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28.04.07 / Muslime wollen vereint antreten

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 17-07 vom 28. April 2007

Muslime wollen vereint antreten

Darmstadt - Als "großen Fortschritt" für die Integration der Muslime in Deutschland hat der hessen-nassauische Kirchenpräsident Peter Steinacker den Ende März gegründeten Islamischen Koordinierungsrat bezeichnet. Zu dem Rat gehören vier Verbände, die einen traditionellen, konservativen Islam vertreten. Dieser Zusammenschluß könne "eine wichtige, befriedende Rolle als Vermittler zwischen dem westlichen und dem islamischen Kulturkreis insbesondere angesichts des weltweiten islamistischen Terrors übernehmen", so Steinacker. Der Koordinierungsrat werde auch liberale Muslime veranlassen, sich besser zu organisieren. Nach Ansicht des Kirchenpräsidenten muß geklärt werden, wie viele Muslime der Rat vertritt und wie es um die innere Ablösung von den Behörden der Heimatländer steht. Der Koordinierungsrat fordert eine rechtliche Gleichstellung des Islam mit den beiden großen Kirchen in Deutschland. "Wir wollen in der deutschen Rechtsordnung als Religionsgemeinschaft anerkannt werden", erklärte der Sprecher des Rates, Ayyub Köhler. Ein vordringliches Ziel sei es, den Religionsunterricht für Muslime an deutschen Schulen zu verankern. Nach Angaben von Köhler vertritt der Koordinierungsrat "schätzungsweise 85 Prozent" der Moscheegemeinden hierzulande.

Der Dialogbeauftragte des Rates, Bekir Alboga, wünscht sich eine Einbindung dieses Zusammenschlusses in die Aufsichtsgremien der Rundfunkanstalten. Die Islam-Beauftragte der SPD, Lale Akgün, sieht den Koordinierungsrat kritisch. Die darin zusammengeschlossenen Verbände verträten einen "sehr konservativen Islam". Dort sei kein Platz für liberale Ansichten. idea


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