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12.01.08 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 02-08 vom 12. Januar 2008

Leserforum

Polen haben Deutsche 1939 provoziert
Betr.: „Einseitige Sichtweise“ (Nr. 51)

Der aus Oberschlesien stammende Schriftsteller Wolfgang Bittner weist zu Recht auf die tendenziöse pro-polnische Geschichtslehre in der deutschen Literatur hin. In dem Nachdruck seines Aufsatzes aus dem „Rheinischen Merkur“ zeigt er gottlob aber sein großes Sachwissen und seine Fähigkeit, die geschichtlichen Ereignisse zwischen Polen und Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg verständlich und emotionslos auf. Einziger Störpunkt in dem Artikel ist nur, daß auch Herr Bittner vom „Überfall NS-Deutschlands auf Polen“ nicht nur spricht, sondern diesen Umstand als noch jahrzehntelang zu bedenkendes Faktum anzusehen scheint. Ist diese Verbeugung vor dem Zeitgeist notwendig? Ich stamme aus dem seit 1920 unter polnische Herrschaft ohne Volksabstimmung gekommenen Teil Westpreußens und weiß, daß die deutsche alteingesessene Bevölkerung Hitlers Angrifff 1939 als vom polnischen Terror erlösende Befreiung empfinden mußte. Polen hat nicht nur in Oberschlesien, sondern vor allem um Danzig den Krieg bewußt provoziert. Die polnischen Mord-Orgien, die Pogrome waren die Folge einer jahrelangen gezielten Hetze gegen die Deutschen.    

Dietmar Neumann, Neu Wulmstorf

 

 

Lieder vom Krieg und Sieg über Deutschland
Betr.: „Einseitige Sichtweise“ (Nr. 51)

Unser Verhältnis zum offiziellen Polen leidet sozusagen von Anfang an daran, daß von polnischer Seite um eigenes Verschulden ein großer Bogen gemacht wird.

Auf deutscher Seite hat sich hingegen seit mehreren Jahrzehnten eine Geschichtsbetrachtung breitgemacht, die nur danach zu suchen scheint, was uns Deutschen noch alles angelastet werden kann.

Gerade wird die Wehrmacht zur Sau gemacht (Soldatensprache), auch die Philharmoniker waren an der Reihe, Hertha BSC wurde nicht ausgelassen, und Manfred v. Richthofen war auch fällig. Wir dürfen sicher sein, daß es so weitergeht.

Es ist Jahrzehnte her, da las ich eine Untersuchung, die ich leider nicht wieder auffinden konnte, die belegte, daß im Polen von 1939 viele Lieder gesungen wurden, die vom Krieg und Sieg über Deutschland handelten. Wir sangen hingegen nur von einem schönen Polenmädchen.

Der polnische Kriegsminister sah sich schon siegreich durchs Brandenburger Tor reiten.

Die polnische Generalmobilmachung vor dem 1. September 1939 spricht auch nicht unbedingt für einen Überfall.      

Wolfram Wollschlager, Wetzlar

 

 

Genug Geschichte
Betr.: „Das Geschenk“ (Nr. 51)

Ich gebe gerne zu, daß das Fernsehen im vergangenen Jahr objektiver über das Leid der Vertriebenen berichtet hat.

Nur, daß damit eine Wende zur Offenheit gegenüber dem Erleben alter Eltern und Großeltern eingetreten ist, möchte ich doch bestreiten.

Meiner Erfahrung nach liegt das Interesse junger Deutscher an dem Erleben der Kriegsgeneration nahe Null.

Zudem haben sie über Jahre hinweg den Holocaust immer wieder vorgeführt bekommen – und es nimmt auch kein Ende –, da bleibt nur Abschalten und kein Interesse.

Man muß ja auch zugeben, daß die Gegenwart genug Probleme bietet, die von den Jungen bewältigt werden müssen.

Da haben wir mit unserem Leben und Leiden keine Chance.

Heinrich Schuppan, Braunschweig

 

 

Strom der Zeit
Betr.: „Wo seine Wiege stand“ (Nr. 49)

Vielen Dank für Ihre Rezension. Erlauben Sie mir aber bitte eine Anmerkung: Der Titel heißt nicht „Mein Leben im Sturm“, sondern „Mein Leben im Strom der Zeit – ein Ostpreuße geht seinen Weg in Krieg und Frieden – Erinnerungen in Wort und Bild“.

