19.01.2022

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17.01.09 / Die ostpreußische Familie / Leser helfen Lesern

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 03-09 vom 17. Januar 2009

Die ostpreußische Familie
Leser helfen Lesern
von Ruth Geede

Lewe Landslied,

liebe Familienfreunde,

es ist schon so, daß manche Steine erst nach Jahr und Tag ins Rollen kommen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn Nichtleser unserer Zeitung im Internet auf die PAZ und damit auch auf unsere „Ostpreußische Familie“ stoßen und dort Berichte finden, die sie interessieren. Meistens geht es dabei um Familienforschung, und zum großen Erstaunen liest so mancher dann unverhofft seinen Sippennamen oder den des Heimatortes der ostdeutschen Vorfahren. Also wird nachgefragt, und dann – beginnen zumeist die Schwierigkeiten, jedenfalls für uns. Denn viele Veröffentlichungen liegen lange Jahre zurück, die betreffenden Unterlagen sind nicht mehr vorhanden, die damaligen Informanten nicht auffindbar. Viel Arbeit also, die durch den langen Zeitabstand nicht immer zum Erfolg führt. Da muß man dann neu ansetzen, und das werden wir in unserem ersten Fall, den wir in dieser Kolumne behandeln, auch tun.

Es geht um das am Kurischen Haff gelegene Dorf Haffwerder, früher Agilla, Kreis Labiau. Von dort stammt vermutlich der Großvater von Herrn Michael Depkat-Jacob, über den sein Enkel so gut wie nichts weiß. Nur soviel: Großvater August Depkat wurde am 24. Dezember 1918 wahrscheinlich in Agilla geboren. Bisher hat die Familie auch kaum Nachforschungen nach dem ostpreußischen Großvater betrieben, obgleich sie gerne etwas über Herkunft und frühe Lebensjahre von August Depkat wissen möchte. Man wußte wohl auch nicht, wie und wo man mit der Familienforschung beginnen sollte. Diese ist aber vor allem für seinen Enkel zu einer Herzensangelegenheit geworden, wie Herr Depkat-Jacob schreibt, der wenigstens eine vage Vorstellung von der Zeit bekommen möchte, die August Depkat als Kind und junger Mensch in seiner Heimat am Kurischen Haff verbrachte. Nun stieß er im Internet auf die Folge 2 der PAZ / Das Ostpreußenblatt vom 15. Januar 2005. Genau vor vier Jahren also hatte ich in unserer „Ostpreußischen Familie“ über die Erfolge berichtet, die unser Leser Hans-Georg Leber aufgrund einer einzigen Suchfrage zu verzeichnen hatte. Der ehemalige Forstlehrling des bekannten Oberforstmeisters Hans Kramer im Staatsjagdgebiet Elchwald hatte nach ehemaligen Freunden und Bekannten aus Haffwerder gesucht und sehr viele Zuschriften und Anrufe erhalten. Der Höhepunkt war dann der überraschende Besuch eines ehemaligen Kollegen, der wie Herr Leber ebenfalls Forstlehrling bei Kramer gewesen war.

Das nur noch einmal zur Erinnerung. Was Herrn Depkat-Jacob aber nun am meisten interessierte, war die Erwähnung einer Plankarte von Haffwerder, in der alle 110 Wohnhäuser mit den Namen ihrer Besitzer eingetragen waren. Diese Karte hatte Herr Leber von einer Leserin bekommen. Vielleicht war auf diesem Lageplan auch das Haus der Familie Depkat verzeichnet, wenn diese aus Haffwerder stammen sollte? Mit dieser Frage wandte sich nun Herr Depkat-Jacob an mich und bat um eine Kopie der Karte, die ich aber leider nicht habe. So kann ich nur hoffen, daß Herr Hans-Georg Leber sie noch besitzt oder die – mir unbekannt gebliebene – Leserin, die damals den Plan an Herrn Leber sandte. Sicherlich wird die Karte sich einfinden, aber es bleibt die Frage, ob der Name „Depkat“ auf ihr verzeichnet ist. Deshalb müssen wir den möglichen Informantenkreis erweitern auf die ehemaligen Bewohner von Haffwerder / Agilla. Immerhin hatte der Ort 900 Einwohner, da dürfte sich wohl noch jemand finden, der die Familie Depkat oder sogar den Großvater des Suchenden kannte. Auch die Bewohner der in der Umgebung von Hindenburg liegenden Ortschaften sind gefragt. Dem Namen nach stammt die Familie mit großer Wahrscheinlichkeit aus dieser Gegend. Ich würde mich freuen, wenn der Enkel etwas über die Herkunft seines Großvaters und das Stammland der Familie erfahren könnte, zumal seine Anfrage sehr bescheiden und fast zögerlich war. Er kennt eben unsere Ostpreußische Familie nicht – das dürfte sich jetzt ändern. (Michael Depkat-Jakob, Drachenseestraße 8 in 81373 München, E-Mail: michael.depkat-jakob@adac.de.)

