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02.12.06 / "Künstler helfen Künstlern": Ein beispielhafter Verein und seine segensreichen Aktivitäten

© Preußische Allgemeine Zeitung / 02. Dezember 2006

"Künstler helfen Künstlern": Ein beispielhafter Verein und seine segensreichen Aktivitäten

Im Jahr 1949 beschloß die aus Hannover stammende Kammerschauspielerin Hilde Wagener (1904-1992) mit der Unterstützung einiger Freunde, eine Selbsthilfegruppe für in Not geratene Kollegen zu gründen. 2000 Bühnenkünstler suchten damals ein Engagement.

Dies war die Geburtsstunde des Vereins "Künstler helfen Künstlern". Aus einem finanziellen Fonds, der durch Subventionen, Spenden und Benefizveranstaltungen wuchs, wurde bedürftigen Künstlern geholfen, beispielsweise auch bei Umschulungen. Der Erfolg ermunterte Hilde Wagener, auch an ein Altersheim für Künstler zu denken. Am 19. Mai 1965 fand die offizielle Eröffnung in der Badener Weilburgstraße 13 A statt.

Wer seitdem als Pensionär wie etwa Hans Holt oder Rosa Albach-Retty, die Großmutter Romy Schneiders, dort gelebt oder als Gast die Atmosphäre geschnuppert hat, ist in einer Chronik festgehalten. Zu den Vorstandsmitgliedern gehören unter anderem Michael Heltau, Fritz Muliar oder Elfriede Ott.

Einst als k. u. k. Militär-Genesungsheim in Baden bei Wien errichtet, vermittelt das Hilde Wagener-Künstlerheim auch heute noch das Flair der Jahrhundertwende. 30 Einzelzimmer und vier Appartements bilden einen stilvollen Alterswohnsitz. Neben der kultivierten Atmosphäre zeichnet sich das Hilde Wagener-Künstlerheim vor allem durch seine individuelle, persönliche Betreuung aus. Neben der Leiterin, einer Hausdame, dem Küchen- und Reinigungspersonal versehen auch zwei Diplomkrankenschwestern ihren Dienst, um optimale Betreuung auch bei Krankheit zu garantieren. Geführt wird das Künstlerheim nach sozialen Gesichtspunkten. Vorübergehend können auch Gäste aufgenommen werden.

Das attraktive Gebäude des ehemaligen k. u. k. Militiär-Genesungsheimes im wunderschönen Teil der Kurstadt, umgeben von einem kleinen Garten, bietet mit seinen gemütlichen Einzelzimmern und Appartements Bühnenkünstlern und deren Angehörigen ein äußerst ansprechendes Wohnambiente. Ein eleganter Salon mit anschließender Bibliothek, ein Wintergarten und der gepflegte Speisesaal schaffen die besondere Atmosphäre, die den Bewohnern des Hauses den Lebensabend so angenehm wie möglich machen soll.

Am 11. August 2006 feierte das Haus in der Weilburgstraße 13 A, in welchem das Künstlerheim seit 41 Jahren beherbergt ist, seinen 100. Geburtstag. Zu diesem Jubiläum regte die Präsidentin von "Künstler helfen Künstlern", Lotte Tobisch-Labotyn, an, die Geschichte von Haus und Verein aufzuarbeiten und als Buch herauszugeben. Entstanden ist eine 270 Seiten umfassende, reich bebilderte und von Michael Fritthum verfaßte Chronik, die im Kral Verlag, Berndorf, erschienen ist: "Von k. u. k. zu KhK" (29,90 Euro).

Das Wiener Büro befindet sich am Ballhausplatz 1. Dort kümmert sich Anneliese Fritthum seit 2001 als Geschäftsführerin um die Belange des Vereins. Sie weiß die Zusammenarbeit mit Lotte Tobisch-Labotyn, "ihre offene Art, ihre Loyalität" zu schätzen: "Sie kann Menschen helfen und tut es."


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