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02.08.08 / Lycks Historie / Dauerausstellung im Wasserturm

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 31-08 vom 02. August 2008

Lycks Historie
Dauerausstellung im Wasserturm

Die ostpreußische Stadt Lyck feiert in diesem Jahr ihre 610jährige Existenz und im nächsten Jahr die Verleihung der Stadtrechte vor 340 Jahren.

Die Geschichte von Lyck beginnt mit der Erschließung des Prußenlandes durch den Deutschen Orden im 14. Jahrhundert Bereits Ende des 13. Jahrhundert stießen die Ordensritter im Südosten des Landes auf die Große Wildnis. Über 100 Jahre blieb dieses Gebiet ein Niemandsland zwischen den besiedelten Ordensgebieten und dem Sudauer Land. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts begann der Orden, im Vorfeld der Masurischen Seen Befestigungen zu bauen. 1398 ließ der Ordenskomtur aus Balga, Ulrich von Jungingen, auf einer Insel im Lycker See ein Ordenshaus (festes Haus auf dem Werder zur Licke) errichten. Das mit einem Erdwall und Palisaden befestigte hölzerne Haus Lyck wurde um 1408 zu einer steinernen Wasserburg ausgebaut. Gleichzeitig entstand auf dem Ostufer, nördlich der Mündung des Flusses Lyck in den Lycker See, eine Siedlung, in der sich Fischer, Handwerker und Dienstleute niederließen. Die Ortschaft wurde nach dem Namen des Flusses zu Likke benannt. Am 27. Mai 1425 verlieh der Hochmeister des Deutschen Ordens, Paul von Russdorf, dem Zinsdorfe czur Lycke (zur Licke) die Handfeste nach dem kulmischen Recht. Bereits 1435 hatte der Hochmeister die Absicht, dem Dorf die Stadtrechte zu gewähren, aber der Versuch scheiterte durch die Wirren der unruhigen Zeit und Lyck blieb noch lange nur ein Dorf ohne Kirche und Marktrechte. Erst 271 Jahre nach der Gründung, am 23. August 1669, verlieh der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm dem Flecken Lyck das Stadtrecht.

Am 9. Juni 2008 wurde in Lyck (poln. Ełk) feierlich eine historische Ausstellung eröffnet, die in Zusammenarbeit zwischen dem Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen / Bayern und der Kreisgemeinschaft Lyck entstanden ist.

Bei einem Besuch in Lyck vor einem Jahr entstand bei einem Gespräch zwischen dem Direktor des Kulturzentrums Ostpreußen, Wolfgang Freyberg, und dem Vorsitzenden der Kreisgemeinschaft Lyck, Gerd Bandilla, die Idee, eine Ausstellung über die Geschichte der Stadt Lyck zu erstellen und diese dauerhaft im dortigen Wasserturm zu präsentieren. Diese Initiative stieß auf großes Interesse der Gesellschaft der Deutschen Minderheit in Lyck, welche im alten Wasserturm von 1895 ihren Sitz hat. Die historische Ausstellung unter dem Titel „Lyck – Die Hauptstadt Masurens“ wurde im Laufe dieses Jahres im Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen mit finanzieller Hilfe der Kreisgemeinschaft zweisprachig erstellt. An den Eröffnungsfeierlichkeiten im Wasserturm nahmen teil: für das Kulturzentrum Ostpreußen: Dr. Wiesław Roman Gogan (Konzept und Texte) und Bernhard Denga (grafische Gestaltung), der Vorsitzende der Kreisgemeinschaft Lyck, Gerd Bandilla, Vertreter der deutschen Minderheit im Kreis Lyck mit der Vorsitzenden der Gesellschaft der Deutschen Minderheit in Lyck, Irene Szubzda sowie zahlreiche Gäste.        W. R. G.

Foto: Wasserturm in Lyck


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