Ich bemühe mich ja, – fast –jeden Wunsch zu erfüllen, aber bei manchem muß ich passen, weil er sich beim besten Willen nicht realisieren läßt. So ergeht es mir leider mit den schönen, alten Aufnahmen, die uns Herr Karl Weiß aus Freiberg zusandte mit der Bitte, sie zu veröffentlichen. Herr Weiß sammelt alles über Drengfurt, denn er ist ein Sohn der kleinen Stadt, 1944 dort geboren. Es ist eine Sammlung von den Drengfurtern für die Drengfurter, wie er schreibt, Teile sind im Internet unter www.drengfurt.de zu sehen. Nun besitzt Herr Weiß einige alte Atelieraufnahmen, die er nicht einordnen kann, weil die darauf abgebildeten Personen unbekannt sind. Diese müßten in Drengfurt oder Umgebung gewohnt haben, leider sind die Vorbesitzer der Fotos unbekannt. Herr Weiß bittet uns nun, alle fünf übersandten Aufnahmen zu veröffentlichen, damit er die Fotos zuordnen kann – falls jemand eine Verwandte darauf erkennen will, denn es handelt sich ausschließlich um Frauenbildnisse. Die Damen sind zumeist blütenweiß gekleidet, die Haare onduliert – man riecht direkt die Brennschere. Nun kann ich hier an meinem streng bemessenen Platz nicht fünf Aufnahmen von einem Einsender veröffentlichen, außerdem sind die meisten Fotos unscharf, die Gesichter verschwommen. Und auf die kommt es ja schließlich an, obgleich ich bezweifle, daß es überhaupt möglich ist, nach fast 100 Jahren irgendwelche Verwandten, die man nie gesehen hat, auf diesen schwachen Aufnahmen zu erkennen. Ein Bild wollen wir heute und hier bringen, das einer älteren Frau mit strengem Scheitel, das für ein Leben in Pflicht und Sorge spricht – Sinnbild für unsere hart arbeitenden Großmütter. Die Aufnahmen wurden nur zum Teil in Drengfurt (Antonie Biedritzki) gemacht, die anderen stammen aus Insterburger oder Königsberger Ateliers. Ein zweites Bild habe ich noch zurück behalten, weil es interessante Details bietet, doch darüber dann später. Wer sich für die Drengfurter Sammlung und die alten Fotos interessiert, wende sich bitte an Herrn Karl Weiß, Mendelejewstraße 26 in 09599 Freiburg, Telefon (03731) 72516, E-Mail: belkawodgor@gmx.de.

Wie unsere Familie mitdenkt, mitmacht, dafür bekam ich jetzt wieder einmal ein schönes Beispiel. Es ging um den Friedhof in Rauschen, auf dem sich das Grab des Arztes Dr. Paul Otto Ehlert befinden soll. Inzwischen hat sich ja herausgestellt, daß es sich um den Friedhof in dem nahen Sankt Lorenz (Salskoe) handelt. Jedenfalls bat Frau Ilse Meier aus Bad Salz­uflen ihre Königsberger Freundin, den Friedhof in Rauschen aufzusuchen. Was diese auch tat, aber sie hat ihn nicht gefunden, meint, er sei nicht mehr vorhanden. Diese Freundin wohnt jetzt mit ihren Großeltern in Königsberg-Maraunenhof. Der Name der beiderseits vom ehemaligen Bismarckplatz gelegenen Straße war Ernst-Wichert-Straße – jetzt Gogolja Straße 1-2. Das Eckhaus, eine alte Villa, ist sehr schön, im Flur gibt es Fresken. Wer kennt die Villa und kann etwas über den früheren Besitzer sagen? (Ilse Meier, Bergstraße 82 in 32108 Bad Salzuflen.)

