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26.05.07 / Polen im Wandel / Lebendige Reisereportagen über Breslau, Krakau und mehr

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 21-07 vom 26. Mai 2007

Polen im Wandel
Lebendige Reisereportagen über Breslau, Krakau und mehr

Daß den Deutschen Spanien, Italien und Griechenland näher liegen als Polen, liegt nicht nur an den vielen Jahren des Eisernen Vorhanges. Die Deutschen pflegen ihre Vorurteile über den größten östlichen Nachbarn, und wenn auch so manches Vorurteil irgendwann einmal nicht ganz ohne Grund entstanden ist, so vollzog sich gerade in Polen ein enormer Wandel, der Land und Leute verändert hat.

Dieses Land und diese Leute haben sich die Autoren Uwe Rada und Inka Schwand näher angeschaut. Dabei stellten sie fest, daß sich dort viel getan hat.

"Noch vor einigen Jahren galt Breslau als Sehnsuchtsort für Nostalgiker und Heimwehtouristen. In den Hotels an der Pilsudski Straße waren die Senioren in der Mehrheit ..." Jetzt sei die Stadt allerdings so modern und weltoffen geworden, daß selbst jüngere Deutsche ohne eigenen Bezug die Stadt erkunden wollten. Und auch die Polen seien entkrampfter geworden und würden den alten und neuen Namen ihrer Stadt gleichermaßen akzeptieren. Überhaupt würde in immer mehr polnischen Städten die deutsche Vergangenheit erforscht ... und vermarktet.

"Die deutsche Vergangenheit der pommerschen Küste, nach 1945 noch verdrängt, verschwiegen und aus den Grabsteinen gemeißelt, ist längst zu einer Herausforderung für polnische Heimatkundler, Historiker und Stadtväter geworden. Und zu einem überzeugenden Argument für die Touristiker."

Aber auch die Identifikation mit der deutschen Vergangenheit würde sich allmählich durchsetzen. "Wenn ich sage, ich bin stolz auf die Breslauer Nobelpreisträger, weiß ich, daß es zwölf Deutsche und Juden waren, aber kein einziger Pole", so der Direktor des Stadtmuseums. Doch sie seien wie er Schlesier, und das sei das verbindende Element.

Das Autorenduo entdeckt Polen auf eine erfrischende Weise neu und verwebt Gegenwart und Vergangenheit eng miteinander. "Es gibt Städte, die leben als Legende länger als sie tatsächlich existieren. Vineta ist ein solcher Mythos, auch Atlantis und natürlich Pompeji. Doch warum in die Ferne schweifen, wo die Legenden vor der Haustür liegen - nämlich eine reichliche Bahnstunde von Berlin entfernt in Kostrzyn an der Mündung der Warthe in die Oder." Und das Küstrin der Gegenwart weiß auch, in welche Richtung es sich orientiert. "Was der Bürgermeister von Kostrzyn davon hält? Der sagte sehr sybillinisch: Nach Warschau geht pro Tag ein Zug, nach Berlin fahren sie stündlich."

Ob die Schönheit Krakaus, das quirlige Flair von Stettin, die Vielseitigkeit Warschaus oder die Stille von Bielinek; lebendige Reisereportagen machen neugierig auf dieses neue Polen. Doch Achtung: "Polen hin und weg - Kurztrips zum Nachbarn" ist kein Reiseführer mit Restauranttips, gesonderten Sehenswürdigkeitshinweisen und ähnlichem, es handelt sich hier "nur" um Berichte. Bel

Uwe Rada, Inka Schwand: "Polen hin und weg - Kurztrips zum Nachbarn", edition q, Berlin 2007, broschiert, 142 Seiten, 9,90 Euro, Best.-Nr. 6179


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