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07.06.08 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 23-08 vom 07. Juni 2008

Leserforum

Parteien sollten kein Geld aus Steuern erhalten
Betr.: „Parteien wollen erneut mehr Geld“ (Nr. 17)

Meiner Überzeugung nach sollten die Parteien überhaupt kein Geld bekommen, sondern sich aus eigener Kraft von eigenen Beiträgen erhalten. Es ist doch überhaupt nicht einzusehen, warum der Steuerzahler die Parteien finanzieren soll, die doch alle nur für ihren eigenen Vorteil arbeiten. Sie wollen doch nicht regieren, um sich für die Bürger aufzuopfern.

Wir können nur das Glück haben, daß der Vorteil für den Politiker auch uns nützt. Und wenn es zu Wahlen kommt, dürfen wir zwar unsere Stimmen abgeben, aber wen sollen wir denn wählen? Es würde sicher dem Ansehen der Parteien gut bekommen, wenn sie nicht uns Steuerzahlern auf der Tasche lägen. 

Hans-Walter Grünberg, Gera

 

 

Arm und reich
Betr.: „In die Armut getrieben“ (Nr. 21)

Es ist ja bekannt, daß auch die Armut immer wieder neu bestimmt wird. Es ist also nicht arm, wer arm ist, sondern der, der von Fachleuten als arm befunden wird. Es ist eine Willkür-Einstufung, mit der man schnell ins Schleudern kommt, wenn man sie mit der Armut in der Welt vergleicht. Und wir müssen ja auch noch danach fragen, warum jemand „arm“ ist. Und da gibt es doch leider nicht wenige Mitbürger, die wenig Lust zur Arbeit haben und am liebsten nur die Hand aufhalten und es dabei zur Meisterschaft gebracht haben. Zuwanderer haben da auch schon großartige Fähigkeiten entwickelt. Leider muß man aber auch nüchtern feststellen, daß die Kluft zwischen wirklich Reichen und anderen immer größer wird. Und das muß sich ändern. Wer arbeitet und etwas leistet, muß auch angemessen verdienen können.

Ursula Schoenefeld, Aurich

 

 

Mißbrauch unserer Sprache
Betr.: „Wenn nicht mehr drin ist, was draufsteht“ (Nr. 20)

Es gehört wohl zu unserer Zeit, daß man sich auf nichts und niemanden außerhalb des eigenen Familien- und Freundeskreises verlassen kann, und auch da gibt es Enttäuschungen.

Die Zerstörung der Grundwerte unserer Gesellschaft hat Methode, und zu ihr gehört auch der Mißbrauch unserer Sprache. Nicht einmal auf ihre Inhalte ist Verlaß. Dazu passen Totschlags-Vokabeln, mit denen in die Ecke gestellt wird, wer nicht das Richtige meint, worüber eine winzige Minderheit unter Beteiligung vieler Medien das Sagen hat.

Ausländerfeindlichkeit, Rechtsextremismus oder soziale Gerechtigkeit sind Beispiele für Begriffe, deren Inhalte nach Bedarf bestimmt werden.        

Reinhard Patznick, Dresden

 

 

Lee war Vorbild
Betr.: „An der Spitze der Konföderierten“ (Nr. 21)

Dem Verfasser dieses Beitrages gebührt größter Dank. Endlich hat mal jemand die wahren Gründe für die Sezession der Südstaaten der USA und den dann folgenden Krieg (1961–1865) aufgezeigt. Wie recht hat der Verfasser, wenn er sagt: „Am Ende siegte Geld, Eisen und Propaganda über das Recht und die Kultur.“ Der Vergleich mit der Europäischen Union und Deutschlands heutiger Lage darin ist sehr berechtigt.

Den Ausführungen des Verfassers sei noch folgendes angefügt: Die Südstaaten hatten in General Robert E. Lee einen Oberbefehlshaber ihrer Truppen, der als leuchtendes Vorbild in die Militärgeschichte eingegangen ist. Auf deutschen Kriegsakademien wurde vor dem Ersten Weltkrieg und zwischen den Weltkriegen General Lee als menschliches Vorbild und als Genie der Taktik dargestellt.           

Friedrich C. Albrecht, Ehlershausen

 

 

Einer lebt noch
Betr.: „Der letzte seines Schlages“ (Nr. 19)

Hans Heckel hat in ergreifender Weise einen Nachruf auf Philipp Freiherr von Boeselager verfaßt. Mit seinem Tod verstarb allerdings nicht „Der letzte seines Schlages“.

