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03.02.07 / ZITATE

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 05-07 vom 03. Februar 2007

ZITATE

Mit der Einführung von "Bachelor"- und "Master"-Abschlüssen (kurz: BA und MA) statt der alten deutschen Studienabschlüsse sollten die deutschen Unis aufgewertet und "internationalisiert" werden. Die Romanistin Barbara Vinken, die auch in Yale gelehrt hat, entlarvt das im "Focus" vom 29. Januar als Schnapsidee:

"Mit den BA/MA-Abschlüssen orientiert sich die deutsche Hochschulpolitik am romanischen Universitätssystem, das nicht mal ich als Romanistin gut finden kann. Wir wollten nach Harvard, de facto sind wir nach Neapel gegangen. Und das ohne wirklichen Grund. Nur aus der blödsinnigen bürokratischen Idee heraus, daß alle Nudeln in Europa gleich lang sein müssen."

 

Der Unternehmer Werner Kieser spricht sich in der "Deutschen Sprachwelt" (Januarausgabe) gegen die ungeprüfte Übernahme englischer Begriffe in die deutsche Sprache aus:

"Wer sich auch nur etwas auskennt in sprachlichen Dingen, weiß, wie problematisch das Übersetzen ist ... Mir kommt das manchmal so vor, als versuche man, eine Schraube mit Millimetergewinde in eine Mutter mit englischem Zollgewinde zu drehen. Auf gut Deutsch nennt man das Murks."

 

Die Wiedererweckerinnen

Tote wiederzubeleben
gilt als lobenswertes Tun,
und auch Ähndschies hehres Streben
geht in diese Richtung nun:

Unbestattet liegt ja weiter
die Eh-Uh-Verfassung rum,
grade recht - und das stimmt heiter -
für ein kleines Praktikum!

Aber in dieselbe Szene
drängt - dem Namen nach royal -
neuerdings die Segolehne,
Frankreichs Qual schon vor der Wahl.

Ob die Damen harmonieren
bei dem Neubelebungs-Akt?
Oder läuft das Animieren
deutsch-französisch aus dem Takt?

Nun, es herrscht für gute Taten
nie ein Mangel am Objekt,
und wie unschwer zu erraten,
hat es Ähndschie schnell entdeckt:

In Nahost und nah zum Greifen
gibt es neben argem Streß
den genetisch reglos steifen
Friedens-oder-was-Prozeß!

Den Kadaver wachzuküssen
scheint zwar reichlich nekrophil,
doch die Mühsal ist ein Müssen,
weil auch Kondolieses Ziel.

Was die zwei wohl ausprobieren?
Wer sie kennt, der ahnt es schon:
Defibri-blabla-brillieren -
aber leider kommt kein Ton.

Also plagen sich die beiden
mit Beatmung Mund zu Mund -
seht nur, wie dabei sie leiden:
Ihre Lippen sind schon wund.

Bei der Herzmassage schließlich
offenbart sich das Malheur:
Wo kein Herz war - echt verdrießlich -
scheitert jeder Herzmasseur!

Pannonicus


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