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07.10.06 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / 07. Oktober 2006

Leserforum

Nur was gerecht geregelt ist, ist endgültig geregelt
Betr.: Leserbriefe "Israel konnte das nicht mehr hinnehmen" und "Bedrängtes Israel" (Nr. 34)

Beide Leserbriefschreiber befassen sich in der Ausgabe mit den militärischen Aktionen Israels im Libanon, die sie für notwendig und auch legitim halten. Wer anders denkt und Israel anklagt, den hält der eine von ihnen sogar für hirnrissig. Drei entführte israelische Soldaten sind also ausreichend, um ein derartiges Inferno auszulösen, obwohl sich andererseits zum Beispiel Hunderte von Palästinensern in israelischen Gefängnissen befinden. Letztere gehörten aber einfach zu den Bösen, und gegen alles Böse sind denn auch alle Mittel recht, selbst sogenannte Streubomben. Doch wer so einseitig urteilt, sollte sich mal in Erinnerung rufen, wie der Staat Israel entstand. Völkerrechtlich ohnehin fragwürdig, dazu mit Vertreibung, Unterdrückung und Terror bis zum heutigen Tag agierend. Merkwürdig nur, daß angesichts solchen Unrechts von den Opfern noch zusätzlich erwartet wird, selbiges widerstandslos hinzunehmen. Gab es da nicht irgendwann einmal einen US-Präsidenten, der gesagt haben soll, daß sich nur endgültig regeln läßt, was auch gerecht geregelt wurde? Ein meines Ermessens sehr weises Wort, das ich mir nur zu gern auch in die Praxis umgesetzt wünsche. Doch bis dahin - so befürchte ich - werde ich mich wohl noch eine Weile mit dem Makel eines Hirnriß-Behafteten abzufinden haben.

Gerhard Behrendt, Gelsenkirchen

 

Wer weiß mehr über Schriftsteller v. Simpson
Betr.: William v. Simpson (1881-1945)

Wegen zahlreicher Unklarheiten im Lebenslauf des ostpreußischen Schriftstellers William v. Simpson ("Die Barings") wende ich mich an die Leserschaft dieser Zeitung.

1. An welcher Schule war er? Klassenfoto eines Insterburger Gymnasiums liegt vor (sicher kein Abi!) Königsberger Privatschule "Presse" (Zeugnis Prof. Stoeckel), dort auch landwirtschaftliche Schulung? 2. Wo geschah die landwirtschaftliche Ausbildung? Einige Semester in Halle (?): Tierzuchtinstitut Prof. Kühn Landwirtschaftl. Fakultät ohne Matrikel oder Abschluß. 3. Militärdienst und Kriegseinsatz (sicher gilt für letzteres die Ostfront.) Als Einheit und Rang ist aus später ausgestellten Zeugnissen "Eskadron Kav. Schütz. Rgt. 87" und "Leutnant" gesichert. 4. Sehr unklar ist auch der Aufenthalt in Deutsch-Südwest: In Buchpublikationen ist eine Tätigkeit bei der Schutztruppe von seiner Frau ("Reiterin in Tag und Traum") und von ihm ("Im Sattel vom Ostseestrand zum Bosporus", für die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg) 1927 - während er in Brasilien weilte - gibt einen Reisepaßeintrag für Visum nach Capetown (2. Aufenthalt?) 5. Tätigkeit für die "Osthilfe" in der Landwirtschaftskammer Schneidemühl (1930-34?) 6. Unklare Aufenthalte in Österreich (Nassau, St. Andrä)

Soviel zu meinen Fragen.