Nach wie vor lebt tatsächlich der letzte Mitverschwörer vom 20. Juli 1944. Ewald Heinrich von Kleist-Schmenzin (geb. 1922), damaliger Leutnant im IR 9. Er wollte sich durch persönlichen Einsatz opfern und Hitler töten. Kleist trug den Sprengsatz am Körper, bei der Vorführung von neuen Uniformen wollte er sich mit Hitler in die Luft sprengen, Hitler erschien nicht. Er (Kleist) konnte sich am 20. Juli 1944 aus dem Bendlerblock herausretten, Ermittlungen gegen ihn wurden eingestellt, es fehlten hierfür Beweise. An die Front versetzt, überlebt er. Sein Vater Ewald wurde hingerichtet. Jetzt geht es wahrscheinlich wieder los: pro und contra 20. Juli 1944. Erst vor einiger Zeit fand in der PAZ ein heftiger Schlagabtausch in dieser Hinsicht statt. Was viele nicht wissen oder nicht wissen wollen, drei Generalfeldmarschalle und ein Generaloberst wußten von den Attentatsvorbereitungen, ohne sich auf die Seite der Putschisten zu schlagen. Von Generaloberst Fromm ist die Aussage überliefert: „Vergeßt mir den Keitel nicht.“

Bernd Dauskardt, Hollenstedt

 

 

Sowjets waren gar nicht fähig, uns anzugreifen!
Betr.: „Und nun spricht Stalin aus den Archiven“ (Nr. 21)

Beim Lesen Ihres Artikels erinnerte ich mich an die Begegnung mit einem Priester auf meiner Polen-Reise 1966. Dieser bemühte sich, mich von der unbefleckten Empfängnis der Maria, was uns den Erlöser bescherte, zu überzeugen. Er hätte in unzähligen Kloster-Archiven nachgeforscht und nichts Gegenteiliges gefunden. Selbst Josef, Marias Mann, sei ja davon überzeugt gewesen. Dieses fundamentale Märchen der christlichen Lehre ging mir durch den Kopf, als ich Ihr Märchen von Stalins Welteroberungsplänen las. Nicht mit der verführerischen Ideologie des Kommunismus träumte er die Welt zu erobern, nein, mit Waffengewalt wähnte er, dies zu erreichen. Ich gestehe, ich habe damals ebenso gedacht wie Bogdan Musial jetzt und ging daher freiwillig zur Wehrmacht – aus Furcht vor dem bolschewistischen Untermenschentum. Aber ab Mitte 1941 sah ich das anders auf Grund meiner Kriegserlebnisse und was ich als Dolmetscher von Kriegsgefangenen und Zivilisten erfahren habe. Anfangs waren die Sowjets damals primitiv gerüstet und schlecht ausgebildet, dazu war ein Viertel von ihnen Analphabet. Ich behaupte, daß die Sowjets uns nie angegriffen hätten, weil sie dazu nicht fähig waren. Der beste Beweis ist ja der Ablauf der Barbarossa-Aktion. Wir hätten gesiegt, wenn nicht der katastrophale Winter 41/42 uns gestoppt hätte. Das Schicksal wollte es, daß ich eine Zeitlang losen Kontakt zu General von der Schulenburg hatte. Er war, wie Sie wissen, der letzte deutsche Botschafter in Moskau und wurde 1944 hingerichtet. Ab September 1941 war er in Bobruisk mit dem Aufbau einer russischen Polizei-Truppe beauftragt. Aus seinen Vorträgen und Gesprächen bekam ich mit, daß dieser Mann den Überfall auf die Sowjetunion bedauerte und richtig traurig darüber war. Damals habe ich auch das erste Mal vom Vertrag von Rapallo erfahren und was dahinter steckte. Später, so ab 1962, war ich etliche Male in der SU. In Gesprächen mit Journalisten und Intellektuellen wurde ich immer gefragt: Warum dieser Überfall?! Ich konnte ihnen keine Antwort geben. Heute wüßte ich es nach der Lektüre Ihres Märchen-Artikels, aber heute fragt mich keiner mehr. Nichts für ungut! Ich habe es nur gut gemeint – der Wahrheit zuliebe. Ansonsten denke ich weiterhin national und handle sozial, bin also ein Nazi aus heutiger Sicht. Und bleibe es, provoziert von einer Enkelin, die in Berlin bei der Antifa tätig ist, von Staatsgeldern finanziert, und sich nicht geniert, mit einem Farbigen ins Bett zu gehen. Bin gespannt, was da rauskommt!

Wilhelm Müller, Friedrichsdorf

 

 

Friedrich der Große vermittelt Heimatgefühl
Betr.: „Ostpreußen bleibt“ (Nr. 21)

„Ostpreußen bleibt“ – das ist auch für mich Tradition und Verpflichtung, aber auch eben jene hervorragende Rede des Sprechers der Landsmannschaft Ostpreußen, Wilhelm v. Gottberg. Danke.

