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01.03.08 / Durchbeißen bis zum Ziel / Der Marathon ist eine der größten Herausforderungen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 09-08 vom 01. März 2008

Durchbeißen bis zum Ziel
Der Marathon ist eine der größten Herausforderungen

Der Marathon ist die Königsdisziplin bei den Olympischen Spielen – und mittlerweile ein beliebter Breitensport. Zehntausende Menschen in Deutschland wagen sich jedes Jahr an die gewaltige Distanz von 42,195 Kilometern heran, und die meisten kommen sogar an.

Viel Disziplin und hartes Training machen es möglich. Als Belohnung gibt es Glücksgefühle, die viele in dieser Intensität vorher noch nicht erlebt haben.

Der Marathon-Lauf habe in den vergangenen Jahren einen enormen Imagewandel vollzogen, sagt Thomas Wessinghage, Lauf-Experte und Ärztlicher Direktor der Reha-Klinik im schleswig-holsteinischen Damp. Vorbei sei die Zeit, als man passionierte Läufer als gesellschaftliche Außenseiter betrachtet habe. „Einmal einen Marathon zu laufen, das ist heute zu einem akzeptierten und anerkannten gesellschaftlichen Ziel geworden“, sagt Wessinghage, der regelmäßig Lauf-Seminare für Laien anbietet.

Dieses Ziel allerdings muß man sich hart erarbeiten. Ein Marathon-Lauf ist kein Fußball-Kick, bei dem man einfach mal spontan mitmachen kann. „Nur wer über Monate konsequent trainiert, wird erfolgreich sein“, betont Wessinghage.

Das Training wiederum setzt einen bestimmten Lebenswandel voraus: Die Ernährung muß gesund und ausgewogen sein, um nicht schon bei der Vorbereitung zusammenzuklappen. Ausreichend Schlaf und Regenerationsphasen gehören dazu. Alkohol- und Zigarettenkonsum stellen die meisten von selbst vollständig ein.

Wer diese nötige Disziplin mitbringt, kann einen Marathon schaffen. Alter, Geschlecht oder Statur spielen keine Rolle, selbst übergewichtige Menschen können mit dem Training beginnen. „Allerdings sollte sich jeder – ganz gleich ob dick oder dünn – vorher von einem Arzt gründlich auf mögliche Erkrankungen untersuchen lassen, die ein Marathontraining ausschließen“, empfiehlt Wessinghage. Bei Bluthochdruck etwa oder massivem Übergewicht ist es ratsam, zunächst mit ärztlichen Maßnahmen oder moderateren Sportarten wie Fahrradfahren gegen diese Beschwerden vorzugehen und später mit dem Marathontraining zu beginnen. „Nicht jeder muß laufen“, sagt Wessinghage. Manch ein Jogging-Anfänger merkt während der ersten Trainingsstunden, daß ihm Fußball oder Tanzen mehr Spaß macht. „Dann ist das auch in Ordnung. Die Hauptsache ist, daß die Leute sich überhaupt irgendwie bewegen“, erläutert der 55jährige. Denn auch wenn Zehntausende bei Marathon-Läufen an den Start gehen – Millionen bleiben nach wie vor zu Hause und treiben gar keinen Sport.

Für Marathonläufer ist das undenkbar. Auch sie kennen den sogenannten inneren Schweinehund, die Unlust, Kilometer um Kilometer bei Wind und Wetter abzuspulen. Aber sie beißen sich durch, erst beim Training und dann im Wettkampf. An der Ziellinie haben sie nach Angaben von Wessinghage dann ein „Leuchten in den Augen“ und das wunderbare Gefühl, etwas ganz Besonderes geschafft zu haben. „Viele zehren Wochen, Monate, Jahre – ja manchmal ein ganzes Leben davon“, betont der ehemalige Olympia-Teilnehmer.    ddp


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