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07.03.09 / Hemd und Rock / Die Krise trifft die Entwicklungsländer

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 10-09 vom 07. März 2009

Hemd und Rock
Die Krise trifft die Entwicklungsländer

Während die Finanz- und Wirtschaftskrise zunächst vor allem in den hochentwickelten Staaten für Beunruhigung sorgte, wo die Menschen viel zu verlieren haben, trifft sie zunehmend bereits „Schwellenländer“. Doch sie wird sich zwangsläufig auch auf die „Entwicklungsländer“ auswirken, wie man die ärmsten der armen Staaten nennt - nicht zuletzt, weil die „Rettungspakete“ der Inustrieländer für die eigene Wirtschaft die Gebefreudigkeit reduzieren.

Die OECD, die „Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ in Paris, hält die selbstgesteckten Ziele der 22 „Geberländer“ ohnehin für kaum erreichbar. Denn die Budgets für Entwicklungshilfe zeigten – bezogen auf das Sozialprodukt - in den letzten Jahren sinkende Tendenz. Außerdem ist manches, was als „Entwicklungshilfe“ verbucht wird, bloß Schuldenerlaß. Und da die Forderungen durch Exporte entstanden, sind die Schuldenerlasse - ebenso wie die meisten neuen Entwicklungshilfe-Lieferungen - oft de facto versteckte Exportsubventionen.

Ähnlich besorgt zeigt man sich bei der UNIDO, der „UN Organisation für Industrielle Entwicklung“ in Wien. Generaldirektor Kandeh Yumkella verweist darauf, daß Investoren Kapital aus Schwellenländern abziehen, wodurch diese finanziell ausgetrocknet werden und ihrerseits die Importe von Vor- und Zwischenprodukten aus Entwicklungsländern einschränken müssen. Vieles, was in Entwicklungsländern aufgebaut wird, werde von im Ausland arbeitenden Familienangehörigen finanziert, aber diese Zahlungen nehmen wegen der Krise ab. Umgekehrt werde der Migrationsdruck auf Europa weiter steigen. Yumkellah beklagt vor allem, daß hochsubventionierte Agrarexporte der OECD-Länder die Entwicklung behindern. Eine Änderung dieser Agrarpolitik könne mehr bewirken als diverse Hilfsmaßnahmen, so Yumkellah. Richard G. Kerschhofer


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