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20.10.07 / 125 Jahre Gustav-Adolf-Werk / Gedenkgottesdienst der Propstei in Königsberg mit dem pensionierten Propst Kurt Beyer

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 42-07 vom 20. Oktober 2007

125 Jahre Gustav-Adolf-Werk
Gedenkgottesdienst der Propstei in Königsberg mit dem pensionierten Propst Kurt Beyer
von Armin Matt

Aus Anlaß des Jubiläums 175 Jahre Gustav-Adolf-Werk (GAW) wurde in mehr als 175 lutherischen Kirchen in aller Welt ein Gedenkgottesdienst gefeiert. Die Propstei in Königsberg stand auf Platz 131 auf dieser langen Liste. Als Festprediger dieses Gottesdienstes war der pensionierte Propst Kurt Beyer auserkoren. War er es doch, der im Dezember 1991 als erster deutscher Pastor nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mit der Betreuung der sich im nördlichen Ostpreußen einfindenden evangelischen Rußlanddeutschen vom Gustav-Adolf-Werk beauftragt worden war.
Von der deutschen Bevölkerung, die nach 1945 hier verblieben war, ist mehr als die Hälfte umgekommen. Der klägliche Rest wurde 1947 bis 1948 ausgewiesen in die sowjetische Besatzungszone Deutschlands. Die aus dem europäischen Teil der Sowjetunion angeworbenen Neubürger waren alles andere als gottesfürchtige Leute. Somit rühmte sich auch bald die Sowjetführung, daß dieses Gebiet die einzige religionsfreie Oblast der Sowjetunion sei.

Glasnost und Perestroika bewirkten in der Gorbatschow-Ära eine Veränderung der Situation. Jetzt war es auch Rußlanddeutschen erlaubt, sich hier anzusiedeln. Sie kamen hauptsächlich aus Kasachstan, aber auch aus vielen anderen der 15 Sowjetrepubliken, von der Hoffnung beseelt, sich auf alter deutscher Erde anzusiedeln und vielleicht so etwas wie eine Autonomie der Deutschen zu erlangen. Eine offizielle Unterstützung aber bekamen sie von niemandem, auch nicht von deutscher Seite. Somit sind von den ursprünglichen 15000 bis 20000 weit mehr als die Hälfte weiter in die Bundesrepublik Deutschland gewandert.

Die Propstei Königsberg mit ihren rund 40 Zweigkirchen und Predigtstellen im nördlichen Ostpreußen hat es wegen dieses großen Mitgliederschwundes schwer, sich finanziell über Wasser zu halten und hängt somit auch weiterhin am Tropf des Gustav-Adolf-Werkes. Auch die Nordelbische Kirche in Kiel darf in diesem Zusammenhang als Mitunterstützer nicht unerwähnt bleiben.

Das Gustav-Adolf-Werk wurde im Jahre 1832 zum Andenken an den Todestag des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf im Jahre 1632 in der Schlacht bei Lützen gegründet. Zum 200. Todestag wollte man dem Retter des Protestantismus während des 30jährigen Krieges, ein Denkmal setzen. Hauptinitiator war der Leipziger Superintendant Christian Gottlob Leberecht Großmann. Er plädierte für ein lebendes Denkmal: Das Gustav-Adolf-Werk e.V., Diasporawerk der Evangelischen Kirche in Deutschland, Partner evangelischer Minderheiten in der Welt. Heute unterstützt es Minderheitskirchen in 35 Ländern Europas, Lateinamerikas und Asiens; eine davon ist die Propstei im Königsberger Gebiet.


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