Ernst Schuchardt, Fichtestraße 153, 15745 Wildau

 

Weg von der Front
Betr.: "Grenzfall Libanon" (Nr. 37)

Seit dem ersten Golfkrieg bemühe ich mich, deutlich zu machen, daß deutsche Soldaten zur Heimatverteidigung aufgestellt worden sind und nicht, um Aufgaben im Ausland zu übernehmen. Nach zwei verlorenen Weltkriegen und den Erklärungen der Siegermächte, wir hätten an beiden Kriegen die Schuld gehabt, und nach den Umerziehungsprogrammen der Alliierten hin zu einem demokratischen Land ohne militärisches Gehabe sollten wir still in unseren Grenzen leben können. Aber nun ist alles anders. Man will uns wiederhaben wie vor 106 Jahren, als in China der Boxer-Aufstand besiegt werden sollte und der Ruf erscholl: "Die Deutschen an die Front!" Und nun geschieht dasselbe wie damals, nur die Ländernamen haben sich geändert. Diesmal stehen unsere Soldaten in Afghanistan, im Kosovo, in Bosnien und im Kongo. Und nun sollen sie in den Libanon, eine Region, die seit mehr als 3500 Jahren ein Kriegsgebiet ist.

Heinz Klinke, Lutterbek

 

Nicht ihre Aufgabe
Betr.: "Grenzfall Libanon" (Nr. 37)

Der von Union, SPD und Grünen beschlossene Einsatz der Bundeswehr im Libanon stellt auch einen Grenzfall zwischen deutschen Parteien und Bürgern dar, von denen sehr viele diesen Einsatz nicht wünschen. Die Bundeswehr ist doch kein Besen, der in allen Teilen unserer Erde wegzukehren hat, was als Schmutz angesehen wird. Finanziell können wir uns derartige Einsätze auch nicht leisten, sie erhöhen unsere Schulden zu Lasten unserer Nachkommen.

Die Bundeswehr wird durch diese Politik immer weiter von ihren Aufgaben entfernt.

Jochen Grätz, Klausdorf-Schwentine

 

Auch Herr Grass könnte in Bitburg liegen
Betr.: "Der Balken im eigenen Auge" (Nr. 33)

Als einst der deutsche Bundeskanzler und der französische Staatspräsident gemeinsam den Soldatenfriedhof in Bitburg besuchten und sich vor den Gräbern feierlich die Hand reichten, fand dies Herr Grass ungeheuerlich, weil diese Stätte durch die Gebeine von einigen Soldaten der Waffen-SS geschändet sei. Offenbar war er der Ansicht (und ist es wohl auch heute noch), daß ein Angehöriger der Waffen-SS, unabhängig von persönlicher Schuld, es nur dann zu einem Ehrenmann bringen kann, wenn er vorher öffentlich abgeschworen hat. In den Gefallenen dagegen sah er, mangels vorweisbarer Läuterungszeichen, überführte Verbrecher, die am besten außerhalb von Friedhöfen verscharrt werden sollten. Wie mag er die Frage beantworten, ob die nun den verdienten Tod erlitten oder einfach nur Pech hatten?

Es bleibt unbegreiflich, woher Grass die schamlose Arroganz nahm, gefallene Soldaten, darunter mit Sicherheit auch solche, die gleichaltrig und wie er selbst zur Waffen-SS gekommen waren, als Monster darzustellen. Es ist derselbe Charakterzug, der sich in der offensichtlichen Instrumentalisierung seiner späten Erinnerungen für die Vermarktung seines neuen Buches erkennen läßt.

Nun ist es ja theoretisch durchaus vorstellbar, daß Herr Grass auch dort in Bitburg liegen könnte ... gar nicht auszudenken!

Ulrich Diekert, Brühl

 

Lew Netto sucht deutsche Kameraden
Betr.: Suche nach den Überlebenden des GULag in Norilsk, Russische Föderation

Das Speziallager Nr. 2 in Norilsk hat in den Jahren des Stalinismus traurige Geschichte geschrieben. 1953 kam es zu einem Gefangenenaufstand. Einer der an dem Aufstand im Sommer 1953 beteiligten Gefangenen war der Russe Lew Netto. Nach der Befreiung bei Frankfurt am Main 1945 als 19jähriger durch die Amerikaner aus der deutschen Kriegsgefangenschaft und seiner Rückkehr nach Moskau wurde er 1947 wegen angeblicher Spionage als politischer Häftling nach Norilsk verbracht. Herr Netto ist nun auf der Suche nach seinen deutschen Kameraden, die mit ihm inhaftiert waren und mit ihm an dem Aufstand beteiligt waren. Dabei waren sie von den Visionen eines freien und demokratischen Europa beseelt. Er hat sie seit ihrer Trennung während des Aufstandes nicht mehr gesehen. Herr Netto möchte mehr über ihr Schicksal erfahren und, falls sie noch leben, ein Zusammentreffen in Norilsk organisieren. Herrn Netto liegen die jeweiligen Namen nur in kyrillischer Schrift sowie die Geburtsjahre vor. Von einigen Männern gibt es Fotos oder Adressen von Verwandten. Es handelt sich bei den Männern um drei Rußlanddeutsche und zwei Offiziere der Wehrmacht. Bisherige Anfragen kamen zu keinem Ergebnis. Daher möchten wir Sie um Mithilfe bitten.