„Die Liste der zeitnahen Ansprechpartner wird immer dünner!“ So bilanziert unser Landsmann Manfred Ferkau aus Burgdorf seine bisher vergebliche Suche nach möglichen Informanten über seine väterliche Linie, was meine Erfahrungen nur bestätigt. Seine Kinder fordern von ihm eine „Aufschreibung seines Lebens“ und damit auch die seiner Herkunft. Er bittet uns, ihm dabei zu helfen. Als bisheriger Nichtleser unserer Zeitung erhielt er den Rat, sich an uns zu wenden, vom Standesamt in Burgdorf. Sicherlich hat sich Herr Ferkau das auch einfacher vorgestellt, und ihm wird der Weg neu sein, den wir mit unserer Ostpreußischen Familie beschreiten. Aber es dürfte der einzig richtige sein, damit die weißen Flecken in seiner Biografie ausgefüllt werden können. Geboren wurde Manfred Fritz Ferkau am 24. März 1942 in Sandlack, Kreis Bartenstein, als Sohn von Elsa­beth Ferkau, * 7. Mai 1922 in Kaydann-Lindenau, Kreis Gerdauen. Über seinen leiblichen Vater ist kaum etwas bekannt, selbst sein vermutlicher Name Fritz Meier (Maier, Meyer) ist nicht belegt. Er soll angeblich im ebenfalls im Kreis Bartenstein gelegenen Landskron gelebt und noch vor der Geburt seines Sohnes gefallen sein. Die Mutter hat am 5. Dezember 1944 auf dem Standesamt Bartenstein Max Kullak geheiratet. Die junge Frau verstarb allerdings schon im Frühjahr 1945 in Marienburg, wohl auf der Flucht. Vor ihrem Tode soll sie ihrer Schwester den Namen des Vaters ihres Sohnes mitgeteilt haben, den sie bisher wohl verschwiegen hatte. Manfreds Großmutter Anna will auch eine Todesanzeige des vermutlichen Vaters in einem Gesangbuch (ihrer Tochter?) gesehen haben. Das ist alles, was Herr Ferkau weiß. Das ist mager, aber doch nicht so dünn, wie es scheint. Denn anhand der Ortsnamen kann man nach alten Bekannten und Nachbarn suchen, allerdings handelt es sich um einen begrenzten Personenkreis. Denn Sandlack war ein Gut, und es ist anzunehmen, daß Elisabeth Ferkau dort beruflich tätig war. Eine Schwangerschaft wird nicht unbemerkt geblieben sein, zumal das Kind auch dort geboren wurde. Es dürfte sich auch nicht um eine flüchtige Verbindung gehandelt haben, denn das Kind bekam ja als zweiten Vornamen den seines Vaters Fritz. Wenn dieser aus Landskron stammte, so dürften ehemalige Bewohner des nahe Bartenstein gelegenen Dorfes – falls sie diese Zeilen lesen – erinnern, ob es dort eine Familie Meier gegeben hat. Vielleicht sogar an den so früh Gefallenen, dessen Soldatentod ja durch eine Anzeige bekannt gemacht wurde. Herr Ferkau möchte so gerne etwas über seinen Vater und die Familie erfahren, vielleicht hatte dieser Geschwister oder andere Verwandte? Ein Rentner, der so spät nach seiner Herkunft sucht – helfen wir ihm, wenn wir es können. (Manfred Fritz Ferkau, Husarenweg 15 in 31303 Burgdof, Telefon 05085/981963.)

Eure Ruth Geede

Foto: Wer kennt diese Frau? Wer etwas zu diesem im Drengfurter Atelier Biedritzki  gemachten Foto zu sagen weiß, wende sich an Karl Weiß, Mendelejewstraße 26 in 09599 Freiburg, Telefon (03731) 72516, E-Mail: belkawodgor@gmx.de.


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