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05.08.06 / Ihr Jahrestreffen ließ sie zurückkehren / In Leogang wurde die Sonderausstellung "275 Jahre Emigrationspatent" unter Beteiligung des Salzburger Vereins eröffnet

© Preußische Allgemeine Zeitung / 05. August 2006

Ihr Jahrestreffen ließ sie zurückkehren
In Leogang wurde die Sonderausstellung "275 Jahre Emigrationspatent" unter Beteiligung des Salzburger Vereins eröffnet

Mindestens ein Drittel der Ostpreußen hat Salzburger Vorfahren, entweder aus der männlichen oder aus der weiblichen Linie, und weist auch heute gerne darauf hin. Der Salzburger Verein e. V., eine Vereinigung der Nachkommen salzburgischer Emigranten, der seit dem Zweiten Weltkrieg seinen Sitz in Bielefeld hat, erinnert beziehungsweise erinnerte in diesem und im nächsten Jahr in zwei großen Veranstaltungen an die Geschehnisse, die vor fast drei Jahrhunderten zur Vertreibung der Vorfahren aus Salzburg und zu deren Aufnahme in Ostpreußen geführt haben. Die erste Gedenkveranstaltung fand in diesem Jahr vom 24. bis 27. Mai im salzburgischen Leogang / Pinzgau statt.

Der Salzburger Verein e. V. hat insbesondere seit seiner Neubegründung nach dem Zweiten Weltkrieg und der Übernahme der Patenschaft für ihn durch das Land Salzburg auf gute ökumenische Zusammenarbeit der evangelischen mit den katholischen Christen unter anderem auch im Salzburger Land hingewirkt. Und unter dieser Prämisse stand nun auch das Jahrestreffen des Vereins in Leogang in diesem Mai, das er mit der Gemeinde Leogang und dem Land Salzburg mit der Eröffnung der Sonderausstellung ,,275 Jahre Emigrationspatent" beging.

Die Sonderausstellung befindet sich im wunderschön ausgestalteten Bergbaumuseum in Hütten, in dem schon seit längerer Zeit in der so genannten "Hoyerstube" mit vielen Exponaten aus der Emigrationszeit beispielsweise an den Emigranten Hans Hoyer aus Saalfelden / Leogang erinnert wird, der in Ostpreußen einer der ersten Salzburger Lehrer war. Die Neugestaltung der Hoyerstube, in der dieses Mal das Schwergewicht auf Exponaten aus der Sicht der Emigranten gelegt wurde, hatten der Kustos des Museums Hermann Mayrhofer, der Salzburger Landesarchivar Hofrat Dr. Fritz Koller und Diakon i. R. Gerhard Hoyer, ein Nachkomme Hans Hoyers, mit mehreren Mitarbeitern vorgenommen.

Die Eröffnungsveranstaltung fand am 26. Mai im großen Saal des Hotels ,,Rupertus" statt. Mehrere hundert Gäste aus der Bundesrepublik Deutschland und Österreich und auch von weiter her waren gekommen. Eine Bläsergruppe in Bergmannstracht und die Fahnenabordnungen der Leoganger Vereine traten auf. Die Fahne des Salzburger Vereins wehte neben der Salzburger Landesfahne. Kustos Mayrhofer begrüßte das große Auditorium, und es folgten die gut aufeinander abgestimmten Grußworte von Bürgermeisterin Hammerschmied, Vereinspräsident Neumann, Superintendentin Müller und Domdechant Prälat Dr. Appesbacher. Die Festansprache zum Thema "Emigrationspatent" hielt Hofrat Dr. Fritz Koller, der Salzburger Landesarchivar. Sein historisch fundiertes und glanzvoll vorgetragenes Referat wurde vom Publikum mit begeistertem Applaus belohnt. Sodann eröffnete Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller die Ausstellung mit herzlichem Dank an die Veranstalter und wandte sich dabei mit ganz besonders warmen Worten an die Mitglieder des Salzburger Vereins, die ostpreußischen Salzburger, deren Tätigkeit auch für das Land Salzburg sie hervorhob.