Gudrun Steinacker, Leiterin der Kulturabteilung, Botschaft der BRD Moskau

 

Fußabtreter der geschlagenen Nation
Betr.: "Die vierte Teilstreitkraft" (Nr. 33)

Die Waffen-SS, hochgeachtet vom Feind, von den Israelis als "die" deutsche Eliteeinheit des Zweiten Weltkrieges benannt, von den Kameraden der Wehrmacht als Nachbar immer willkommen, wurde zum Fußabtreter der geschlagenen Nation. Das wird sich kaum ändern, denn es gibt ja kaum noch Überlebende, die bezeugen könnten, daß in den Divisionen der Waffen-SS große Teile der idealistischen deutsche Jugend zu finden waren, die reinen Herzens Volk und Führer dienten und das Vaterland zu verteidigen suchten.

Keiner von diesen Jungen wurde Soldat, um Menschen umzubringen, sie wollten das Vaterland verteidigen helfen, nichts sonst. Sie wußten nichts vom Apparat der SS, sie kannten ihren Chef, ihre Kameraden, ihre Einheit. Und sie vollbrachten oft Wunder an Tapferkeit und Opferbereitschaft.

Ein krankes Volk und eine schwerkranke politische Kaste haben sich die damals Jungen ausgesucht, um auf ihnen den angesammelten Abfall abzuladen. Und diese haben bis heute nicht die Gelegenheit eingeräumt bekommen, den heute Jungen zu sagen, was sie bewegte, warum sie sich freiwillig zum Wehrdienst gemeldet haben und wie ihr Erleben war. Kurt Schumacher war leider nur eine Ausnahmeerscheinung, die heute bei den Machern der SPD nur auf Ablehnung stoßen würde, aber auch bei der CDU nicht zu Hause wäre.

Grass war Soldat der Waffen-SS. Eigentlich wollte er zur U-Boot-Waffe, wo auch nur die hingingen, die besonders einsatzfreudig waren. Er wird also zu den sehr vielen gehört haben, die der voran flatternden Fahne mit Begeisterung gefolgt sind. Eigentlich schade, daß er sich so kleingemacht hat.

Freimut Fendler, Landshut

 

Greueltaten von Oradour
Betr.: Leserbrief "Einheiten der Waffen-SS kämpften ritterlich" (Nr. 35)

Der Verfasser verweist auf Beispiele vorbildlichen soldatischen Verhaltens von Teilen der Waffen-SS und erinnert an Geschehen, über die die amtlich bestellten Geschichtspolitiker schweigen. Leider muß ich widersprechen, wenn er für die Greueltaten von Oradour (200 Frauen und Kinder kamen in der Kirche durch eine Explosion ums Leben) die Verantwortlichen eines Kommandos der Waffen-SS des Kriegsverbrechens bezichtigt. Die Details sind dargelegt in Büchern von Herbert Taege. Bekannt ist auch, daß die Akten zum Oradourprozeß des französischen Militärgerichtes bis 2039 gesperrt sind. Wenn die Akten des Militärgerichts bis dann verschlossen bleiben, darf man dann von einem Kriegsverbrechen sprechen, das deutsche Soldaten verübten?

