Bücherschau zum Thema "Reiseziele im östlichen Europa" eingerichtet.

Uwe Jurgsties, Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Memellandkreise (AdM), hob in seinem Vortrag Meilensteine in der Geschichte der 1948 gegründeten Dachorganisation hervor. Derzeit sind im Bundesgebiet 23 Ortsgruppen und zwei Gruppen in der Heimat, nämlich in Memel (Klaipeda) und Heydekrug (Silute), tätig. Die Verbindung zu den Memelländern auf der ganzen Welt wird unter anderem durch die 1849 ins Leben gerufene und heute von der AdM herausgegebenen Heimatzeitung "Memeler Dampfboot" gehalten.

Aus der Vielzahl der Aktivitäten, die Jurgsties beschrieb, seien nur einige erwähnt. Im Jahr 1989 ermöglichten die in Deutschland lebenden Memelländer, welche sich im Verein "Ännchen von Tharau" zusammengeschlossen haben, für den "Simon-Dach-Brunnen" auf dem Theaterplatz in Memel die Wiederaufstellung der Bronzestatue "Ännchen von Tharau". Danach folgten ein Gedenkstein für "Hermann Sudermann" in Heydekrug sowie die Gedenktafeln für den Astronom "Argelander" an der Memeler Post und "Königin Luise" am alten Rathaus in Memel.

1993 wurde erstmals ein Treffen für die im Memelland verbliebenen Deutschen und ihre im Westen lebenden Landsleute in Memel organisiert. An diesen Begegnungen nehmen seither immer auch Vertreter der Stadt, des Kreises und litauische Bürger teil.

1996 wurden in Heydekrug und Memel "Deutsch-litauische Begegnungsstätten" eingeweiht. Seit 1998 werden in Zusammenarbeit des Vereins der Deutschen, der Stadtverwaltung von Memel (Klaipeda) und der Deutschen Botschaft die deutschen Kulturtage in Memel durchgeführt. Im August 2002 fand das 750jährige Stadtjubiläum von Memel statt, anläßlich dessen die AdM auch eine eigene Veranstaltung im Memeler Stadttheater organisiert hatte. Da es bereits seit 1915 eine Patenschaft zwischen Mannheim und Memel gibt, die im Jahr 1953 mit den Memelländern erneuert und auf das gesamte Memelland erweitert wurde, hat die AdM erreicht, daß 2002 ein Städtepartnerschaftsvertrag zwischen Mannheim und Memel (Klaipeda) unterzeichnet wurde.

Die zahlreichen Aktivitäten - so Jurgsties - dienten wesentlich der besseren Verständigung beider Völker. "In dem nun größer gewordenen Europa, in dem man friedlich miteinander und nebeneinander wohnt, sollte sich jeder zur geschichtlichen Wahrheit bekennen", forderte der Bundesvorsitzende auf.

Ausgewählte Aspekte der Kulturlandschaft Memelland vermittelten auch die weiteren Programmpunkte, die im Rahmen der Veranstaltung im Düsseldorfer Gerhart-Hauptmann-Haus stattgefunden hatten.

Maja Ehlermann-Mollenhauer bot in einem Diavortrag "Das Haus Hermann Blode und die Künstlerkolonie Nidden" Einblicke in die faszinierende "Welt der Maler". Auch die weit über die Grenzen Ostpreußens bekannte "Künstlerveranda" fand Erwähnung. Der literarischen Film "Die Reise nach Tilsit" wiederum, der 1939 nach der Erzählung von Hermann Sudermann entstand, beleuchtete neue Facetten der vielfältigen Landschaft.

Mit einem Vortrag von Arnold Priklaps, Geschäftsführer des Vereins der Deutschen in Memel, Simon-Dach-Haus, zum Thema "Das heutige Memel und der Verein der Deutschen" und der Vorführung des Films "Memelland - Heimat wischen Haff und Strom" fanden die diesjährigen Memelländischen Kulturtage ihren Abschluß.

Die Besucher erwartete ein großes Angebot an Informationen zum Memelland Fotos (2): Göllner

Uwe Jurgsties erläuterte die vielfältigen Aktivitäten der AdM


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