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21.03.09 / Schwelgen in Kindheitserinnerungen / Zwei Ausstellungen widmen sich dem Comic und seiner Geschichte

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 12-09 vom 21. März 2009

Schwelgen in Kindheitserinnerungen
Zwei Ausstellungen widmen sich dem Comic und seiner Geschichte

Wer kennt ihn nicht, den geistigen Vater von „Max und Moritz“? Mit dem Namen von Wilhelm Busch (1832–1908) sind meist die heiter-bissigen Bildergeschichten verbunden, die Kinder wie Erwachsene gleichermaßen noch heute erfreuen. Die Bilder und die Verse um „Die fromme Helene“, „Balduin Bählamm“, „Plisch und Plum“, „Maler Klecksel“, „Fips der Affe“ und natürlich „Hans Huckebein“ gehören zu den bekanntesten.

Als „Vater“ der Lausbuben Max und Moritz hat Busch die Herzen der Kinder erobert und ist in die Literaturgeschichte eingegangen: Am 15. April 1832 wurde er im niedersächsischen Wiedensahl geboren. Gern wäre er Maler geworden, Erfolg aber hatte er mit seinen Bildergeschichten. Was so heiter daherkommt, ist der Phantasie eines Mannes entsprungen, dem Freunde nachsagten, er sei „ein Philosoph mit pessimistischem Menschen- und Weltbild“ gewesen. Mit seinen humoristischen Bildergeschichten gilt der Zeichner und Dichter heute als Vorreiter der bei jung und alt gleichermaßen beliebten Cartoon- und Comic-Serien. Wilhelm Busch starb am 9. Januar 1908.

Aus Anlaß seines 175. Geburtstages im Jahr 2007 und seines 100. Todestages im vergangenen Jahr wurden allerorten Ausstellungen mit seinen Werken gezeigt. Doch auch jetzt ist Wilhelm Busch nicht vergessen. So zeigt die Galerie Stihl in Waiblingen die Ausstellung „Bildergeschichten — Von Wilhelm Busch bis Robert Gernhardt“. Zum ersten Mal sind alle 50 Bilderbogen von Wilhelm Busch zu sehen. Als 1865 die Bildergeschichte „Max und Moritz“ von Wilhelm Busch erschien, war dies der Startschuß für den Siegeszug dieser Bildform weltweit.

Bis heute erfreut sie sich unter Kindern und Erwachsenen größter Beliebtheit. Wurden die Bilderbögen Mitte des 19. Jahrhunderts noch in geringer Auflage und individuell angefertigt, so entwickelte sich in wenigen Jahren daraus ein lukrativer Industriezweig, der spezielle Bilderfabriken hervorbrachte und das Medium Bildergeschichte in die ganze Welt hinaustrug. Neben Zeichnungen von Busch präsentiert die Ausstellung Originale von e. o. plauen („Vater und Sohn“), Roland Kohlsaat („Jimmy, das Gummipferd“) und anderen bekannten und weniger bekannten Bildergeschichtenzeichnern.

Darüber hinaus lädt die Ausstellung mit einer Buchinsel zum „Schmökern“ und „Schwelgen in Kindheitserinnerungen“ ein. Be-wegliche Modelle lassen einzelne Szenen aus Bildergeschichten lebendig werden und animieren zur Interaktion.

Auch das Deutsche Zeitungsmuseum im saarländischen Wadgassen widmet sich derzeit dem Thema Comics. Unter dem Titel „Comics made in Germany“ blickt man auf Erfolge und Kuriositäten des deutschen Comics zurück. Im Mittelpunkt stehen Bücher, Alben und Hefte aus den Sammlungen der Deutschen Nationalbibliothek und des Instituts für Jugendbuchforschung der Universität Frankfurt.           Silke Osman

Die Ausstellung in der Galerie Stihl, Weingärtner Vorstadt 12, Waiblingen, ist bis 3. Mai dienstags bis sonntags von 11 bis 19 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr geöffnet, Eintritt 5 / 2,50 Euro.

Das Deutsche Zeitungsmuseum, Am Abteihof 1, Wadgassen, ist dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet, Eintritt 1,50 / 1 Euro.


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