Arno Griesbach, Preuß. Oldendorf

 

Die Masse der Soldaten bei der Waffen-SS war erst 17 bis 19 Jahre alt
Betr.: "Der Balken im eigenen Auge" (Nr. 33)

Ein alter Kamerad von mir schickte mir jetzt erst Ihre Zeitung Nr. 33 zu und zwar die Seite mit dem Artikel "Der Balken im eigenen Auge" betreffs des Herrn G. Grass. Dazu möchte ich Ihnen einige kurze Erklärungen, Hinweise oder Berichtigungen geben, die mir bei diesem Artikel auffielen:

Hardy Krüger war bei der SS-Div. "Nibelungen", genauso wie der Schauspieler Dietmar Schönherr. Jürgen Girgensohn war bei der SS-Div. "Totenkopf" meines Wissens Obergefreiter (SS-Rottenführer).

In dem Artikel wird von einer Mitgliedschaft in der Waffen-SS gesprochen, was niemals so stimmt. Die Männer der Waffen-SS waren Soldaten (Angehörige) der Waffen-SS und keine Mitglieder. Sie hatten kein Mitgliedsbuch, zahlten keine Mitgliedsbeiträge, sondern sie hatten ein Soldbuch (Wehrpaß) und wurden vom deutschen Staat besoldet (nicht von der Partei oder einer Gliederung!). Sie wurden nach der HDV (Heeresdienstvorschrift) hart ausgebildet und fast immer an Schwerpunkten der Front eingesetzt, was mir der Russe in der Gefangenschaft auch bestätigte. Schon deshalb hatte sie stets stärkere Verluste. Allein die Leibstandarte war im Westfeldzug vom 10. Mai bis 24. Juni 1940 insgesamt 26 verschiedene Kommandobehörden, von der Heeresgruppe bis zur Division, unterstellt und schwerpunktmäßig eingesetzt.

Die Waffen-SS ist aus der SS-Verfügungstruppe hervorgegangen. Der Name Waffen-SS wurde erst 1940 gebraucht. Erst Ende 1942 / Anfang 1943 wurden vor allem Soldaten von aufgelösten Luftwaffeneinheiten (Männer der Luftwaffenflak oder zum Beispiel von aufgelösten Musikzügen) zur Waffen-SS überstellt, die in der Truppe eingegliedert wurden und sich bewährten.

Heinrich Himmler (er wurde abschätzig "Reichsheini" genannt) hatte nicht die Fähigkeiten und Qualifikation, um die Truppe oder einen Truppenverband zu führen, wie es sich gegen Ende 1944 bis 1945 erwiesen hat. Für die Ausbildung, Erziehung und Einsatzbereitschaft waren erfahrene SS-Generale wie Hausser, Felix Steiner und andere bewährte Offiziere maßgebend.

Generale der Wehrmacht (Heer) hatten für die Waffen-SS ein Besichtigungsrecht, was auch oft wahrgenommen wurde.

In der Waffen-SS kämpften Tausende Freiwillige, besonders aus europäischen Ländern, was man nicht vergessen darf. Beim Endkampf um Berlin waren es mit französische Freiwillige, die dort unter anderen opfervoll und tapfer kämpften.

Aus dem Zweiten Weltkrieg sind nur 300000 Angehörige der Waffen-SS wieder heimgekehrt. Wie die Männer der Waffen-SS in der Gefangenschaft von den Alliierten und von der Roten Armee behandelt wurden, darüber könnte man manche Berichte schreiben, die keinesfalls ein Lobgesang auf die Sieger wären. Bedenken sollte man, daß die Masse der Soldaten erst 17 bis 19 Jahre alt und keinesfalls politisch beschlagen oder besonders geschult war. Sie war in diese Zeit als Schüler und Jugendliche hineingewachsen, was kaum bedacht wird.

Bemerkenswert, daß nach dem Krieg die Überlebenden dieser Truppe durch ihr berufliches Können, ihre Verläßlichkeit und Integrität in gehobenen und guten Positionen zu finden waren.

Hiermit hoffe ich, durch meine Hinweise Ihnen gedient zu haben, obwohl noch manches mehr zu sagen wäre.

