12.08.2022

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17.01.09 / Alle könnten identifiziert werden

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 03-09 vom 17. Januar 2009

Alle könnten identifiziert werden

Im Krieg der Zukunft gibt es keine unbekannten Soldaten mehr“ – diese Aussage eines Kriminologen beruht vor allem auf den Fortschritten der Gentechnik. Selbst kleinste Körperreste lassen sich heute anhand genetischer Spuren sicher zuordnen. Beispielsweise erlauben winzige Haar- und Blutreste des anno 1833 ermordeten Kaspar Hauser die Aussage, daß das geheimnisumwitterte Findelkind nicht wie lange vermutet mit dem Hause Baden verwandt ist.

Im übrigen ist die Gentechnik in den vergangenen Jahren nicht nur weitaus exakter, sondern auch kostengünstiger geworden. Wenn also der Wille bestehen würde, die Namen der Toten von Marienburg festzustellen, dann wäre das – wenn auch mit einigem Aufwand – in den weitaus meisten Fällen möglich.

Die Hauptschwierigkeit würde darin bestehen, daß „Gegenproben“ der Verstorbenen fehlen. Doch Nachkommen und andere Verwandte (und zwar auch entferntere) könnten nach und nach die zur Identifizierung der Toten notwendige Vergleichsproben zur Verfügung stellen.

Die Namen der in Frage kommenden Vermißten sind prinzipiell ganz überwiegend ebenfalls dokumentiert: Soweit es sich um Militärangehörige handelt, sind alle Namen bei der Deutschen Dienststelle in Berlin erfaßt. Soweit es sich um Zivilisten handelt, sind die weitaus meisten Namen im Zuge der „Gesamterhebung“ der Jahre 1958 bis 1964 ermittelt worden. Die damals erstellten Karteien für Ost- und Westpreußen werden heute beim Kirchlichen Suchdienst in Stuttgart aufbewahrt, bis 2001 wurden sie in Lübeck verwahrt. K.B.


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