Und ich war auch nicht in Dänemark „stationiert“.

Vielmehr habe ich bei der 199. Inf. Division im Winter 1944/45 den Rückzug aus dem Polargebiet mitgemacht und erlebte am 8. Mai 1945 mit den Resten der Armee die Kapitulation in Dänemark!

Auf diesem 800-Kilometer-Marsch durch Eis und Schnee – übernachtet in selbstgebauten Iglus – haben wir nicht nur gefroren, sondern auch gehungert wie die Wölfe.        

Dr. Klaus Krech, Ahrensburg

 

 

Röhl-Artikel sind eine Wohltat
Betr.: „Giordano spricht Vertriebenen ihr Recht ab“ (Nr. 50)

Ich möchte hiermit den Beitrag über Ralph Giordano zum Anlaß nehmen, mich bei Ihrem Autor Klaus Rainer Röhl aufrichtig zu bedanken. Die Klarheit, Sachlichkeit, Prägnanz sowie der Kenntnisreichtum, die seinen Beiträgen diese besondere Kraft verleihen, sind eine geistige Wohltat. Sie sind dem Leser rettende Inseln, auf die er hoffen darf, auf denen er sich lustvoll erfreuen, bilden und erholen darf nach und vor der nächsten Weiterreise durch den Ozean veröffentlichter Flachheit, Dummheit, Lüge, Ignoranz, Herzlosigkeit und Entmutigung. Daß durch jede Zeile die tiefe Menschlichkeit eines gereiften, großen Herzens spricht, nimmt selbst der hier und da aufscheinenden sanften Polemik und berechtigter Empörung die Spitze ihres Stachels und ruft zur Versöhnung auf. Nicht bedingungslos, sondern in offener Aussprache, in ungebückter Vertretung der Wahrheit und Wahrhaftigkeit.

Nein, Herr Röhl, Sie haben recht, die Deutschen sind kein Tätervolk. Wir sind es unseren Kindern, aber auch uns selbst schuldig, immer und immer wieder selbstbewußt, offen und laut dieser absichtsvollen Lüge entgegenzutreten, wer auch immer sie ausspricht.

Michael Neubaur, Riegelsberg

 

 

»Gelenkte« Demokratie
Betr.: „Die Nachwirkungen der DDR“ (Nr. 48)

Über das Wissen der heutigen Jugend von DDR, SED und Stasi haben wir genug gelesen, und wir können ergänzen, daß das Wissen um den Zweiten Weltkrieg und seine Vorgeschichte – abgesehen vom Holocaust – nahe bei Null liegt.

Dieses Nichtwissen ist das gemeinsame Werk von Politik und Medien, wobei noch eine besondere Rolle spielt, daß Teile der SPD schon vor dem Fall der Mauer mit der SED zusammenarbeiteten. Für sie war die Wiedervereinigung alles andere als eine Freude. Darum dürfen wir uns auch nicht wundern, wie schnell die neu bemäntelte SED im Bundestag saß und wie bald sie schon wieder als Partner der SPD in Berlin regieren durfte. Nicht vergessen sollten wir auch, daß die Begeisterung und die Freude der Bürger aus Ost und West nicht zu laut werden durfte, nahezu abgewürgt wurde, um die Nachbarn und Freunde nicht zu verschrecken. Der Schwung der Wiedervereinigung und das Aufeinanderzugehen wurden nicht nur von der SPD gebremst.

Wer sich heute über das Nichtwissen unserer Jugendlichen wundert, übersieht, welch gewaltigen Einfluß die Politik über die Medien hat. Nicht nur Rußland darf man als „gelenkte“ Demokratie bezeichnen.

Hermann Widmann, Ahlen

 

 

Anwerbung zu Waffen-SS mißlang
Betr.: „Flakhelfer im Visier“ (Nr. 27 )

Im Rahmen meiner Luftwaffenhelferdienstzeit war ich vom 19. Juli 1944 bis 8. November 1944 bei der Untergruppe Auschwitz-Süd als Luftwaffenhelfer eingesetzt. Standort meiner Batterie, schwere Flakbatterie 2./524 (v), war zu dieser Zeit im Bereich der Stadt Auschwitz ein Gelände westlich des Bahnhofes Auschwitz vor dem Wirtschaftshof Birkenau des KZ-Lagers Auschwitz zum Schutz der IG Farben Auschwitz und der Weichsel-Stahl-Union.

