28.01.2022

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08.09.07 / Die ostpreußische Familie / Leser Helfen Lesern

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 36-07 vom 08. September 2007


Die ostpreußische Familie
Leser Helfen Lesern
von Ruth Geede

Lewe Landslied,

liebe Familienfreunde,

der Wunsch von Herrn Erhard Barnowski aus Mülheim, den ich in der Nummer 31 veröffentlichte, ist in Erfüllung gegangen. Obgleich noch in Ostpreußen geboren, hatte er kaum etwas über seinen Heimatort Dannenberg, Kreis Elchniederung und seine Vorfahren gewußt – bis er den Weg zu unserer Ostpreußischen Familie fand. Denn nun berichtet er: „Ein früherer Mitbewohner des Bauernhofes meines Großvaters, ein sorgfältiger Leser Ihrer Zeitung, hat sich gemeldet und konnte mir viel über die Familienverhältnisse meiner Vorfahren erzählen. Dafür möchte ich mich bei der Redaktion bedanken und wünsche Ihnen weiterhin solche Erfolge!“

Die haben sich schon bei Herrn Dr. med. vet. Ingo Meyer eingestellt, denn auch er kann eine positive Reaktion melden: „Zunächst möchte ich mich vielmals für die Veröffentlichung meiner Suche in der PAZ Folge 15 nach Zeitzeugen der Ermordung von sechs Personen im Dorfe Zondern, Kreis Lötzen im Januar 1945 bedanken. Neben einigen Anrufen von interessierten Landsleuten aus der näheren Umgebung Zonderns konnte ich Landsmann Heinz Glembowski sprechen, mit dem ich anläßlich eines Besuches unter befreundeten Ostpreußen Erinnerungen austauschen konnte. Er, Jahrgang 1931, also damals etwa 13 Jahre alt, wußte, daß sechs Personen in einem Gemeinschaftsgrab im Januar 1945 auf dem Gemeindefriedhof von Zondern beerdigt worden sind. Wesentlich bekannt sind die Dorfbewohner Frau Beinah, Frau Best und Herr Johann Koppka. Dazu kommen noch drei unbekannte Männer: ein Soldat, ein Zivilist (wohl Volkssturmmann) und ein Flüchtling, der wohl auf dem Weg gen Westen war. Man fand ihn an der Chaussee Lötzen-Rhein dicht beim Dorf Zondern erschossen auf. Wegen des Wehrmachtsangehörigen habe ich den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V. benachrichtigt. Über eine Erkennungsmarke ist nichts bekannt.“

Erkennungsmarke! Durch Zufall ist unserer Leserin Barbara Klawohn eine in die Hände gefallen, die vielleicht helfen kann, ein ungewisses Soldatenschicksal zu klären. Und das kam so: Der Sohn von Frau Klawohn mußte einen erkrankten Dolmetscher für eine Gruppe junger Russen bei deren Besuch in Dresden vertreten. Unter den Jugendlichen befand sich ein Mädchen, dessen Vater ihm eine Erkennungsmarke eines deutschen Wehrmachtsangehörigen aus dem Zweiten Weltkrieg mitgegeben hatte. Der Mann hatte sie bei Arbeiten im Wald von Pinks – etwa 200 Kilometer südwestlich von Minsk, von Brest (Grenze) zirka 140 Kilometer östlich – gefunden. Er hatte „das Stück Blech“ nicht fortgeworfen, weil er vermutete, daß es sich um eine Erkennungsmarke der deutschen Wehrmacht handelte. Als seine Tochter nun nach Dresden fuhr, gab er ihr die Marke mit in der Annahme, daß noch Angehörige des Gefallenen leben, für die dieser Fund sehr wichtig sein könnte. Das Mädchen übergab Herrn Klawohn das Stück mit der kaum erkennbaren Inschrift, die aber dann deutlich wurde, als Barbara Klawohn es zuerst selber gereinigt und es dann zu einem Juwelier gebracht hatte. So ist nun deutlich zu erkennen, daß es sich bei dem ehemaligen Träger um Otto Salchow, Blumberg Kreis Landsberg, * 28. Seotember 1886, L.I.R. 523 M.G.K.N. 164, handelt. Ein Landsberg – es gibt mehrere dieses Namens in Deutschland – liegt zwar in Ostpreußen im Kreis Pr. Eylau, ist also keine Kreisstadt, es gibt auch drei Orte mit dem Namen Blumberg, die aber in anderen Heimatkreisen liegen. Auf ihrer emsigen Suche in Atlanten und Ortsverzeichnissen ist Frau Klawohn zu der Gewißheit gekommen, daß es sich um das pommersche Landsberg handeln muß, da dort auch ein oder mehrere Orte mit Namen Blumberg zu finden sind. Sie hat übrigens auch der Deutschen Auskunftsstelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht (WASt) die Daten übermittelt. Wie auch immer: Wer hier weiterhelfen kann, eventuelle Angehörige, vielmehr Nachfahren des vermutlich Gefallenen zu finden, wende sich an Frau Barbara Klawohn, Spielhagenstraße 45 in 39110 Magdeburg, Telefon (03 91) 7 32 60 02, die auch bei einem Erfolg den Finder in Pinsk benachrichtigen will.

