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02.09.06 / Herz und Schmerz / Ostpreußische Rittergutstochter findet im Kriegstrubel ihre große Liebe

© Preußische Allgemeine Zeitung / 02. September 2006

Herz und Schmerz
Ostpreußische Rittergutstochter findet im Kriegstrubel ihre große Liebe

Insterburg in Ostpreußen im Februar 1943: Vor Stalingrad ist die Deutsche Wehrmacht eingekesselt. Die Soldaten sterben zu Tausenden. Aus dem Osten treffen immer mehr Lazarettzüge mit verwundeten Soldaten ein. Die Amerikaner treten in den Krieg ein. Immer öfter werden die Großstädte im Deutschen Reich bombardiert, was die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt. Im Berliner Sportpalast brüllt Goebbels ins Mikrofon: „Wollt ihr den totalen Krieg?“ Ein tausendfaches Ja ist die Antwort. Das Deutsche Reich geht seinem Untergang entgegen. Vor diesem Hintergrund beginnt die leidenschaftliche Liebe zwischen Karen von Feerenholtz, der Tochter eines ostpreußischen Rittergutsbesitzers, und dem Feldunterarzt Hellmuth Borchers.

Die erste Begegnung verläuft dramatisch: Karen, die als Rote-Kreuz-Schwester arbeitet, will ihren verwundeten Bruder im Lazarett besuchen, doch Borchers, dem die junge Frau gefällt, erhebt Einwände: „Ich lasse Sie aber nicht allein durch die Nacht bei Glatteis, Schneetreiben und Nebel gehen. Ich bitte Sie, mir zu erlauben, Sie zu begleiten.“ Zum Dank lädt Karen Hellmuth schließlich auf ihr Familienschloß in Grossithen ein, und er erobert ihr Herz im Sturm. Durch Hellmuths natürliche Ausstrahlung, seinen süddeutschen Charme, seine Ritterlichkeit und Fürsorglichkeit wird er wie ein alter Freund in die Familie aufgenommen.

Karen möchte Bildhauerin werden und studiert in Königsberg Medizin, um den menschlichen Körper mit seinen Muskeln, Knochen und Gelenken verstehen zu können. Hellmuth reist, so oft er kann, zu seiner zauberhaften, liebenswerten Karen, und beide schweben auf der berühmten rosa Wolke. Während einer romantischen Wanderung an den Nixensee beschließen sie, sich zu verloben und in einem Jahr zu heiraten. Die Verlobung wird einer jener glanzvollen und denkwürdigen Familienfeiern, derer es in Grossithen in der Vergangenheit so viele gegeben hat.

Aber dann heißt es Abschied nehmen, Karens Vater und ihre zwei Brüder müssen an die Ostfront, Hellmuth mit seiner Lazaretteinheit nach Frankreich. Nach achtmonatiger amerikanischer Kriegsgefangenschaft kehrt er nach Kriegsende nach Deutschland zurück und erfährt, daß Karen spurlos verschwunden ist. Alles was er in Erfahrung bringen kann, ist, daß Karen in Graz von den Russen verhaftet worden ist.

Nach fast drei Jahren vergeblicher Suche nach seiner geliebten Karen heiratet Hellmuth schließlich eine junge Ärztin. Wenig später erhält er einen Brief von Karen. Er ist bis ins Innerste aufgewühlt und läuft kopflos durch die Straßen. Seine Karen hat ihn verstoßen ...

Dieser Roman von Horst Joachim Rheindorf ist eine große Liebesgeschichte mit einem romantisch-tragischen Hintergrund. Freunde von Liebesromanen werden mit diesem Buch, bei dem es um die lebenslange Liebe mit all ihren Irrungen und Wirrungen des Herzens geht, glänzend bedient.

Nach 500 Seiten wird man das Buch zufrieden und glücklich zuklappen, weil man miterleben darf, wie aus einem großen Unglück ein großes Glück wird. Da darf dann schon mal eine Träne kullern. (Barbara Mußfeldt)

Horst Joachim Rheindorf: „Karen“, Karin Fischer Verlag, Aachen 2006, 514 Seiten, geb., 26,40 Euro, Best.-Nr. 5706


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