Eines Tages wurden die Luftwaffenhelfer der Batterie in der laufenden Tagesdienstzeit von Werbern der Waffen-SS besucht. Vor angetretener Formation wurde unter Druck versucht, uns zur „freiwilligen Meldung“ zur Waffen-SS zu bewegen. Niemand der anwesenden Chargen der Batterie hat uns geholfen oder unterstützt in unserer ablehnenden Haltung.

Aber trotz des „starken Drucks“ meldete sich niemand von uns etwa 30 Luftwaffenhelfern. Einzeln befragt, ergab das gleiche Resultat. Wir wehrten uns unter anderem mit der Aussage, daß wir uns schon anderweitig freiwillig gemeldet hätten. Es gab auch keine weiteren Folgen. Nach meiner Erinnerung ist auch niemand von uns zur Waffen-SS eingezogen worden.

Johannes Meyer, Castrop-Rauxel

 

 

Es fehlt das Fanal, um endlich alle soliden, konservativen Kräfte zu sammeln
Betr.: Heimatvertriebene

Gerade erhielt ich die Ausgabe 51/52 und lese, wie immer interessiert, jeden Artikel. Baß erstaunt bin ich über die vielen Wünsche und Andenken der Ostpreußen. Wenn es ein Organ für die Schlesier und Sudentendeutschen gäbe, dann wäre es sicher genauso. Soviel Liebe zur Heimat, auch noch nach 62 Jahren, ist einfach wunderbar. Phantastisch!

Bei aller Freude glaube ich, daß es leider nur ein trauerndes Angedenken ist, dem keine Kraft mehr innewohnt, irgend etwas verändern zu wollen, und eine Resignation, nichts ändern zu können. So wie es aussieht, und es sieht so aus, daß nichts geschieht, dann geht man der biologischen Erledigung schnellen Schrittes entgegen.

Ich bin kein Flüchtling. Meine Vorfahren kamen schon vor 150 Jahren nach Bremen. Mich ergreift aber, je älter ich werde, eine tiefe Trauer über unser deutsches Schicksal.

Große Bitternis überkommt mich bei dem Gedanken, daß rund 15 Millionen Heimatvertriebene seit 1948 in jeden Bundestag mit über zehn Prozent Stimmanteil hätten einziehen können. Dort wäre der Ort gewesen, Veränderungen herbeizuführen. Stimmen und Initiativen hat man sich aber wohl lieber mit den Lastenausgleichszahlungen abkaufen lassen. Wenn 15 Millionen Menschen den unbeugsamen Willen gehabt hätten, in ihre Heimat zurückzukehren, dann hätte sie niemand aufhalten können. Nun ist untätiges, verklärtes Gedenken nur noch schön.

Ist es vielleicht so, daß uns Deutschen, nach zwei verlorenen Kriegen, Inflation, zwei Währungsschnitten, Flucht und Vertreibung, Wiederaufbau bis zum Wirtschaftswunder, die Willenskraft verlorenging? Wir schaffen es nicht mehr, uns aufzubäumen gegen unsinnige Reformen, Europäisierung, Globalisierung, Zuwanderung und Überfremdung, Geburtenrückgang, Verteuerung, Schreibreform, Rentenreform, Gesundheitsreform, Schulreform, Steuerreform und was weiß ich noch alles. Zumal innerhalb unserer Reihen Menschen herangewachsen sind, die, so glaube ich, nach der Zerstörung unseres Landes und Volkes von außen her eine innere Zerstörung unserer gewachsenen, deutschen Wertevorstellung zielstrebig betreiben.

Seit etwa einem Jahr bin ich Leser Ihrer Zeitung. Ich überlege, ob ich mich von dem Abonnement trennen soll.

