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03.02.07 / Weiße Farmer sollen helfen / Rettung vor wirtschaftlichem Niedergang: Simbabwe will enteignete Landwirte wieder zurückholen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 05-07 vom 03. Februar 2007

Weiße Farmer sollen helfen
Rettung vor wirtschaftlichem Niedergang: Simbabwe will enteignete Landwirte wieder zurückholen
von H.-J. von Leesen

Kürzlich konnte man in der in Harare, der Hauptstadt der südafrikanischen Republik Simbabwe, erscheinenden Zeitung "The Herald" lesen, daß die Regierung die Absicht habe, weißen Farmern, sofern sie bewiesen hätten, daß sie bereit seien, mit der Regierung zusammenzuarbeiten, ihre enteigneten Farmen zurückzugeben. Die Provinzregierungen seien angewiesen worden, die Namen solcher "gutwilligen" Weißen festzustellen. Ein Senator lobhudelt der Regierung, daß sie damit einen "Akt der Weisheit" gezeigt und bewiesen habe, daß sie eine verantwortungsbewußte Regierung sei.

Simbabwe wurde, als das Land noch Rhodesien hieß, als die "Schweiz Südafrikas" gerühmt; dort blühte die Wirtschaft, und der allgemeine Wohlstand übertraf den vieler benachbarter Länder. Dann kam die Zeit der Entkolonialisierung. Unter dem Druck Großbritanniens, der USA und des linken Lagers in Europa mußte die damals weiße Regierung den Grundsatz einer schwarzen Mehrheitsregierung anerkennen. Die zunächst den Weißen zugesicherten Abgeordnetensitze im Parlament wurden 1987 abgeschafft. Inzwischen regiert diktatorisch die marxistische ZANU-Partei unter ihrem Vorsitzenden Robert Mugabe, der seit 20 Jahren Präsident des Landes ist.

1990 beschloß er eine "Landreform" die auch heute noch im deutschen Fernsehen als "Wiedergutmachung" dafür bezeichnet wird, daß der größte Teil der Farmen in der Hand der Weißen war, die das Land urbar gemacht haben. Seitdem wurden 4000 Farmen enteignet und in Staatseigentum überführt. Eine Entschädigung für das Land bekamen die Farmer nicht; lediglich für die landwirtschaftlichen Maschinen erhielten sie einen Preis weit unter Wert. Nicht wenige wurden mit Gewalt vertrieben. Die Farmen wurden Schwarzen übergeben.

Die Folgen waren katastrophal. Die Produktion von landwirtschaftlichen Gütern sank unaufhaltsam. Hungersnöte breiteten sich aus. Im Dezember 2006 war die Inflation auf 1281,1 Prozent gestiegen. Die Arbeitslosenquote stieg 2005 auf 80 Prozent. Die enteigneten weißen Farmer wichen meist in die Nachbarländer aus in der Hoffnung, daß irgendwann der Wahnsinn ein Ende hat und sie wieder in den Besitz ihrer Farmen gelangen.

Tatsächlich schien sich bei der Regierung die Einsicht zu verbreiten, daß es ohne die Weißen nicht geht. Im vorigen Jahr wurde tatsächlich die Möglichkeit eröffnet, daß die Farmer als Angestellte wieder auf ihre enteigneten Farmen zurückkehren dürfen. Davon machten verständlicherweise nur wenige Gebrauch. Jetzt will man offenbar angesichts des totalen Zusammenbruchs vor allem der landwirtschaftlichen Produktion großzügiger sein. Allerdings ist bislang nicht bekannt, unter welchen Bedingungen die Farmer wieder in den Besitz ihres Eigentums gelangen. Schlimmes läßt die Bedingung ahnen, nur solche Farmer bekämen ihr Land zurück, die "guten Willen" gezeigt hätten und bereit seien, mit der Regierung zusammenzuarbeiten.

Die bis 2004, wenn auch in kleinsten Schritten, gewachsene Wirtschaft schrumpfte in der jüngsten Vergangenheit um sieben Prozent. 90 Prozent der Simbabwer vegetieren unterhalb der Armutsgrenze. Bis Ende 2005 flohen 25 Prozent aller Simbabwer ins benachbarte Ausland. Um das Land zu "reinigen", so der zynische Ausdruck der Regierung, ließ die marxistische Regierung in den vergangenen Jahren Bewohner der Slums, die Straßenkinder und die Straßenhändler verhaften oder mindestens vertreiben - nach Uno Angaben zirka 700000 - ohne daß dadurch deren Notlage verbessert worden wäre. Angebote der Uno von Hilfslieferungen für die verelendende Bevölkerung lehnte die Regierung ab. Und um das Elend auf die Spitze zu treiben, ist inzwischen ein Drittel der Bevölkerung mit Aids infiziert.

Die schwache politische Opposition ist zerstritten. Demonstrationen gegen Regierungsmaßnahmen werden von den Sicherheitskräften mit Gewalt unterbunden. An der Wahl zum Senat 2005, die einen überwältigenden Sieg der regierenden ZANU-Partei ergab, nahmen nicht einmal 20 Prozent der Wahlberechtigten teil.

Und während von der Apartheidpolitik des früheren Südafrika seinerzeit die Medien Europas und Amerikas widerhallten, ist von den grauenhaften Zuständen im entkolonialisierten, jetzt marxistischen Simbabwe kaum die Rede.


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