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11.11.06 / Alles "Gauner" / Englische Stimmung gegen EU-Neulinge

© Preußische Allgemeine Zeitung / 11. November 2006

Alles "Gauner"
Englische Stimmung gegen EU-Neulinge
von Ernst Kulcsar

Noch bevor Bulgarien und Rumänien überhaupt EU-Mitglieder sind, begrüßt sie die englische Presse nicht mit Freudenschüssen, sondern mit ganzen Breitseiten aus Schlammkanonen. Besonders "The Sun" hat sich regelrecht auf die ungeliebten Neulinge eingeschossen und berichtet ein Schauermärchen nach dem anderen. Wer solche "Gauner" (The Sun) in sein Haus lasse, könne nicht bei klarem Verstand sein, so die Grundaussage. Hätten doch "rumänische Banden", so das Blatt, zwischen "80 und 85 Prozent" der Diebstähle aus Bankautomaten (65,8 Millionen britische Pfund im Jahr 2005) begangen. Dieses "erschütternde Bild" offenbare ein Geheimbericht an die britische Regierung, welcher der Zeitung vorläge. Dieser Bericht warne auch vor einer Invasion rumänischer und bulgarischer Gauner, was zum "Anwachsen der Gewalt auf den Straßen, des Menschenhandels und der Steuerhinterziehung" führen werde. Den Bericht sollen Minister Liam Byrne und Staatsminister Geoff Hoon dem britischen Premier vorgelegt haben; Zusammenfassungen seien an die Leiter des "MI 5" und von "Scotland Yard" geschickt worden. Die Downing Street schweigt.

Die rumänische Tageszeitung "Gandul" (Der Gedanke) wartete ihrerseits mit Zahlen auf, die sie von der britischen Interpol erhaltenen haben will. Diese Zahlen verweisen die Behauptungen der "Sun" in die Realität von Grimms Märchen. So verlangte die internationale Polizeibehörde seit Jahresbeginn von der rumänischen Polizei lediglich die Überprüfung von 38 diverser Delikte beschuldigter Rumänen. Ein einziger Rumäne sei ausgewiesen worden. Die Londoner "Interpol" habe noch zwei Fälle von schwerem Raub zu verfolgen, einen Diebstahl, eine Hehlerei und drei Fälschungsdelikte. 2004 seien insgesamt 1577 Rumänen in ihr Land zurückgeschickt worden, hingegen waren es in den ersten neun Monaten 2006 nur 673 Personen.

Es muß wohl allen EU-Politikern klar gewesen sein, daß man mit Rumänen und Bulgaren keine Säulenheilige in die EU holt, denn sogar der Bericht der rumänischen Polizei läßt die Ordnungshüter in Europa nicht gerade ruhig schlafen: Wie die Zeitung "Adevarul" (Die Wahrheit) berichtet, hat in diesem Jahr 7640 mal das organisierte Verbrechen zugeschlagen, und obwohl fast 430 Banden zerschlagen wurden, stieg die Anzahl der Straftaten gegenüber 2005 um zwölf Prozent; von den 5425 untersuchten Personen wanderten 1096 hinter schwedische Gardinen. Die rumänischen Drogenfahnder stellten mehr als 700 Kilogramm Rauschmittel sicher. Hingegen gab es bereits das zweite Jahr aufeinanderfolgend keine Auftragsmorde. Die Anzahl der Gewalttaten ging um neun Prozent zurück, allerdings steigerte sich die Wirtschaftskriminalität um fast 23 Prozent und stieg auf 70000 Delikte. Gewonnen hat allerdings die Idee des EU-weiten Wettbewerbs: Wer lügt am Überzeugendsten?


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