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31.01.09 / Endstation Peking? / Dem deutschen Transrapid droht das Aus

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 05-08 vom 31. Januar 2009

Endstation Peking?
Dem deutschen Transrapid droht das Aus

Noch einmal, vielleicht zum letzen Mal, werden für den Transrapid die Weichen gestellt. Und dann könnte es heißen: Endstation Peking.

Das Memorandum, das die Magnetbahn-Entwickler Siemens und ThyssenKrupp dem chinesischen Premier Wen Jiabao bei seinem derzeitigen Berlin-Besuch unterschriftsreif vorlegten, eröffnet jedenfalls den Weg zur Übergabe von Kerntechnologien an die Transrapid-Partner in Fern-ost. Im Klartext: Die Chinesen profitieren von der jahrzehntelangen milliardenteuren Forschungs- und Entwicklungsarbeit in Deutschland, machen das durchaus mögliche Exportgeschäft ohne uns, und sollte sich die ideologiegeprägte Stimmung hier einmal ändern, dann können wir den einstmals deutschen „Tlanslapid“ für teures Geld in Peking zurück-kaufen.

Noch gibt es allerdings eine Chance, die Zukunftstechnologie Transrapid in Deutschland zu halten. Parallel zum Berlin-Besuch des chinesischen Regierungschefs präsentiert der ostfriesische Unternehmer Rolf Trauernicht ein Konzept, das die alten Planungen einer Magnetbahn-Verbindung zwischen Hamburg und Berlin aufgreift, die Anfang 2000 von der rot-grünen Bundesregierung aus politischen Gründen aufgegeben worden waren. Statt dessen boxte Bahnchef Mehdorn eine ICE-Trasse durch, die jetzt bereits wieder für einen dreistelligen Millionenbetrag komplett saniert werden muß.

Trauernicht beziffert die Kosten einer Transrapid-Strecke Berlin-Hamburg mit 7,5 Milliarden Euro und verweist zum Vergleich auf die deutlich teureren aktuellen Konjunkturpakete. Die Finanzierung stellt er sich ähnlich vor wie beim Bau der Autobahn A 31: Mit Mitteln aus dem eigenen Vermögen sowie aus der mittelständischen Wirtschaft der Region hatte er die Fertigstellung einer 42 Kilometer langen Lücke ermöglicht.

Unterstützung finden Rolf Trauernicht und seine mittelständischen Mitstreiter bei der niedersächsischen Landesregierung, aber auch bei Niederländern, Polen und Tschechen, die hier den Kern eines transeuropäischen Magnetbahnnetzes sehen. (S. auch Kommentar auf Seite 8.) Hans-Jürgen Mahlitz


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