Horst Mutterlose, Remscheid

 

Sehr gefreut
Betr.: "Die Spinnen die Schweizer" (Nr. 37)

Mit Spannung habe ich auf den Artikel über die Museums-Spinnerei Neuthal gewartet. Ich möchte Ihnen zum Artikel herzlich gratulieren und danken. Ich habe die Zeitung kurz meinen Kollegen, die gerade mit Revisionsarbeiten in der Spinnerei beschäftigt waren, gezeigt, auch sie freuten sich darüber. Godi Burlet,

Adetswil, Schweiz

 

Kein Stück Europa
Betr.: "Die Türkei bleibt draußen" (Nr. 37)

Die Türkei gehört auch nicht in die EU, was jedem klar ist, der nicht politische Zwecke verfolgt oder vor den Interessen der USA kuscht. Warum soll ein Staat um jeden Preis in die Union europäischer Staaten geholt werden, der kein europäischer ist und auf anderen kulturellen Grundlagen beruht. Um freundschaftliche und nachbarschaftliche Beziehungen zu pflegen, muß kein Staat in der EU sein. Hier ist ein Popanz aufgebaut worden, den es zu stürzen gilt, was die Rückkehr zur Realität bedeutet. 

Alfred de Terra, Stuttgart

 

Abitur im Lager
Betr.: "Hausarrest für ,Tyske Swin' - Ohne Schulabschluß aufgeschmissen" (Nr. 37)

Hierzu eine Richtigstellung: Eine meiner Klassenkameradinnen aus Königsberg sagt, im dänischen Lager Rye seien Abiturarbeiten geschrieben worden, die zur Beurteilung nach Lübeck gingen.

Dorothea Blankenagel, Duisburg

 

Ausgebeutet
Betr.: "Ausbeutung muß beendet werden" (Nr. 36)

Wir werden nicht nur von den Stromkonzernen ausgebeutet, aber sie bieten natürlich ein besonders krasses Beispiel unter vielen, den Staat eingeschlossen. Man muß auch nur auf die Benzinpreise sehen, um sich ausgenutzt und mißbraucht zu fühlen. Immer größere Konzerne beherrschen die Märkte und füllen im Rahmen der gelobten Globalisierung ihre Taschen. Da ist der bescheidene Bürger schon dankbar, wenn wenigstens einem Ausbeuter - den Stromkonzernen - sein Geschäft schwerer gemacht würde. Aber? 

Finn Bauer, Ingolstadt

 

Überwiegend dem Islam ergeben
Betr.: "Die Türkei bleibt draußen" (Nr. 37)

Ihr Artikel hat meine alten Bedenken über den Beitritt der Türkei zur EU erneut bestätigt. Die Mehrheit der türkischen Bevölkerung, abgesehen von manchen Menschen in den Großstädten der Westtürkei, ist dem Islam treu ergeben. Daran will auch die zur Zeit pragmatische Innenpolitik der türkischen Regierung nichts ändern. Auch die Einführung der lateinischen Schrift durch Atatürk hat dem strengen Glauben der Türken keinen Abbruch getan.

Was aber wird geschehen, wenn eines Tages eine westlich orientierte türkische Regierung von radikalen Fanatikern davongejagt wird und der Islam in der Türkei systematisch betrieben eine Wiederkehr - wie im Iran - erfährt? Nicht auszudenken, was dann aus Europa werden soll, wenn die Türkei vorher Mitglied der EU geworden sein sollte. Europa darf sich keine Fesseln anlegen! Die Türkei gehört aus geographischen, ethnologischen und kulturellen Gründen nicht in die Europäische Union. Selbst dann nicht, wenn Folter, Verfolgung von Kurden und Armeniern, Behinderung von Christen und Verbot von christlichem Kirchenbau in der Türkei der Vergangenheit angehören sollten.

Wolfgang Schuchert, Neustadt

 

Der Wahrheit verpflichtete Erlebnisberichte
Betr.: Zeitzeugenberichte

Ich gehöre zur Generation der Zeitzeugen, Jahrgang 1924, von denen bald niemand mehr Zeugnis ablegen kann. Der "Preußische Mediendienst" Ihrer Zeitung kann das Verdienst für sich in Anspruch nehmen, immer wieder auf literarische Beiträge aufmerksam zu machen, so daß viele künstlerisch gestaltete Erlebnisse, größtenteils der Wahrheit verpflichtet, aus der Kriegs-, Vorkriegs- und Nachkriegszeit nicht gänzlich in Vergessenheit geraten.

