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27.09.08 / Untergang der Neumark / Autor skizziert den Einmarsch der Roten Armee in Ostbrandenburg

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 39-08 vom 27. September 2008

Untergang der Neumark
Autor skizziert den Einmarsch der Roten Armee in Ostbrandenburg

Daß Brandenburg ein Land der Bundesrepublik Deutschland ist, das hat sich inzwischen auch bis zum letzten Wessi herumgesprochen. Daß aber dieses Brandenburg als von Deutschen gestaltete Kulturlandschaft Jahrhunderte lang nicht – wie heute – an der Oder aufhörte, sondern viel weiter nach Osten reichte, das ist nicht mehr im Bewußtsein aller Deutschen verankert. Dabei ist diese Landschaft, allgemein als die Neumark bezeichnet, Heimat vieler namhafter Deutscher gewesen wie Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, dem Baumeister Fried-richs des Großen (Sanssouci), Alfred Henschke, der unter dem Namen Klabund als Schriftsteller Einfluß auf die deutsche Literatur ausübte, Christa Wolf, eine vor allem in der DDR gefeierte Autorin.

Im Januar 1945 überrollte der Krieg das Land. Wie in keinem anderen deutschen Gebiet im Osten wütete die Rote Armee unter der Zivilbevölkerung im östlichen Brandenburg. 400000 Menschen gelang nicht mehr die Flucht. Von ihnen wurden 190000 Opfer der polnischen und russischen Sowjetarmisten. Wer überlebt hatte, wurde vertrieben. Das Land wurde Polen zugeschlagen.

In dem neuen Buch von Werner H. Krause „Totentanz im Oderland“ berichten Zeitzeugen von den Ereignissen. In großen Zügen schildert Krause das militärische Geschehen. Er schaltet Kapitel ein, in denen über die Geschichte und Kultur Ostbrandenburgs berichtet wird. Erschüttert liest man vom Schicksal von Familien, Dörfern, Städten. Wer wußte, daß in der Gegend um Frankfurt an der Oder die ersten Einheiten der neu aufgestellten beiden Divisionen der Russischen Befreiungsarmee ROA, die unter dem Kommando von Generalleutnant Wlassow an deutscher Seite gegen den Bolschewismus kämpften, in die Abwehrkämpfe eingriffen?

Es ist ein unzeitgemäßes Buch, das Werner H. Krause vorlegt. Dergleichen lesen viele Deutsche heute kaum. Dabei wäre es dringend nötig, um sich ein realistisches Bild unserer jüngsten Geschichte zu machen.   Hans-Joachim von Leesen

Werner H. Krause: „Totentanz im Oderland – Der Einmarsch der Roten Armee in Ostbrandenburg 1945“, Stegen 2008, 398 Seiten, 24,80 Euro


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