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12.01.08 / Schnell gelernt / Mit der Wende entdeckten die Rumänen Drogen jeglicher Art

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 02-08 vom 12. Januar 2008

Schnell gelernt
Mit der Wende entdeckten die Rumänen Drogen jeglicher Art
von Ernst Kulcsar

Als das „goldene Zeitalter“ in Rumänien, die Ceausescu-Ära, im Dezember 1989 im Gewehrfeuer zerbarst, kannten die geplagten Zeitgenossen Rauschgift höchstens aus US-Krimiserien im Fernsehen. Auch war die Bekämpfung von Rauschmitteln so einfach wie wirksam: in den „Praxen“, den Verhörräumen der Miliz, war der Polizeiknüppel das erfolgreichste Allheilmittel gegen Drogenmißbauch, Prostitution und Kleinkriminalität.

Nach der Revolution lernte man schnell: weniger in der Politik als in Sachen Kriminalität. Die Prostitution verlagerte ihr Tätigkeitsfeld ins Ausland, aber die Rauschgiftkriminalität wuchs, blühte und gedieh in heimischen Gefilden.

Ein  Bericht der Uno-Rauschgiftbehörde stellte fest, daß 2007 die meistgenutzten Rauschgifte in Rumänien Kokain, Ecxtasy, Heroin und Marihuana seien. 2007 wurden angeblich in Rumänien allein knapp 63000 Tonnen Kokain verkauft, 21 Tonnen Heroin und 0,8 Tonnen Marihuana. Laut rumänischen Untersuchungen gibt es in der Zwei-Millionenstadt Bukarest rund 25000 Rauschgiftabhängige. Ähnliche Zahlen werden auch aus anderen rumänischen Großstädten gemeldet. Der Verbrauch von Amphetaminen und Ecxtasy habe sich seit dem Jahr 2000 verzehnfacht. Zwischen zehn und 20 Prozent der rund 22 Millionen Rumänen sollen regelmäßig Rauschgift konsumieren. Diese Zahl erscheint riesig, zumal eine BKA-Statistik vom Jahrtausendbeginn für das gleiche Delikt rund 20000 Rauschgift-Konsumenten bei 82 Millionen Einwohnern in der Bundesrepublik Deutschland ausweist.

Man fragt sich, wie die Leute das alles bezahlen können. Die rumänische Nationale Anti-Drogen-Agentur (ANA) stellte fest, daß Kokain das teuerste und Heroin das beliebteste Rauschmittel der Rumänen sei. Ein Gramm Kokain soll 150 Euro kosten, Heroin wäre mit 60 Euro je Gramm schon bedeutend preiswerter. Großdealer kassieren Preise zwischen 2500 und 50000 Euro je Kilogramm. Das steigert die Beschaffungskriminalität. Um so überraschender erscheint dann, daß angeblich 2006 nur 659 Tatverdächtige wegen Rauschgifthandels oder unerlaubten Rauschgiftkonsums verurteilt worden sind.

Über den Rauschgifttransport wird nichts erwähnt. Dabei ist längst bekannt, daß einer der Handelswege aus der Türkei über Bulgarien und Rumänien in den Westen Europas führt. Und kommt der Berg nicht zum Propheten, muß der Prophet eben zum Berg: Rumänen bieten sich im Ausland als Drogen-Kuriere an. So vermutet die spanische Guardia Civil, daß ein Schmugglerring, der die Straße von Gibraltar kontrolliert, sich rumänischer Kurierdienste insbesondere für den Haschisch-Schmuggel bedient. In den letzten drei Monaten, berichten spanische Medien, habe man in den Körpern von 70 Rumänen Haschisch entdeckt. Die spanische Polizei geht davon aus, daß es sich um koordinierte und nicht um Einzelaktionen handelt. Die Rumänen wurden verhaftet, weil sie versuchten, das Rauschgift über die Straße von Gibraltar zu schmuggeln. Jeder einzelne hatte zwischen 700 und 1200 Gramm Haschisch. Unlängst fand man in der Vagina einer Rumänin 770 Gramm Haschisch, die Männer schmuggeln das Rauschgift in Kondomen verpackt im Magen. Sie werden dann durch Abführmittel wiedergewonnen.


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