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08.09.07 / Streitpunkt Enkel / Erziehung ist nicht Sache der Großeltern

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 36-07 vom 08. September 2007

Streitpunkt Enkel
Erziehung ist nicht Sache der Großeltern

Viele erwachsene Kinder fühlen sich von ihren Eltern nicht ernstgenommen. Häufig spitzen sich solche Konflikte zu, wenn es um die Erziehung der Enkelkinder geht. „Manche Eltern haben zum Beispiel das Gefühl, daß die Großeltern ihre Regeln hintertreiben“, sagt Helga Gürtler, Autorin des Ratgebers „Kinder lieben Großeltern“.

Solche Konflikte sollte man ansprechen, bevor sich negative Gefühle aufstauen. „Dabei muß klar sein, daß die Eltern die Richtlinien der Erziehung vorgeben“, sagt Gürtler. Großeltern dürften zwar in einigen Dingen nachgiebiger sein, die Enkel müßten dies aber als Ausnahme verstehen können.

Ein häufiger Streitpunkt zwischen Eltern und Großeltern ist das Thema Geschenke. Oft wird die ältere Generation als zu freigiebig empfunden oder die Enkel können mit den Gaben von Oma und Opa nicht viel anfangen. „Vor dem Kauf großer Geschenke sollten Großeltern lieber fragen, was das Kind oder die Familie gebrauchen kann“, rät die Psychologin.

Auch Süßigkeiten können zum Problem werden. Während Großeltern ihren Enkeln meist gern und oft Bonbons oder Schokolade geben, sind viele Eltern dagegen. „Das ist auch ein Generationsunterschied“, erläutert Gürtler. Die Großeltern hätten häufig nicht das Problembewußtsein der jüngeren Leute. Diese sollten sie deshalb über moderne Ernährungsregeln für Kinder informieren, zum Beispiel mit Zeitungsartikeln.

Auch beim Thema Babysitten ist Offenheit wichtig. „Viele Großeltern sagen dazu zwar immer ,Ja‘, grummeln in einigen Fällen aber innerlich“, sagt die Psychologin. Die erwachsenen Kinder könnten das Unbehagen der Älteren nicht erraten.

Insofern sollten die Großeltern ehrlich sagen, wenn ihnen das Hüten der Enkel zu viel wird.

Umgekehrt dürfe die ältere Generation ihrer Familie auch keine Hilfe aufdrängen.

„Niemand sollte zum Beispiel während des Babysittens ungefragt die Küche aufräumen“, sagt Gürtler.

Die erwachsenen Kinder wollten dies meist nicht und verstünden es sogar als indirekte Kritik an ihrer Haushalts- oder gar Lebensführung. Solche Konflikte ließen sich mit direkten Absprachen vermeiden.        ddp


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