Was ich vermisse, ist das Fanal, das von einer Zeitung ausgehen kann, um endlich all die soliden, konservativen, deutschfreundlichen Kräfte zu sammeln, und alle kleinen Gruppen, Interessenverbände, Zirkel, Blätter, Parteien und Zeitungen anspricht und eint. Alle schreien und bitten um Geld. Zur Selbsterhaltung. Keiner tut etwas für eine Einigung der Konservativen.

Kürzlich sind in einer vom Fernsehen ausgestrahlten Sendung rund zwölf Millionen an Spendengeldern zusammengekommen. Es gibt also noch viel Geld im Volk. Kann es nicht auch einen Ansatz geben, ähnliches für unser eigenes Vaterland zu tun? Es bedarf einer Idee, eines Sprachrohrs, eines Fanals.

In unserer Parteienlandschaft stehen drei Parteien links. Eine Partei behauptet von sich, in der Mitte zu stehen. Steht noch eine ernstzunehmende Partei rechts? Die FDP? Wo steht die? Die ganz am rechten Rand stehenden Parteien sind trotz manch richtiger Parolen zu dumm und dumpf, um eine Rolle spielen zu können. Das brachliegende rechte Spektrum muß doch auffüllbar sein.

Vor 1914 waren das Rückgrat der Nation die Adeligen, die Grundbesitzer und die Industriellen. Bis in die tiefste Provinz. Von denen rührt sich heutzutage keiner. Gewiß, von den Nationalsozialisten wurden sie benutzt. Nach dem Putsch erschossen oder erhängt. Im Nachkriegsdeutschland diffamiert. Wer sollte da noch Lust und Mut haben, sich zu exponieren? Und doch muß aus dieser elitären, preußischen Gesellschaftsschicht der Anschub kommen. Die Ansprache an das Volk, jetzt zu den Werten der Vorfahren zurückzukehren. Es ist und war nie alles verstaubt und vermufft, was man uns in den 68er Jahren erzählt hat und aus diesen Kreisen bis heute erzählt.

Deutschland darf doch nicht vollständig dem Sozialismus verfallen. Klärt denn keiner darüber auf, daß das der Weg in den Kommunismus ist? Der Weg in die klassenlose Gesellschaft, der Enteignung, der Produktionsmittel in die Hand der Räteregierung? Der Weg, auf dem alle das Gleiche haben, aber alle gleich wenig. Und dann entsteht wieder eine Diktatur, weil alle Diktatoren aus dem Proletariat des Kommunismus kommen.

Karl Heinz Pape, Bremen

 

 

Keineswegs ein »freiwilliger« Rücktritt
Betr.: „Gegendarstellung“ (Nr. 50)

Bernd Hinz will den Eindruck vermitteln, daß er bei der Sitzung der Ostpreußischen Landesvertretung im November 2005 freiwillig zurückgetreten sei. Das ist irreführend. Er wurde massiv aus der Mitte der OLV zum Rücktritt aufgefordert. Als Herr Hinz darauf nicht reagierte, wurde der Antrag gestellt, ihn mittels schriftlicher Abstimmung zum Rücktritt aufzufordern. Man begann Stimmkarten auszuteilen. Daraufhin erklärte Herr Hinz seinen Rücktritt. Der Rücktritt erfolgte aufgrund einer Willensbekundung der OLV, gewissermaßen unter Druck „freiwillig“. Ich war bei der Sitzung anwesend.

Siegbert Nadolny, Vlotho

 

 

Erkennbare Haarspalterei
Betr.: „Gegendarstellung“ (Nr. 50)

Die aus dieser Gegendarstellung erkennbare Haarspalterei bestätigt meine langjährigen Erfahrungen mit dem damaligen (unter anderem für Personalangelegenheiten zuständigen) LO-Vorstandsmitglied B. Hinz: Alle Bemühungen, Diskussionen mit ihm in überschaubarem Zeitrahmen zu einem konkreten Ergebnis zu führen, blieben fast immer erfolglos.

