13.08.2022

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27.09.08 / Siegfried und Kriemhild in Netzeband

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 39-08 vom 27. September 2008

Siegfried und Kriemhild in Netzeband

Nur knapp 30 Kilometer von Rheinsberg entfernt, wo die Kammeroper Schloß Rheinsberg mit ihrem künstlerischen Leiter Siegfried Matthus seit 1991 Erfolge feiert, läßt ein weiteres Festival aufhorchen: der Theatersommer Netzeband. Seit 1996 ist das Gründungsmitglied des Festivals der Schauspieler, Regisseur und Matthus-Sohn Frank dessen künstlerischer Leiter. Ein erstes Engagement erhielt der 1964 Geborene beim Berliner Ensemble, wo er unter anderem in Brechts „Dreigroschenoper“ den Moritatensänger spielte. Mit dieser Inszenierung gastierte Matthus auch in Israel und in Südamerika. In der Meisterklasse des Berliner Ensembles ließ er sich schließlich auch in Regie ausbilden und war von 1990 bis 1996  am Brandenburger Theater als Regisseur und Schauspieler engagiert, zuletzt als amtierender Oberspielleiter. Seit 2001 arbeitet er freischaffend, so auch im 200-Seelen-Dorf Netzeband.

Am Fuße einer wieder aufgebauten Schinkel-Kirche (als Kunst-raum genutzt) breitet sich eine monumentale Naturbühne aus. Hier wird Open-Air-Theater gespielt – auf einzigartige Art und Weise. Mit „Der Fluch des Ringes“ begann Regisseur Frank Matthus in diesem Sommer die Nibelungen-Trilogie. 2009 und 2010 folgen die Fortsetzungen mit „Siegfrieds Tod“ und „Kriemhilds Rache“. Bekannte Theater- und Filmschauspieler übernahmen die Hauptrollen – allerdings im Tonstudio.

Eines der ältesten Theatermittel kam dabei zum Einsatz: die Maske. Sie vergrößert die Gesichter und erzwingt einen choreographischen Umgang mit der Figur. Professionelle Tänzer, Schauspieler und über 20 Theaterbesessene aus Netzeband und den Dörfern ringsum gaben den so entstandenen Kunstfiguren Wotan, Brünhilde, Siegfried, Kriemhild, Riesen und Zwergen Körper und Bewegung. Text (von Anton Perrey), Sound, Tanz, Masken und die Natur bildeten hier ein faszinierendes Gesamtkunstwerk.         Ute Schindler/ os


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