Im Geiste Preuße, so nenne ich insgeheim meine landsmannschaftliche Zugehörigkeit. Zudem sage ich: endlich angekommen, in Norddeutschland, in Hamburg, wo ich auf Arbeit bin. Angekommen, da mir die norddeutsche Sachlichkeit zusagt. Im Elternhaus meiner deutsch-dänischen Vermieterin hängen mehrere historische Fotografien und Bilder, eines porträtiert Friedrich den Großen – endlich angekommen!

Frank Gerlich, Seevetal

 

 

Findiger Prinz
Betr.: Hundert Jahre Scheibenwischer

Hohenzollernprinz Heinrich von Preußen (1862–1929), jüngerer Bruder von Kaiser Wilhelm II., wurde 1909 nicht nur Großadmiral und Generalinspekteur der kaiserlichen Marine, er war auch ein großer Anhänger des Motorsports und Präsident des ältesten deutschen Automobilklubs.

Wenig bekannt ist, daß er auch den Scheibenwischer erfunden hat.

Vor genau 100 Jahren wurde ihm vom Reichspatentamt die Urkunde für seine Erfindung auf den ersten manuell betätigten Scheibenwischer für Automobile ausgestellt.

Prinz Heinrich wurde in Potsdam geboren, war sehr populär und starb im 67. Lebensjahr bei Eckernförde.       

Dieter W. Leitner, Pfungstadt

 

 

Und die Unmenschlichkeit begann
Betr.: „Humanität im Krieg möglich“ (Nr. 16)

Dieser Artikel hat mich sehr bewegt, weckt er doch alte Erinnerungen in mir. Ich gehöre zu den noch ganz wenigen lebenden Soldaten, der dieser Austauschaktion als schwerverwunderter und nicht mehr kampffähiger Soldat angehört hat. Dem von Herrn v. Leesen geschilderten Gesamtbild möchte ich noch zwei Mosaiksteine aus persönlichem Erleben hinzufügen.

Vorweg bestätige ich, daß die Amerikaner uns zwar distanziert aber korrekt behandelt haben. Es gab aber auch Ausnahmen. Eine solche erlebte ich gleich nach meiner Ausschiffung in Boston. In einem US-Army-Hospital erhielten wir neue Transportverbände. Dies war erforderlich, weil wir weiter in den Präriestaat Oklahoma verlegt werden sollten. Für mich war es der erste Verbandswechsel ohne Narkose. Ich kam nunmehr hier in die Hände eines Arztes im Majorsrang. Mit kräftigem Ruck riß er den Verband von meinem Stumpf. Der verursachte Schmerz ließ mich laut aufschreien. Da bekam ich aus einem lächelnden Gesicht in bestem Hochdeutsch zu hören: „Siehst du, alles für Hitler, du Nazi!“ Ich war damals 19 Jahre jung und sehr arglos. Ich hätte also erkennen müssen, wer mich behandelte. Bei allem Groll den dieser Emigrant gegen uns hegte, hätte er sich bewußt sein müssen, daß er unter dem Zeichen des Äskulapstabes stand, der zu korrektem Verhalten verpflichtet. Zum ersten Mal in meinem Leben vernahm ich hier das Wort Nazi – heute eine geläufige Vokabel. In meiner Gefangenschaft machte ich auch Bekanntschaft mit der amerikanischen Wegwerfmentalität, und zwar vor allem, was Lebensmittel betraf.

Mitte Januar traf unser Transport in Konstanz am Bodensee ein. Wir waren dankbar und überglücklich, wieder deutschen Boden betreten zu dürfen.

Aber was war das für ein Deutschland? Die Städte zerstört, an den Trümmern hasteten ausgemergelte und übermüdete Menschen vorbei. Die Alliierten bombardierten unsere Städte rund um die Uhr. Am Tag flogen die Amerikaner, nachts kamen die Engländer. An den Chausseen und Feldrändern waren in Abständen Schutzlöcher ausgehoben, in die man sich flüchten konnte, wenn die Jabos im Tiefflug Jagd auf Zivilisten machten. Der Krieg hatte andere Formen angenommen. Man bekämpfte nicht nur mehr die Kombatanten, sondern kämpfte auch gegen ihre Kultur.

Anders kann man die Zerstörung von Städten wie Hildesheim und Potsdam nicht erklären. Der Krieg war in eine inhumane Form übergegangen – soweit Kriege überhaupt „human“ sein können. Siehe hier wiederum den Artikel von v. Leesen.

Dr. rer. nat. Hans-Joachim Meyer, Alfeld


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