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25.11.06 / Viele bekannte Melodien

© Preußische Allgemeine Zeitung / 25. November 2006

Viele bekannte Melodien

Der "Deutschen Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen" in Berlin wurde der Nachlaß von Michael Jary, einem der erfolgreichsten deutschen Schlager- und Tonfilmkomponisten des 20. Jahrhunderts, übergeben. Jary hat unzählige Hits der 1930er bis 1950er Jahre geschrieben, darunter "Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern" und "Das machen nur die Beine von Dolores".

Seine Melodien sind heute noch bekannt, der Mann dahinter kaum mehr: Michael Jary wurde 1906 als Max Michael Jarczyk in Oberschlesien geboren, 1930 ging er nach Berlin zur klassischen Ausbildung an die Staatliche Hochschule für Musik. Er besuchte die Klassen von Paul Hindemith und Arnold Schönberg und begann Zwölftonmusik zu komponieren. Auf einem Hochschulkonzert 1933 wurde seine Komposition vom "Kampfbund für deutsche Kultur" als "undeutsches Gestammel" diffamiert. Daraufhin nannte er sich Michael Jary, sattelte von der klassischen in die Unterhaltungsmusik um und arbeitete ab 1937 regelmäßig für den Film.

Michael Jary bildete mit dem Texter Bruno Balz ein Erfolgsduo, das für Zarah Leander Titel wie "Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen" aus dem Film "Die große Liebe" (Regie Rolf Hansen, 1942) produzierte.

In der Nachkriegszeit wurde seine Karriere nicht unterbrochen, er etablierte unter anderem Evelyn Künneke als Schlagersängerin und wurde mit seiner Musik für Revuefilme wie "Die Dritte von rechts" (Regie Geza von Cziffra, 1950) und dem für Heidi Brühl komponierten Ohrwurm "Wir wollen niemals auseinander gehn" zum Schlagerkönig. 1988 starb Jary in München.

Seine Tochter Micaela Jary hat nun der "Deutschen Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen" den Nachlaß ihres Vaters geschenkt. Es handelt sich vorwiegend um Fotos, persönliche Dokumente, Notenblätter und dreidimensionale Objekte. pm

"Michael Jary. 1906-1988. Der Nachlaß", ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr im Filmhaus am Potsdamer Platz, Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin, zu sehen, Eintritt frei, bis 14. Januar.


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