12.08.2022

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12.07.08 / Friedlandschlacht nachgespielt / Rund 500 Menschen beteiligten sich mit zirka 80 Pferden an dem Spektakel am Originalschauplatz

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 28-08 vom 12. Juli 2008

Friedlandschlacht nachgespielt
Rund 500 Menschen beteiligten sich mit zirka 80 Pferden an dem Spektakel am Originalschauplatz
von Jurij Tschernyschew

So wie in Europa und anderen Ecken der Welt Karneval und andere Feste gefeiert werden, so ist es im Königsberger Gebiet Usus geworden, große historische Schlachten zu rekonstruieren. Die Organisatoren bemühen sich, alle Details möglichst historisch originalgetreu nachzubilden. Sie legen dabei auf Details der Uniformen, Waffen und Munition der gegeneinander kämpfenden Armeen ebenso viel Wert wie auf den Verlauf der jeweiligen Schlacht.

Kürzlich fand wieder solch ein Ereignis in Friedland stat. Anlaß war diesmal der 201. Jahrestag der berühmten Schlacht von Friedland, in der am 14. Juni 1807 die napoleonische Armee die verbündeten Russen und Preußen schlug. Jene Schlacht war die letzte, die entscheidende des Vierten Koalitionskrieges, der kurze Zeit später mit dem Tilsiter Frieden endete.

Organisatoren des Großereignisses waren die Russische Militärgeschichtliche Gesellschaft und die Russische Kulturstiftung „Unsere Aufgaben“, deren Gründer der in seinem Land bekannte russische Schriftsteller und Historiker Edward Radsinskij ist. Hauptregisseur und Leiter der Friedlandschlacht-Rekonstruktion war der Präsident der Russischen Militärgeschichtlichen Gesellschaft, Oleg Sokolow. Der auf die Epoche Napoleons spezialisierte Autor wissenschaftlicher Arbeiten und Berater von Kinofilmen fehlt bei kaum einer Inszenierung von Ereignissen aus der napoleonischen Zeit. Bei dieser Inszenierung der Friedlandschlacht spielte der Russe den Kaiser der Franzosen, mit dem er übrigens gemein hat, daß auch er Träger des Ordens der Ehrenlegion ist.

Der Rekonstruktion ging eine Parade der Teilnehmer voraus. In geraden Reihen zogen zur Freude der Zuschauer Kavalleristen und Infanteristen durch die Straßen von Friedland. Die Teilnehmenden rekrutierten sich aus historisch interessierten Vereinen der verschiedensten Länder. Zu den etwa 300 Russen gesellten sich ungefähr 200 Mitwirkende aus Frankreich, der Ukraine, Weißrußland, Lettland, Litauen und Polen. Hinzu kamen zirka 80 Pferde und eine Reihe von Geschützen.

Natürlich können rund 500 Menschen kein Ereignis vollkommen originalgetreu nachstellen, an dem 150000 Soldaten und Offiziere beteiligt gewesen waren, jedoch konnten die Schlüsselmomente der Friedlandschlacht am Originalschauplatz nachgestellt werden.

Die Reaktion von Zuschauern und Teilnehmern war durchweg positiv. An der Finanzierung dieses und anderer Spektakel dieser Art war maßgeblich der Moskauer Geschäftsmann Viktor Baturin beteiligt – ein Bruder der Ehefrau des Moskauer Bürgermeisters Jurij Luschkow. Das Budget Friedlands wurde laut dessen Bürgermeister Pjotr Sedow nur mit 894000 Rubel (etwa 24000 Euro) belastet.

Foto: Kirchenmodell: Auch nachgebaute Gebäude wurden in das Schauspiel einbezogen.


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