Über die Gefangenschaft ist schon viel geschrieben worden, besonders über die kaum vorstellbaren Zustände, Belastungen und die Leiden, denen die Gefangenen in Stalins Lagern ausgesetzt waren.

In dem kürzlich erschienenen Buch von Hein Mayer aus Wolfsburg unter dem Titel "Die Muse im Gulag", mit dem Untertitel "Überlebensstrategie gegen Hunger und Hoffnungslosigkeit", erzählt der Autor auf sehr amüsante Weise etwas über kaum bekannte Aktivitäten der sogenannte Kulturgruppe, die sich im Hauptlager Stalingrad zwischen 1950 und 1953 zur Aufgabe gemacht hatte, Mittel und Wege zu finden, um die Hoffnungslosigkeit der Lagerinsassen wenigstens zeitweise vergessen zu lassen. Wie es geschehen konnte, daß in jenem Lager nicht nur "Die Feuerzangenbowle", "Der zerbrochene Krug" und "Kabale und Liebe", sondern auch "Zar und Zimmermann", "Figaros Hochzeit" und sogar "Die Fledermaus" aufgeführt wurden, das erzählt Hein Mayer, selbst Leiter der Stalingrader Kulturgruppe, der Texter, Spielleiter und vor allem Hauptorganisator war, authentisch und spannend. Die ganze Grausamkeit und Sinnlosigkeit des Krieges an der Oderfront zwischen Januar und April 1945 läßt Christian Henrich Fürst zu Stolberg-Wernigerode lebendig werden in seinem Erlebnisbericht mit dem wenig aussagekräftigen Titel "Begegnungen diesseits von Oder und Neiße". Auf einer lange geplanten Reise besucht der Autor im Sommer 1997 die Ortschaften im Oderbruch, in deren Nähe die schwersten Kämpfe stattfanden, die er als junger Leutnant überlebte: Lebus, Klessin, Podelzig, Reitwein und andere. Fürst Stolberg war, wie er selbst schreibt, auf der Suche nach Antworten auf vergangenes und gegenwärtiges Geschehen. Seine Bewertungen, speziell an die jungen Leser gerichtet, runden das Buch ab. Der Autor wurde erst nach elf Jahren aus sowjetischer Gefangenschaft entlassen und starb 2001 im Alter von 79 Jahren.

Alfons Kuhn, Kassel

 

Freundlich, aber bestimmt mit Polen umgehen
Betr.: "Front gegen Warschau" (Nr. 37)

Für die Beziehungen mit Warschau empfehle ich Nüchternheit und Fakten neben der Betonung freundlicher und gutnachbarlicher Beziehungen des heutigen Deutschland zu den Bürgern Polens.

Zu den Fakten gehört neben der Dokumentation von Vertreibungsverbrechen sowie der Verurteilung von Vertreibungen als Verstößen gegen Menschen- und Völkerrecht natürlich auch eine historisch exakte Darstellung aller politischen Handlungen, die den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges begünstigten, was eben auch die eindeutig mittragende Rolle Polens einschließt.

Markus Zielke, Weil im Schönbuch

 

Korruptes Kartell aus Politikern, Medien und Reichen
Betr.: "Wirtschaft geht in die Knie" (Nr. 31)

In Deutschland ist die Demokratie zu einem System verkommen, das an Perfidität selbst die bisherigen kommunistischen Systeme weit in den Schatten stellt.

Dieses System besteht aus einem Dreierkartell der Reichen und Superreichen mit den sogenannten "etablierten" Parteien CDU/CSU, FDP, seit Schröder auch mit der SPD, mit den Grünen und mit der Mehrheit des deutschen Journalismus.

Die Reichen und Superreichen, die heute in Deutschland bestimmen, wo es langgeht, wollen mit allen Mitteln das Rad der Geschichte wieder zurückdrehen. Anstatt Wohlstand für alle sollen die vom gesamten Volke erwirtschafteten materiellen Werte wieder nur in die Taschen von einigen wenigen gelangen, und die übrige Mehrheit soll durch Brosamen abgespeist werden.