H.-J. Mahlitz, Stephanskirchen

 

 

Bei Grenzöffnung nicht an die Vertriebenen gedacht
Betr.: „Viele Fragen bleiben offen“ (Nr. 51)

Welch ein Jubel! Am 21. Dezember 2007 wurden die Grenzen von Polen und Tschechien nach Europa geöffnet. Die Bundeskanzlerin Merkel nannte diese Grenzöffnung „Triumph der Freiheit“. Da frage ich, wo bleibt die Freiheit der Vertriebenen? Bereits bis Ende 2006 sollte in Berlin das „Zentrum gegen Vertreibungen“ errichtet sein. Nun, Ende 2007, gibt es noch immer nicht dieses Zentrum. Doch die Menschen der Vertreiberstaaten, Polen und Tschechen, können seit 21. Dezember 2007 ungehindert nach Deutschland hereinfluten. Wußte unsere Präsidentin des Bundes der Vertriebenen Frau Steinbach als MdB nicht im voraus, daß diese Grenzöffnung am 21. Dezember 2007 mit großer Propaganda stattfinden sollte?

Sie hätte doch energisch und mit Nachdruck die Bundesregierung auffordern sollen, daß im Namen der Vertriebenen nur eine Grenzöffnung erfolgen kann, wenn die polnische nationalistische Regierung ihren Widerstand gegen die Errichtung des „Zentrums gegen Vertreibungen“ aufgibt. Ist denn Deutschland noch immer kein souveräner Staat, der selbst bestimmen kann, was auf seinem Territorium zu geschehen hat! Deutschland ist der größte Einzahler in die EU-Kassen, wovon Polen zur Zeit am meisten profitiert. Es ist schon traurig und schadhaft, wenn sich sogar deutsche Politiker gegen die Schaffung des „Zentrums gegen Vertreibungen“ aussprechen. Wissen diese Politiker nichts von dem Leiden von 15 Millionen Vertriebenen mit zweieinhalb Millionen Toten, die mit dem Verlust ihrer Heimat für den von Deutschland ausgelösten Krieg für ganz Deutschland bezahlen mußten? Solche Politiker gehören nicht in eine deutsche Regierung, denn auch ihre hohen Diäten werden mit den Steuergeldern der Vertriebenen bezahlt.          

Bruno Wessalowski, Eisenach

 

 

Falsches Ziel
Betr.: „Fährplan zur Nehrung ...“ (Nr. 49)

Also da stimmt meines Erachtens etwas nicht. Von Pillau eine Fährverbindung zur Kurischen Nehrung kann es nicht sein.

Gerd Obersteller, Wentorf

Anm. der Red.: Richtig muß es heißen „Fährverbindung zur Samlandküste“.

 

 

Vor über 62 Jahren
Betr.: „Ein historisches Glück für Europa“ (Nr. 1)

Der 20. Dezember 2007 ist ein denkwürdiger Tag, denn die Beseitigung der Grenzkontrollen an den deutschen Ostgrenzen durch Erweiterung des Schengen-Abkommens läßt uns an die Entstehung der Oder-Neiße-Grenze vor genau 62 Jahren und sechs Monaten denken, deren zeitlicher Ablauf nur wenigen bekannt ist.

Auch im heutigen Wikipedia-Internetlexikon fehlt der Hinweis auf den zeitlichen Hergang der damaligen Ereignisse.

Die polnisch-deutschen Schlagbäume an der Oder wurden als einseitige, vollendete Tatsache bereits sieben Wochen nach der deutschen Kapitulation und noch vier Wochen vor (!) der Potsdamer Konferenz (17. Juli – 2. August 1945) errichtet und dann dort – sowjetischerseits erfolgreich – als nicht mehr verhandelbar dargestellt.

Die Hintergründe und Einzelheiten der damaligen Ereignisse vom 20. Juni 1945 bleiben aber bis heute weitgehend unbekannt.

Dr. Gerhard Metschies, Kelkheim a. Ts.

 

 

Spiel mit Statistik
Betr.: „Spiel mit der Angst der Eltern“ (Nr. 50)

Sie zitieren und bezweifeln den Aussagewert einer Studie, nach der von 1980 bis 2003 in den 41 Landkreisen rund um die 16 untersuchten Kernkraftwerke 37 Leukämiefälle – oder 20 mehr als nach dem statistischen Mittelwert zu erwarten – diagnostiziert wurden. Die Abweichung vom Mittelwert – nur diese ist hier zu berücksichtigen – beträgt somit weniger als 0,5 Fälle pro Landkreis oder 0,054 Fälle pro Kernkraftwerk und Jahr. Bei dieser marginalen Stichprobe bedarf es keiner blühenden Phantasie zu vermuten, daß es kernkraftwerksferne Postleitzahlen gibt, die diesbezüglich noch gefährlicher sind: Wenn es auf einem Bauernhof nur einen Leukämiefall gibt, dann lebt es sich nach einer solchen Statistik auf einem Bauernhof – zumindest auf diesem – viel gefährlicher.

