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21.03.09 / Ordensschlösser in Ostpreußen / Ausstellung im Königsberger Museum »Friedländer Tor« ist noch bis zum 15. April geöffnet

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 12-09 vom 21. März 2009

Ordensschlösser in Ostpreußen
Ausstellung im Königsberger Museum »Friedländer Tor« ist noch bis zum 15. April geöffnet

Im Museum „Friedländer Tor“ wurde am 15. März eine neue Ausstellung eröffnet, die der Geschichte Ostpreußens gewidmet ist. Sie heißt „Ordensschlösser in Ostpreußen“ und bleibt bis zum 15. April geöffnet.

Die Vorgeschichte dieser Ausstellung ist interessant. Alles begann damit, daß der in Königsberg geborene Dmitrij Schilow jahrelang Ziegelsteine gesammelt hatte, vor allem solche von ungewöhnlicher Form oder mit Abdrücken von Tierpfoten oder Initialen. In seiner Privatsammlung befanden sich viele Ziegel aus Schloßruinen und alten Gebäuden. Außerdem sammelte Schilow auch altes Baumaterial, wie Befestigungsmaterial und Nägel. Im vergangenen Jahr wandte Schilow sich an den Leiter des Gebietsarchivs, Anatolij Bachtin, einen Experten für die Ordensschlösser und Kulturpreisträger der Landsmannschaft Ostpreußen, und bat diesen, ihm bei der Suche nach einem Künstler behilflich zu sein, der die Außenansicht der ostpreußischen Schlösser malen könne. Bald meldete sich bei ihm Sergej Tschertow von der Künstlerwerkstatt „Alternative“. Mit wissenschaftlicher Beratung durch Anatolij Bachtin gelang es Tschertow, eine Serie graphischer Rekonstruktionen zu erstellen. Er malte die Schlösser Balga, Schaaken, Ragnit, Labiau, Insterburg, Brandenburg, Preußisch Eylau, Georgenburg und andere.

Sie alle werden in der Ausstellung zusammen mit Ziegelsteinen und anderen Gegenständen der Ordensbaukunst aus Schilows Privatsammlung gezeigt.

Die Epoche des Deutschen Ordens in der Geschichte Preußens währte etwa 300 Jahre. Während des langen Kampfes um Preußen und schließlich im Krieg mit Litauen und Polen um die Herrschaft über dieses Land wurden zahlreiche Schlösser und Befestigungen errichtet, die durch ihre Mächtigkeit beeindruckten.

Die Ausstellung zeigt viele architektonische und technische Details der Errichtung der Schlösser und informiert über ihre Geschichte. Darüber hinaus können die Museumsbesucher sich mit den Legenden und Überlieferungen vertraut machen, die sich um die Ordensschlösser ranken.

Interessierte können Literatur über den Bau von Schlössern einsehen, die die städtische Kulturbehörde dem Museum zur Verfügung gestellt hat. Dessen Mitarbeiter stehen den Besuchern für Fragen über die Technik des Schloßbaus und das Leben der Bewohner der mittelalterlichen Bauten zur Verfügung. Jeder kann sich am Bau eines Schloßmodells aus Streichholzschachteln beteiligen. Je nach Größe benötigte man für den Bau eines Schlosses rund 10000 Ziegelsteine. Mit Streichholzschachteln als Ziegelsteinersatz, die für 50 Kopeken erworben werden können, die einem guten Zweck dienen, soll das Modell eines Ordensschlosses errichtet werden. Der Bau hat zwar erst begonnen, aber die Organisatoren hoffen, daß das Schloßmodell zum Ausstellungsende Mitte April vollendet sein wird.      Jurij Tschernyschew

Foto: Spaß und Spenden: Aus Streichholzschachteln soll ein „Ordensschloß“ entstehen.


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