Man kann sogar Familiengeschichte verschenken! Das will Herr Cees Cuperus aus den Niederlanden. Der 61jährige Holländer möchte seine ostpreußische Schwiegertochter Cissi damit überraschen. Seine E-Mail hat mir soviel Freude gemacht, daß ich sie im Wortlaut bringen will, so wird sie sicher aufmerksam gelesen und bewirken, daß Herr Cuperus in seinem Anliegen unterstützt wird. „Meine Schwiegertochter Cissi Margenfeld ist geboren in Schweden, und sie ist bald zehn Jahre verheiratet. Ich wollte ihr gerne ein Geschenk geben, und das ist die Familiengeschichte Margenfeld. Was ich schon weiß: Ihr Vater ist Helmut Margenfeld, geboren in Groß-Lindenau, Kreis Königsberg, am 29. September 1939. 1945 (fünf Jahre alt) ist er mit seiner Mutter und fünf Brüdern und Schwestern geflüchtet via Königsberg, Pillau, nach Kopenhagen mit dem Schiff „Jupiter“. Bis 1948 im Lager Öksböl durchgebracht. Danach via Deutschland ist er in Schweden angekommen, wo er noch immer wohnt. Seine Eltern sind Richard Max Margenfeld, *29. April 1907 in Lampasch, Kreis Pr. Eylau, und Elise Brehm, *1. November 1907 auch in Lampasch. Seine Großeltern sind Karl Margenfeld, *7. Februar 1876 in Drangsitten, Kreis Pr. Eylau, und Wilhelmine Funk, *13. Dezember 1880 in Lampasch. Seine Urgroßeltern sind Gottfried Margenfeld, *1849, und Karoline Neumann, *1855. Ich suche Mitgefährten, die sich an diesen Fluchtweg und an das Lager Öksböl erinnern, und ich suche Fotos von der Familie und selbstverständlich auch die weitere Familienforschung. (Schreibe bitte an: Cees Cuperus, Strijp 17, in 4724 EM Wouw, Die Niederlande, oder E-Mail: c.cuperus@home.nl.)“ Leute, solch einen Schwiegervater kann man sich nur wünschen!

Die nächste und für heute letzte Frage gehört mal wieder zu den problematischen, die mit viel Fingerspitzengefühl behandelt werden müssen. So, wie sie von der Schreiberin gestellt wird, kann ich sie leider nicht veröffentlichen, da sie zu sehr die persönlichen Bereiche der Betreffenden berührt. Versuchen wir es also im Schongang. Frau Christina Weber aus Lampertheim sucht ihre Wurzeln, und sie weiß auch die Stelle, wo man graben könnte: in Karwik, Kreis Johannisburg. Von dort stammt ihre mütterliche Linie, die Schreiberin hat sogar bei Besuchen in der masurischen Heimat das Geburtshaus ihrer Mutter gefunden, das etwas abseits vom Ortskern steht. Ihre Mutter, als Rita Martha Synofzik am 16. März 1926 dort geboren, wurde als Kind vom zweiten Mann ihrer Mutter Wilhelmine (oder Wilhelmina) adoptiert und erhielt ab 1933 / 34 den Namen Krimkowski. Frau Weber, 1949 in Worms geboren, möchte nun aus für sie sehr wichtigen Gründen mehr über diese ostpreußische Familie erfahren, von der sie so gut wie nichts weiß, weil ihre Mutter nie über ihre Herkunft gesprochen hat. Die Synofziks müssen eine alteingesessene Familie gewesen sein, denn auch Großmutter Wilhelmina wurde 1896 in Karwik geboren, ebenfalls deren Bruder Otto, der nach dem Krieg in Hannover lebte. Wer kannte diese Familie und kann über sie vor allem in Bezug auf die Verhältnisse in den frühen 20er Jahren etwas aussagen? Vielleicht ist es ratsam, sich zuerst einmal mit Frau Weber in Verbindung zu setzen, damit sie ihre sehr speziellen Fragen an die möglichen Informanten direkt stellen kann. (Christina Weber, Wilhelmstraße 39 in 68623 Lampertheim.)

Eure Ruth Geede


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