Es ist perfide, mit so marginalen Losgrößen eine Statistik zu betreiben und auf Dummenfang zu gehen. Auch hier wieder: Es gibt eben Lügen, große Lügen und Statistik.

Dr.-Ing. H.-J. Kucharski, Mülheim

 

 

Kommunen unterstützten indirekt Dumpinglöhne
Betr.: „Lohn vom Staat“ (Nr. 50)

Der Artikel ist zu begrüßen. Er zeigt die Logik der Dumpinglöhne für die neuen Briefdienstleister am Beispiel der Pin AG auf. Nämlich: Der Steuerzahler subventioniert die Wettbewerber der Deutschen Post AG.

Doch auch in Süddeutschland wird eisern am falschen Ende – bei den Arbeitnehmern – gespart. So gibt es ein im Schwabenländle ansässiges Unternehmen, das rechtswidrige Arbeitsbedingungen unterhält – die Schwabenpost Service GmbH. Die Bedingungen, unter denen bei vielen Briefdienstleistern gearbeitet werden muß, haben sich mittlerweile durch die andauernde Präsenz des Themas Mindestlohn in den Medien herumgesprochen. Bei der Schwabenpost heißt das: Ein Stundenlohn von maximal 4,50 Euro, abhängig von der Anzahl der Sendungen, Einsatz des Privat-Pkw ohne einheitliche Regelung zur Erstattung der Kosten, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Man hat sich mittlerweile daran gewöhnen müssen, daß in Teilen der Privatwirtschaft das Niveau, welches man den Menschen scheinbar zumuten kann, stetig sinkt. Jedoch hält die Entwicklung auch im kommunalen Sektor Einzug: So versendet die Stadt Ditzingen ihre Briefe mit der Schwabenpost und verhilft so einem Dumpinglöhner zu mehr Aufträgen.

Auch in Stuttgart scheint sich eine Zusammenarbeit zwischen der Schwabenpost und der Stadtverwaltung anzubahnen. Es ist zu hoffen, daß die Entscheidungsträger nicht dem Beispiel Ditzingen folgen, sondern statt dessen gemäß ihrer Verantwortung für Arbeitnehmer und Steuerzahler handeln.

Frank Gerlich, Allmersbach

 

 

Eigensüchtige Großmächte
Betr.: „Tamtam auf der Tropen-Insel“ (Nr. 51)

Tamtam ist wohl das richtige Wort für das Wortgeklingel, das sich auf solchen Weltveranstaltungen zum Umweltschutz abspielt. So lange die Großmächte andere eigensüchtige Interessen verfolgen, wird es kein gemeinsames Handeln geben, was nur den Schluß zuläßt, daß ein jeder das tut, wozu ihm sein Gewissen rät.

Die in der Preußischen Allgemeinen vertretenen Meinungen zur Bedrohung unserer Umwelt teile ich nicht, da es für mich offensichtlich ist, wie unverantwortlich wir mit unserer Umwelt umgehen. Und wenn auch die Natur selber durch Höhen und Tiefen geht, sollte uns das nicht hindern, was möglicherweise fällt, nicht noch zu stoßen.

Karl-Heinz Stumpff, Marl

 

 

Flamen wurden lange unterdrückt
Betr.: „Wie das Königreich Belgien entstand“ (Nr. 48)

In Ihrem Abriß der Geschichte der südlichen Niederlande fehlt ein zum Verständnis der aktuellen politischen Situation Belgiens unumgängliches Element, nämlich der hundertjährige Volkstumskampf der niederländischsprachigen Flamen gegen die frankophonen Wallonen. Diesen wäre es im neugegründeten Belgien beinahe gelungen, die flämische Sprache und Kultur zu vernichten.

In führenden Kreisen des Königreichs sprach man damals ausschließlich französisch, und wer als Flame eine Position in Justiz und Verwaltung, Gendarmerie oder Militär anstrebte, mußte das in einer fremden Sprache tun.