In einzelnen Gruppen zog man, während die Wartenden mit einer speziellen Gerstelsuppe versorgt wurden, zum Bergbaumuseum, um die neu gestaltete Hoyerstube in Augenschein zu nehmen. Auch Agnes Miegel, Nachfahrin salzburgischer Emigranten und Ehrenmitglied des Salzburger Vereins, findet dort selbstverständlich mit Exponaten Erwähnung, ebenso wie vieles an Erinnerungsstücken aus der Region.

Am Sonnabend, dem 27. Mai 2006, fanden sich die Vereinsmitglieder in der katholischen Pfarrkirche von Leogang mit den Gemeindemitgliedern aus Leogang / Saalfelden und vielen weiteren Gästen zum ökumenischen Gottesdienst ein, den der katholische und der evangelische Pfarrer mit bewegenden, in der Ökumene aufeinander zugehenden, persönlich gehaltenen Predigten gestalteten. Der Gottesdienst klang aus mit dem von der Sopranistin Grießenauer mit Harfenbegleitung gesungenen Loferlied, einem Kirchenlied, das in der Region um Saalfelden im 16. Jahrhundert entstanden und von einem holsteinischen Flurvogt, der auf der Hohensalzburg 1592 viele Jahre eingekerkert worden war, nach Itzehoe und Nortorf mitgebracht worden ist.

Vor und nach der Ausstellungseröffnung und dem ökumenischen Gottesdienst bot dieses Treffen zur Erinnerung an die Vertreibung der protestantischen Salzburger sehr viele weitere - nicht nur touristische - Glanzpunkte, so beispielsweise den Besuch der wunderschön im Grünen in der Ramsau gelegenen Wallfahrtskirche "Maria Kunterweg", deren riesiges gegenreformatorisches Deckengemälde die Küsterin als "unseren dunklen Punkt" bezeichnete. Oberhalb der für die Emigrationsgeschichte bedeutungsvollen Burg Lichtenberg stiegen die Ostpreußen bergan zur ,,Einsiedelei". Sie ist seit wenigen Jahren von einem Benediktinerfrater besetzt. Offen und ausführlich erzählte er seinen Besuchern von seinen Aufgaben und seinem Leben.

Ein ganz besonderer Glanzpunkt war das Festkonzert, das den Ostpreußen die Trachtenmusikkapelle Leogang (mit 50 Musikern) mit salzburgisch-österreichischer Marschmusik gab. Norbert Stein, Mitglied des Salzburger Vereins aus Berlin, hatte mit seinen für Bürger der Leoganger Gemeinde und zwei Schulklassen in Saalfelden angebotenen Vorträgen über die Emigration nach Ostpreußen ein großes und dankbares Publikum; denn alle diese Geschehnisse sind bei der überwiegend katholischen Bevölkerung des Salzburger Landes immer noch weitgehend unbekannt.

Trotz der Fülle an Veranstaltungen blieb genügend Zeit für das, was auf Ostpreußisch "Plachandern" und auf Pinzgauisch "Hoagaschden" heißt, aber auch für Planungsgespräche im kleinen Kreis - beispielsweise darüber, im nächsten Jahr in Stettin am Berliner Tor eine Tafel zur Erinnerung daran anzubringen, daß in der letzten Phase der Emigration viele tausend Emigranten auf dem Schiffswege nach Königsberg transportiert wurden. Natürlich ging es auch diesmal wieder um die umfangreichen Planungen für die Gedenkfeiern in Berlin / Potsdam vom 14. bis 17. Juni 2007 zur Erinnerung an das Aufnahmepatent Friedrich Wilhelms I. mit vielen auch touristisch attraktiven Programmpunkten. W. N.

Wer schon jetzt mehr über die vom Salzburger Verein für die Zeit vom 14. bis 17. Juni 2007 in Berlin geplanten Feierlichkeiten wissen möchte, erhält entsprechende Informationen vom Leiter des Organisationsteams, Herrn Bruno G. Berger, Berlin, E-Mail: b.g.berger@t-online.de , Telefon (0 30) 7 21 19 22, Fax (0 30) 72 32 20 58, oder bei der Geschäftstelle des Salzburger Vereins e. V., Memeler Straße 35, 33605 Bielefeld, Telefon (05 21) 2 99 44 04 (dienstags von 11-15 Uhr), Fax (05 21) 2 99 44 05, E-Mail: SalzburgerVerein@compuserve.de.


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