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21.06.08 / Flottenmodernisierung in Memel / Litauens Kriegsmarine erhält von Dänemark neues Raketenboot der »Standard Flex 300«-Klasse

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 25-08 vom 21. Juni 2008

Flottenmodernisierung in Memel
Litauens Kriegsmarine erhält von Dänemark neues Raketenboot der »Standard Flex 300«-Klasse
von Hans Lody

Im ostpreußischen Memel, seit der Unabhängigkeit Litauens Hauptstützpunkt der litauischen Marine, bereitet man sich auf die Ankunft neuer Kriegsschiffe für die litauische Marine vor. Von den drei baltischen Staaten unterhält Litauen die zahlenmäßig stärksten Seestreitkräfte. Bisher waren es von der Sowjetmacht zurückgelassene Einheiten und ältere Kriegsschiffe aus Dänemark, Norwegen und der Bundesrepublik Deutschland, welche die Marinen von Estland, Lettland und Litauen bildeten. Geld für teurere Neubauten ist in keiner der drei Republiken vorhanden. Nunmehr erhält die litauische Marine trotzdem neuzeitiges Schiffsmaterial.

Von 1988 bis 1996 entstanden auf der Danyard Vaerft Aalborg 14 Raketenboote des „Standard Flex 300“-Typs, auch als „Flyvefisken“-Klasse bekannt. Die 450 Tonnen großen Boote sind in wenigen Stunden zu Minensuchern, Minenlegern oder Wachbooten umzurüsten, weil die entsprechenden Waffen als Module vorgehalten werden und rasch aus- beziehungsweise eingebaut werden können. Zum Waffenarsenal gehören eine 76- und zwei 20-Millimeter-Maschinenkanonen, Maschinengewehre, „Harpoon“-Seezielraketen, „Sea Sparrow“-Flugabwehrraketen, Torpedos und – für die Rolle als Minenleger – 60 Seeminen.

Dieses Jahr wurden beziehungsweise werden die „Flyvefisken“ und die „Hajen“ übergeben. Eine dritte Einheit folgt möglicherweise kommendes Jahr mit der „Lommen“. Bereits am 13. Mai 2008 waren 19 litauische Marinesoldaten zur Übernahme der „Flyvefisken“ in Korsör eingetroffen, wo die bisherigen Besatzungsmitglieder die Neuankömmlinge einwiesen. Am 30. Mai fand dann in Korsör eine feierliche Zeremonie statt. Am 1. Juni traf das nun namenlose Boot mit der neuen Serienummer „P 11“ in Memel ein. Die „Hajen“ soll noch in diesem Herbst folgen. Ob die litauische Marine die Option auf das Schwesterboot „Lommen“ ausübt, ist gegenwärtig noch unklar. Da die litauische Marine aber noch drei ehemals norwegische Raketenboote aus den 70er Jahren unterhält, die dringend ersetzt werden müssen, spricht einiges dafür, daß die „Lommen“ 2009 ihren Schwesterbooten nach Memel folgen wird.

Was die Namensgebung angeht, scheint eine Entscheidung gefallen zu sein. Einsatzmäßig ersetzen „Flyvefisken“ und „Hajen“ die beiden „Grisha“-Korvetten aus sowjetischen Beständen, die bislang unter den Namen „Zemaitis“ und „Aukstaitis“ fuhren. Diese Namen sollen auf die beiden Neuerwerbungen übergehen.

Mit dem Erwerb dieser „Standart Flex 300“-Boote ist Litauen zukünftig in der Lage, im Nato-Verbund an internationalen Einsätzen teilnehmen.


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