Massive Benachteiligung und Unterdrückung lösten jedoch bei den Flamen zunehmend Widerstand aus.

Drei Namen seien stellvertretend für alle die Streiter für die Erhaltung der flämischen Identität genannt: der westflämische Dichter Guido Gezelle; der Schrifsteller Hendrik Conscience („Der Löwe von Flandern“, erschienen 1837), der „sein Volk lesen lehrte“; Jan Frans Willems, der Vater der „Flämischen Bewegung“.

Doch erst 1932 wurde der Grund- und Oberschulunterricht in Flandern einsprachig niederländisch. Im Jahr 1938 wurde das Niederländische als einzige offizielle Sprache des Nordens von Belgien anerkannt.

Weitere 70 Jahre hat es gedauert, bis die Flamen heute aus einer Position der vollen Gleichberechtigung und Stärke ihren wallonischen Widersachern entgegentreten.

Adolf Frerk, Geldern

 

 

Auf Merkel hoffen?
Betr.: „Merkels Stern sinkt“ (Nr. 48)

Frau Merkel ist angetreten mit dem Spruch „Schaden vom Deutschen Volk zu wehren und seinen Nutzen zu mehren“. Wort gehalten hat sie aber nicht. Und so wird sie auch nicht daran denken, ein Denkmal nur für die deutschen Vertriebenen errichten zu lassen.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, als ob es nach Ansicht der Politiker „gute“ und „böse“ Tote gibt. Den guten werden Denkmäler errichtet. Für die bösen deutschen Vertriebenen aber rührt man nicht mal einen Finger. Nun könnte man ja die in Eigeninitiative errichtete Gedenkstätte in Borna unterstützen, aber nein, nicht für die Deutschen allein, wenn dann für die ganze Welt. Und nun glauben Sie noch, daß Frau Merkel und ihr Duzfreund Donald Tusk etwas für uns tun werden. Ich weiß nicht mehr, soll ich nur noch lachen oder sind es der Tränen noch nicht genug?

Gerda Wittuhn, Hamburg

 

 

Merkels katastrophale Auslands-Bilanz
Betr.: „Merkels Stern sinkt“ (Nr. 48)

Große Zustimmung zum Leitartikel von Klaus Voss!

Zwei Jahre lang haben die überregionalen Zeitungen einen Cordon sanitaire um Angela Merkel gelegt – Leser wunderten sich. Andere Medien haben ihre Kanzlerschaft im Stil der Gesellschaftsberichterstattung begleitet. Auch die PAZ nimmt Merkels Außenpolitik aus ihrer Kritik aus. Dabei wurde auf diesem Gebiet zuallererst die katastrophale Bilanz deutlich: Geldsegen hinterlassend, Rußland verprellend (ganz entgegen unseren wirtschaftlichen Interessen und unserer kulturellen alten Verbundenheit), Israel-devot (devot, da ohne Anknüpfungspunkt), USA-hörig (siehe Afghanistan), deutsche Stimmrechte verschleudernd, völlige Farblosigkeit und vager Zeitpunkt des zugesagten Vertriebenendenkmals und zu gleicher Zeit wie Bush Empfang des Dalai Lama mit den Formen, die für Staatschefs vorgesehen sind, also auch noch China verprellend, das sofort mit dem Handelsvolumen mit Frankreich reagierte. Persönlicher Wahlkampf auf Staatskosten (Bush in ihrem Wahlkreis) Heiligendamm-Spektakel, das in anderer Region einen Bruchteil gekostet und manch peinliche Begleiterscheinung nicht möglich gemacht hätte. Und optisch häufig alles andere als Wahrung von Würde und Unabhängigkeit der Kanzlerschaft, vor allem Bush gegenüber. So eine Kanzlerin hat das Ausland gern.

Eine solche Behauptung sollte hellhörig machen.

„Was will sie … wie will sie?“ fragt ein Leserbriefschreiber. Ganz einfach: Kanzlerin sein – und bleiben!

Immer häufiger frage ich mich: Wer regiert uns, wenn einmal wirklich etwas passiert? Ich sehe niemanden!

Gudrun Schlüter, Münster


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