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31.01.09 / Die Kurische Nehrung als »Weltnaturwunder« / Im Wettbewerb über die sieben größten Naturwunder der Welt hat die Nehrung die zweite Runde erreicht

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 05-08 vom 31. Januar 2009

Die Kurische Nehrung als »Weltnaturwunder«
Im Wettbewerb über die sieben größten Naturwunder der Welt hat die Nehrung die zweite Runde erreicht

Mit Wirkung vom 1. Januar dieses Jahres hat die Verwaltung des Nationalparks „Kurische Nehrung“ die Gebühr für das Auto beim Besuch der Nehrung um ein Viertel auf 39 Rubel (89 Cent) erhöht. Für Personen bleibt der Eintritt bei 30 Rubel (69 Cent). Die Verwaltung begründet die Erhöhung damit, daß es seit drei Jahren keine Preiserhöhung mehr gegeben habe. Der Eintritt für den litauischen Teil der Kurischen Nehrung wurde dagegen seit über fünf Jahren nicht erhöht. Er beträgt 10 Litas (2,90 Euro). Vergleicht man, was einem auf beiden Seiten geboten wird, stellt man fest, daß sich auf litauischer Seite wesentlich mehr getan hat. Das wissen besonders die deutschen Touristen, die im Sommer Urlaub in Nidden, Schwarzort und anderen Orten des litauischen Teils machen.

Im Jahr 2008 nahm der Nationalpark 25 Millionen Rubel (rund 575000 Euro) ein, sein Gesamtbudget betrug 36 Millionen Rubel (rund 828000 Euro). Die Zuwendungen aus dem Haushalt der Föderation reichten nicht aus, deshalb versucht der Nationalpark, die fehlenden Mittel von den Touristen zu erhalten.

Es gibt einen weiteren Grund für die Erhöhung der Gebühren: Die Verwaltung des Nationalparks will die Zahl der Touristen niedrig halten, weil im Sommer mehr Besucher auf die Kurische Nehrung strömen, als deren Infrastruktur aufnehmen kann.

Wie groß das Interesse an der Kurischen Nehrung ist, beweist eine neue Meldung, die zusätzlich Reklame für den Nationalpark machen kann: Die Kurische Nehrung zählt zu den 260 Teilnehmern der zweiten Runde des Wettbewerbs „Sieben Naturweltwunder“. Die neue Abstimmungsetappe wird bis zum 7. Juli dauern, nach dieser werden 21 Finalisten übrigbleiben.

An der zweiten Runde des Wettbewerbs nehmen Naturschönheiten aller Kontinente teil, eines aus jedem Land, sowie Naturobjekte, die sich über mehrere Länder erstrecken, zu denen auch die Kurische Nehrung gehört. In der ersten Runde wurden 430 Naturlandschaften aus über 220 Ländern nominiert. Bis Ende 2008 konnte jeder per Internet eine Stimme für seine Lieblingslandschaft abgeben. Die 260 meistgewählten Naturschönheiten kommen in die zweite Runde.

Gemeinsam mit der Kurischen Nehrung haben zwei weitere Landschaften der Russischen Föderation die erste Hürde übersprungen: der Baikalsee in Sibirien und der Dnjepr, dessen Quelle sich im Smolensker Gebiet befindet, der aber auch von der Ukraine und Weißrußland nominiert wurde. Europa ist mit einzigartigen Naturerscheinungen wie dem See Loch Neß, den Felsen von Gibraltar und dem Vesuv vertreten. Auf der Liste stehen auch die Viktoria-Wasserfälle in Afrika, der Grand Canyon von Amerika.

Dieser Wettbewerb ist eine weltweite Aktion des nichtkommerziellen Fonds „New 7 Wonders“, der schon 2007 ein analoges Projekt „Sieben Weltwunder“ durchgeführt hatte. Das aktuelle Projekt begann im Jahr 2008, die Endabstimmung ist im Herbst 2010.   

Jurij Tschernyschew


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