28.01.2022

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08.09.07 / Von einer Hetzjagd keine Spur / Staatsanwaltschaft klärt die Vorgänge in Mügeln – Wie sich die Linke informiert

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 36-07 vom 08. September 2007

Von einer Hetzjagd keine Spur
Staatsanwaltschaft klärt die Vorgänge in Mügeln – Wie sich die Linke informiert
von Klaus Apfelbaum

Nachrichten dieser Art drohen leicht unterzugehen, deshalb: Die Staatsanwaltschaft in Leipzig hat in dieser Woche festgestellt, daß sie nach der Vernehmung von 125 Zeugen keine Anhaltspunkte für eine „Hetzjagd“ auf acht indische Besucher eines Stadtfestes in Mügeln gefunden hat. Die Inder hätten sich nach einer Prügelei vom Festzelt in eine schräg gegenüberliegende Pizzeria eines Beteiligten geflüchtet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem gegen zwölf Männer aus Mügeln und Umgebung im Alter von 17 bis 35 Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruchs und Volksverhetzung; bei keinem gibt es Hinweise auf Vorstrafen wegen rechtsextremistischer Vergehen. Im Zuge der Schlägerei zwischen deutschen und indischen Besuchern des Stadtfestes, deren Ausbruch noch nicht geklärt ist, seien fremdenfeindliche Äußerungen einzelner gefallen.

Vor allem linksextreme Kritiker und willfährige Politiker hatten nach der Festzelt-Prügelei ohne genauere Wahrnehmung der Abläufe die Täter als Rechtsextremisten abgestempelt und die sächsische Kleinstadt in ein neonazistisches Umfeld gestellt.

Solche Faktendefizite werden ganz bewußt zur Stimmungsmache eingesetzt,  wie jetzt gegen die Bürger von Mügeln. Die Linksextremen und die Antifa-Gruppen selbst sind hingegen meist bestens im Bilde; sie verfügen inzwischen über schnelle Informationsmedien wie etwa den Internet-Dienst „indymedia.org“, die bis ins Detail gehen können. Eine Leseprobe dazu geben die schweren Krawalle im Kopenhagener Stadtteil Nörrebro um das vor einem halben Jahr geräumte alternative Kulturzentrum Ungdomshus her. Schon am Morgen nach den schweren Ausschreitungen mit 1000 Vermummten konnten sich Interessierte über die Vorgänge in der Nacht zum letzten Sonnabend zwischen 23.03 und 3.42 Uhr informieren, in allen Einzelheiten. Der Internetdienst hatte das Minutenprotokoll eines dänischen Gewährsmannes eilig übersetzt – allerdings ohne jede Distanzierung zu den schweren Straftaten auf den Straßen Kopenhagens. Die Autonomen, die in der Vergangenheit auch von Gleichgesinnten aus Deutschland unterstützt worden waren, hatten diesem Bericht zufolge Polizisten gezielt mit Molotow-Cocktails angegriffen, Polizeifahrzeuge zerstört, Barrikaden errichtet und Feuer gelegt, die Stromversorgung sabotiert. Die Plünderungen etlicher Geschäfte wollte der Untergrund-Reporter Zaungästen in die Schuhe schieben.

Der sehr detaillierte Bericht vom Tatort Kopenhagen beschreibt auch, daß die Ausschreitungen exakt vorbereitet waren: „23.38 Uhr. Öltonnen mit brennbarer Flüssigkeit werden auf das Runddel (der umkämpfte Platz) herausgeholt und angezündet.“ Ein Augenzeuge nennt das Bild „effektvoll“; die Flammen schlagen bis zu fünf Meter hoch. Es gab auch Taktik-Änderungen. Der dänische „Reporter“: „2.12 Uhr. Es gibt Gerüchte zwischen den Aktivisten, daß Feuer und Barrikaden in der Stengade früher am Abend von lokalen Einwandererjugendlichen gestoppt wurden. Sie wünschten keinen Ärger in dem Gebiet, welches sie als ihres auffassen, und sie baten die Aktivisten darum zu verschwinden.“ Die linken Randalierer akzeptierten diesen Platzverweis und zogen in andere Straßen, wie der Fortgang zeigte. Die schweren Straftaten in Kopenhagen thematisierte der Bericht nicht – linke Gewalt zählt offenbar nicht viel.

Anders in Mügeln – dort waren die Vorfälle überdramatisiert worden. Jetzt, da der wirkliche Ablauf ans Licht gekommen ist, interessiert sich der Internet-Dienst dafür nicht mehr; einen Nachtrag zu den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft über Mügeln sucht man vergebens. (Siehe auch Kolumne auf Seite 8)


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