Damit dies gelingen kann, sind inzwischen fast alle entscheidenden Politiker der etablierten Parteien auf diesen Kurs des Großen Geldes gebracht worden.

Anstatt daß diese "Volksvertreter" darauf achten, daß das vom gesamten Volk erwirtschaftete Vermögen gerecht verteilt wird, besteht das Bestreben dieser politischen Klasse darin, den Besitz der Reichen und Superreichen durch entsprechende Gesetzgebung abzusichern und wo nur irgend möglich durch Umverteilung von arm nach reich noch zu mehren.

Den zweiten korrupten Handlanger in diesem üblen Spiel bilden die Medien, vornehmlich die sogenannten Kommentatoren und Wirtschaftsjournalisten, weil sie entweder selber zu der Reichen-Kaste gehören oder von dieser geschmiert worden sind.

Wie anders sonst ist es zu erklären, daß das Wahlvolk tagtäglich einem konzertierten Meinungsterror bis hin zur Gehirnwäsche ausgesetzt ist?

Dem Volk wird zum Beispiel penetrant immer wieder weisgemacht, daß Arbeitszeitverlängerungen, Lohnverzichte und Sozialabbau hier in Deutschland zusätzliche sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze schaffen würden.

Die Wirklichkeit hat jedoch längst bewiesen, daß nichts davon wahr ist.

Vielmehr bedeutet eine Erhöhung der regulären Wochenarbeitsstunden bei nicht vorhandener Umsatzausweitung einen zusätzlichen Abbau von Arbeitsplätzen.

Lohnverzichte und Sozialabbau sind hier in Deutschland reine Umverteilung in die Taschen der Reichen (siehe Ackermann und Konsorten).

Um all diese Lügen seriös erscheinen zu lassen, nehmen sich die bereits erwähnten Medienvertreter sogenannte "Experten" zu Hilfe.

Diese Leute mit meist irgendwelchen sie als angebliche Experten ausweisenden Professorentiteln kommen dann von irgendwelchen Instituten, die von Arbeitgeberverbänden bezahlt werden oder sie stammen aus sonstigen Dunstkreisen des Großen Geldes. Auch hier kann man doch nur sagen: wes' Brot ich esse, des' Lied ich singe!

Wie eng verflochten das korrupte Kartell aus Reichtum, Politik und Journalismus ist, kann der für dumm verkaufte Bürger immer wieder bei deren rauschenden Kaviar- und Champagnerfesten oder konspirativen Zusammenkünften in Augenschein nehmen.

Die Korruption in diesem Staate zieht sich mittlerweile durch alle politischen Ebenen, die Medien und auch durch unsere anderen sogenannten Eliten.

Wie ein Krebsgeschwür haben sich überall Seilschaften herausgebildet mit fast mafiösem Charakter.

Bei dem Machtgerangel innerhalb dieser Gruppen geht es nur noch darum, wer die Positionen der Paten einnehmen kann.

Dieter Schmekies, Bad Vilbel

 

Nie deutsches Ziel
Betr.: "Der Libanoneinsatz ist keine Premiere" (Nr. 37)

Der Satz "Vier Jahre später war die deutsche Marine jedoch noch lange nicht der britischen gewachsen. Auch der Versuch von Karl Dönitz, die Unterlegenheit auf See durch massiven U-Boot-Einsatz wettzumachen, brachte nicht die ersehnte Wende" gibt einen falschen Eindruck hinsichtlich der Stärke der Kriegsmarine und deren Zielen gegenüber der britischen wieder.

Es war nie ein Gedanke, der britischen Marine eine gleichstarke deutsche gegenüberzustellen, und die Unterlegenheit durch massiven U-Boot-Einsatz wettzumachen.

Der U-Boot-Einsatz richtete sich primär darauf, den Gütertransport nach Großbritannien so zu schädigen, daß die Kampfkraft der Engländer kriegsentscheidend geschwächt werden konnte.

Volkhard Thom, Hamburg


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