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21.06.08 / »Da hilft nur die harte Linie« / In den Badeanstalten der Spreemetropole eskaliert die Gewalt: Sicherheitsleute mit Hunden patrouillieren

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 25-08 vom 21. Juni 2008

»Da hilft nur die harte Linie«
In den Badeanstalten der Spreemetropole eskaliert die Gewalt: Sicherheitsleute mit Hunden patrouillieren
von Markus Schleusener

Als Anfang Juni die Temperaturen in der Hauptstadt emporschnellten, kam diese gute Nachricht wie gerufen: Berlins Badeseen sind die besten. Nicht nur in ganz Deutschland. Nein, in ganz Europa. Nirgendwo gibt es eine höhere Wasserqualität als hier. 38 von 40 regelmäßig getesteten Badestellen bekamen ein „Hervorragend“.

Es gibt aber noch andere Gründe für die Badestellen als nur die gute Qualität. Am Wannsee, am Tegeler See oder am Müggelsee ist es nicht so voll, und es gibt nicht so viel Ärger mit Gewalttätern.

Und die haben, das räumen mittlerweile selbst die offiziellen Stellen offen ein, beinahe durchweg einen „Migrationshintergrund“. Eigentlich spricht man nicht so gerne darüber. Es ist ja auch nicht politisch korrekt. Aber die Lage ist mittlerweile derart ernst geworden, daß Berliner deutscher Herkunft in wachsender Zahl die 60 staatlichen Badeanstalten (vor allem Freibäder, Sommerbäder, Schwimmhallen und Stadtbäder) meiden und auf stillere Orte, zum Beispiel an der Havel, ausweichen.

Berlins Traditionsbäder werden von gewalttätigen Jugendlichen in gefährliche Orte verwandelt. Immer öfter ist von Schlägereien, Messerstechereien, Nötigungen, Belästigungen und Diebstahl die Rede. Die Bäderbetriebe halten jetzt dagegen, mit mehr Sicherheitspersonal und schärferen Sanktionen. Schon seit vergangenem Jahr werden Gäste systematisch nach Messern durchsucht.

Beispiel Sommerbad Kreuzberg: Anfang Mai mußte die Polizei hart durchgreifen, als es ein Handgemenge wegen einer Nichtigkeit gab. Vier junge Araber wurden festgenommen. Zwei von ihnen wurden damals bereits als Intensivtäter per Haftbefehl gesucht. Aber auch ihre Kumpels standen den Prüglern in nichts nach. Erst der Einsatz eines Polizeihundes sorgte für Ruhe. Der Leiter der Badeanstalt Erhard Kraatz: „Viele Besucher verhalten sich wie Primaten, und es sind leider fast ausschließlich Ausländer.“

Als „Christenschwein“ sei er verunglimpft worden, beschwerte sich der Sozialdemokrat unlängst. Und er hat entdeckt: „Wir sind immer nur tolerant, umgekehrt schlägt uns nur Intoleranz entgegen.“

Es herrscht ein rauher Ton in Berlins Multikulti-Badeanstalten. Die Verantwortlichen haben dem Treiben offenbar zu lange zugesehen – längst sind ihnen deswegen die Familien, die Senioren, die deutschen Jugendlichen als Badegäste verlorengegangen. Und zwar nicht nur in Kreuzberg, Wedding und Neukölln, den Bezirken mit hohem Migrantenanteil. Auch in Pankow, einem Ostbezirk mit einem gefühlten Ausländeranteil von null Prozent, regiert die Gewalt. Und sie geht auch dort fast ausschließlich von Migrantenkindern aus. Im Sommer 2006 rotteten sich dort einmal 200 Badegäste zusammen und demolierten die Einrichtung. Das Bad mußte geräumt werden. Hinterher waren 80 Polizisten nötig, um den laufenden Betrieb abzusichern.

Kein Einzelfall. Ein früherer Mitarbeiter eines Freibades schildert es so: „Ich habe selber mal jahrelang in einem Schwimmbad gearbeitet. Da kam es dann drauf an, wer der Schichtführer war. Einer, der nur Recht und Gesetz kannte, und ich hatte Rückendeckung, wenn ich einen rausgeschmissen habe, der eine Frau dumm angemacht hat. Und ein linker Gutmensch, der alles schleifen ließ. Ratet mal, bei wem Ruhe im Bad war und auf welcher Schicht ich am liebsten gearbeitet habe?“ Auch ein aktiver Bademeister türkischer Herkunft bestätigt: „Es nutzt nichts, diese Jungen zu ermahnen. Da hilft nur die harte Linie.“

Bisher wurde also, so scheint es, kein allzu großer Wert auf die Einhaltung der Badeordnung (Zitat: „Bitte nehmen Sie auf die anderen Badegäste Rücksicht“) gelegt. Doch zum Saisonbeginn haben die Berliner Bäderbetriebe jetzt andere Saiten aufgezogen. Er wolle schon die  kleinsten Pöbeleien unterbinden, kündigte Bäder-Chef Klaus Lipinsky an und ernannte einen neuen Sicherheitsbeauftragten namens Andreas Pfitzner.

Zur neuen Strategie gegen Gewalt in den Berliner Bädern gehören Patrouillen mit Hunden und  Hausverbote. Diese wurde im laufenden Sommer bereits 150 Mal ausgesprochen. Auf der Liste der Rausgeflogenen ständen nur vier deutsche Namen, verriet Pfitzner gegenüber dem „Focus“.


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