21.01.2022

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
07.03.09 / Mit Papier, Farbe und Pinsel in Nidden / Die Künstlerin Karina Stängle war mit ihren Schülern auf der Kurischen Nehrung

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 10-09 vom 07. März 2009

Mit Papier, Farbe und Pinsel in Nidden
Die Künstlerin Karina Stängle war mit ihren Schülern auf der Kurischen Nehrung

„Die Malerbrigade ist wieder da“, mit diesen Worten wurde die in Königsberg geborene Malerin Karina Stängle mit ihren Malschülern aus der ganzen Bundesrepublik von Deutsch sprechenden Einwohnern in Nidden empfangen.

Der Besuch der Künstlerin mit ihren Schülern ist in dem ostpreußischen Örtchen auf der Kurischen Nehrung schon zur Tradition geworden. Erkennbar als Freiluft-Maler war die Gruppe an gewissen Äußerlichkeiten: dem breitkrempigen Hut auf dem Kopf, dem Rucksack, dem Malblock, dem Stühlchen unterm Arm.

Für Künstler interessante Motive sind in Nidden reichlich vorhanden. Das Angebot reicht von den Blumen über das Haff, dahinter die Dünen, dem Kiefernwald, dem Kurenfriedhof und den typischen Häusern mit den bunten Gärten bis hin zu geräucherten Fischen. Folgende Voraussetzungen sollten gegeben sein: Der Malplatz sollte im Schatten, das Motiv von der Sonne beleuchtet, der Wind gering und der Sitz bequem sein.

Wenn das Objekt gesichtet war, „installierte“ man sich. Als erstes wurde der Skizzenblock gezückt, um sich in das Motiv einzusehen. Die Frage, wieviel Vordergrund, Mittelgrund, Himmel wurde anhand verschiedener Ansichten der Teilnehmer gemeinsam erörtert.

Auf dem Aquarellpapier tastete man sich dann an die Farbflächen mit wässriger Untermalung heran. Geduld war während des Trock­nens angesagt, bevor die nächste Farbschicht aufgetragen wurde. Dabei half die Sonne zuverlässig. Details beendeten das Aquarell. Alles noch zu genau? Es wurde zum zweiten Blatt gegriffen. Da war der breite Pinsel das wichtigste Werkzeug. In schnellen Entscheidungen wurden die Farben gesetzt. Farbflächen durften sich reizvoll überschneiden und gaben dadurch dem Bild eine Harmonie. Wir schauten am Ende der Malstunden die Ergebnisse vor Ort an, begutachteten, korrigierten. Nach einigen Tagen war die Handschrift, hier Pinselführung, einzelner Maler gut zu erkennen. Wir belohnten uns auf dem Rückweg in einem der reizvollen Cafés oder bestellten gar „Die Kalte“, eine kalte Rote-Beete-Suppe, serviert mit heißen Kartoffeln.

An einem unserer gemeinsamen Tage war ein Gang durch die einheimischen Ateliers, Galerien, Ausstellungen angesagt. Wir hatten das Glück, eine Privatführung durch die Ausstellung eines litauischen Malers zu erfahren. Er malt seit 52 Jahren auf der Kurischen Nehrung seine Ölbilder. Neringa, die Einheitsgemeinde der bis 1961 eigenständigen Ortschaften des litauisch verwalteten Teils der Kurischen Nehrung, kaufte 2008 seine ganze Ausstellung auf für das noch zu bauende „Kunstmuseum von Nida“.

Dort sollen dann auch acht Arbeiten Stängles zu sehen sein, welche die Einheitsgemeinde ebenfalls erworben hat. Bereits seit 2005 hat Stängle engen Kontakt mit der international orientierten litauischen Künstlergruppierung „Tiltas“ (Brücke). Ihre Arbeiten werden in Memel, Kretinga oder Kaunas ebenso gezeigt wie in Wilna, Riga oder Jurmala.

Ein weiterer Höhepunkt für die Gruppe war der Besuch einer Präsentation des Lions Club aus Wolfsburg auf Einladung des Lions Club Nida im Kulturzentrum. Dort wurden von einem deutschen Künstler etliche Motive von der Kurischen Nehrung in Malerei und Keramik gezeigt. Der Erlös aus dem Verkauf der Kunstwerke kam einer litauischen Hilfsorganisation zugute.

An einem Wochenende fand das traditionelle Jazzfestival am Yachthafen statt. Eine besondere Note bekamen die Konzerte durch die rollenden Töne über das Haff. Die Wellen schienen mitzuspielen. Zum Abschluß gab es ein grandioses Feuerwerk. Die Malgruppe nannte es den Applaus für ihre Abschlußausstellung der präsentierten Arbeiten im Foyer des Hotels. Es waren erfolgreiche Malferien an Haff und Ostsee.

Mittlerweile dann im neunten Jahr bietet Karina Stängle kommenden Sommer zweiwöchige Malferien an. Der Kurs beginnt am 22. Juli und dauert bis 5. August. Informationen, auch zur Anmeldung, erteilt Karina Stängle, Rosmarinweg 11, 73733 Esslingen, Telefon (0711) 3701045, Fax (0711) 4691774, E-Mail: karinastaengle@aol.com. Anmeldeschluß ist der 31. Mai.            K.S.

Foto: Malen auf der Kurischen Nehrung: Die Mischung aus Natur und Kultur bietet viele lohnende Motive.


Artikel per E-Mail versenden
  Artikel ausdrucken Probeabo bestellen Registrieren