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28.04.07 / Baumeister und Theoretiker

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 17-07 vom 28. April 2007

Baumeister und Theoretiker

Er zählt neben Karl Friedrich Schinkel zu den bedeutendsten deutschen Architekten des 19. Jahrhunderts: Gottfried Semper. Der Hamburger war aber nicht nur genialer Schöpfer monumentaler Großbauten, sondern auch ein umfassender Theoretiker, auf den sich noch heute Architekten berufen. Aus Anlaß seines 200. Geburtstages hatte die Technische Universität Dresden im November 2003 zu einem internationalen Kolloquium geladen. Dort tauschten sich Semper-Forscher aus aller Welt über das Wirken des Architekten und seinen Einfluß auf Europa aus. Ein Großteil der Kolloquiumsbeiträge findet sich in dem von Henrik Karge herausgegebenen Band "Gottfried Semper - Dresden und Europa; Die moderne Renaissance der Künste" (Deutscher Kunstverlag, München 2007, 392 Seiten, mit 24 Farb- und 150 sw Abbildungen, geb., 48 Euro). Drei zusätzliche Beiträge runden das Bild ab. Die Abbildungen geben einen Überblick über die Bauten Sempers in Dresden, wobei die Oper zu seinen heute bekanntesten zählt, trägt sie doch auch seinen Namen.

Die Wirren und Unbilden des 20. Jahrhunderts brachten es mit sich, daß nicht allzu viele Bauten Sempers die Zeiten wohlbehalten überstanden. Erhalten oder auch rekonstruiert sind neben der berühmten Semperoper etwa der Cholera-Brunnen von 1843 in Dresden oder das Denkmal für König Friedrich August I., das sich ursprünglich innerhalb des Zwingers befand und später neben dem Japanischen Palais aufgestellt wurde, sowie die Gemäldegalerie am Zwinger, heute meist Sempergalerie genannt.

Gottfried Semper war es auch, der eine neue Idee für Museen schuf: das Kunstmuseum als Palast, eine Konzeption, die bald weite Verbreitung fand.

Neben den Großbauten, die Semper konzipierte, entwarf der Vielseitige auch kunstgewerbliche Gegenstände wie Prunkvasen aus Meißner Porzellan und Tafelaufsätze oder aber auch einen Taktstock aus Elfenbein für seinen Freund, den Komponisten Richard Wagner. Gottfried Semper starb am 15. Mai 1879 in Rom, wohin er sich aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen hatte. SiS


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