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28.04.07 / Endlosdebatte / 37. Deutsch-Polnische Schulbuchkommission

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 17-07 vom 28. April 2007

Endlosdebatte
37. Deutsch-Polnische Schulbuchkommission
von Karlheinz Lau

Kurz nach ihrem 35. Geburtstag findet vom 31. Mai bis 2. Juni 2007 die 37. Konferenz der gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission in Berlin statt. Sie behandelt das Thema "Ostpolitiken Deutschlands und Polens". Hinter dieser Formulierung verbergen sich Beiträge polnischer und deutscher Historiker und Geographen zum wechselvollen Verhältnis der Polen zu den beiden großen Nachbarn Rußland und Deutschland, bekanntlich seit der Zeit der Teilungen bis heute ein Trauma für viele Polen.

"Die historischen polnischen Ostgebiete im Bewußtsein der Polen" ist für uns Deutsche mit Blick auf die eigenen verlorenen Ostprovinzen von besonderem Interesse. Ein Thema lautet "Die verlorenen Gebiete im deutschen Geographieschulbuch nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg". Es wird der Bogen vom Versailler Vertrag 1919 bis zum Grenzvertrag 1990 gespannt. Schulbücher müssen durch die Kultusministerien der Länder für die Benutzung im Unterricht zugelassen werden. Die Verlage wollen ihre Produkte verkaufen, also müssen sich die Lehrwerke an den Lehrplänen orientieren; der Leser erfährt also, wie gründlich oder weniger gründlich der Unterrichtsgegenstand behandelt werden muß. Dabei darf nicht übersehen werden, daß Schulbücher generell auch darüber Auskunft geben können, wie der oft beschworene Zeitgeist in einer Gesellschaft bestimmte Themen behandelt und beurteilt. Gerade am Beispiel des deutsch-polnischen Verhältnisses läßt sich das belegen, wenn man an die Endlosdebatte über die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie als endgültige deutsch-polnische Grenze denkt. So hat das Land Bremen bereits in den 70er Jahren für seine Schulatlanten diese Grenze anerkannt. Nordrhein-Westfalen verfolgte eine ähnliche Linie. Aber auch in den großen demokratischen Parteien der alten Bundesrepublik war lange vor der politischen Wende diese Tendenz immer stärker spürbar. Man darf gespannt sein, wie das historische Ostdeutschland als untrennbarer Teil der deutschen Kultur- und Geschichtslandschaft und die polnische Gegenwart seit 1945 mit ihren jeweiligen prägenden und die Kulturlandschaften gestaltenden Kräften von deutschen Referenten dargestellt werden. Ohne Zweifel wird das Signalwirkung auf Schulbücher und damit auf den Unterricht an den Schulen in Deutschland haben.


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