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23.05.09 / Ungewisse Zukunft / Opel, Porsche und Co.: Was wird aus dem deutschen Autobau?

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 21-09 vom 23. Mai 2009

Ungewisse Zukunft
Opel, Porsche und Co.: Was wird aus dem deutschen Autobau?

Die zuletzt immer dramatischere Zuspitzung bei den deutschen Autobauern Opel und Porsche hat der Debatte über die Zukunft der deutschen Kfz-Branche insgesamt neue Nahrung gegeben. Pessiministen sagen voraus, daß die Autohersteller gerade in das gleiche traurige Schicksal hineinliefen, das von einigen Jahrzehnten der hiesigen Textilbranche den Garaus machte und die Stahl- und Werftindustrie vom Massen- zum kleinen Spezialanbieter auf dem Weltmarkt reduzierte.

Die Patente an die US-Regierung verpfändet, die Firma ohne Autonomie von der Mutter GM, mögliche Investoren mit unsicheren Absichten oder viel zu wenig Geld und eine durchwachsene bis deprimierende Aussicht, am Markt bestehen zu können: Opel sei nur eine leere Hülle, unken die Skeptiker. Rettungsmaßnahmen würden vorgetäuscht wegen des Wahlkampfs. Teure, staatlich gestützte Zwischenlösungen würden nach dem kommenden September zu Staub zerfallen.

Bei Porsche liegen die Dinge anders. Hier ist es das spektakuläre Scheitern der Übernahme von Volkswagen, welche die ansonsten passabel laufende Nobelmarke ins Schlingern brachte. Eine Lösung sollte also möglich sein. Mit dem Untergang von Porsche rechnet niemand, obschon der Konzern in Berlin um Staatskredite nachgesucht haben soll.

Aber wie geht es langfristig weiter mit dem deutschen Autobau? Die Verfechter der These vom unvermeidlichen Niedergang weisen auf die neue Billigkonkurrenz aus Asien hin: Indien und China. Dort würden Autos zu Spottpreisen gefertigt. Noch eine Weile könne man die durch Zölle und Sicherheitsnormen vom europäischen Markt fernhalten. Irgendwann aber würden die Asiaten den Zugang zum europäischen Kunden finden. Im erbarmungslosen Konkurrenzkampf würden sie die deutschen Anbieter und ihre viel zu teuren Modelle vom Markt fegen.

Andere argumentieren, daß die Deutschen in den fetten Jahren viel zu sehr auf das sogenannte Premium-Segment der oberen Mittel- und Spitzenklasse gesetzt hätten. Jetzt, in Zeiten der Krise, seien aber Kleinwagen der Renner. Und da dominierten andere.

Zuversichtliche Beobachter weisen zunächst darauf hin, daß sich die beiden vorangegangenen Thesen letztlich widersprechen: Durch die deutsche Dominanz im Premium-Bereich (dort beherschen deutsche Anbieter rund 80 Prozent des Weltmarkts) seien hiesige Hersteller weit weniger von Billigkonkurrenz bedroht als etwa die französische, italienische oder japanische Konkurrenz. Und irgendwann würde sich der Premium-Markt ebenso erholen wie der Kfz-Markt insgesamt.

Zudem wird auf die Geschichte verwiesen: Im Jahre 1989 warnte der damalige GM-Chef Roger Smith die Europäer vor einer Schwemme japanischer Billigautos. Sollten die Europäer ihre Märkte für die Japaner offenhalten, wie es die USA getan hätten, würden die Japaner sie übernehmen. Er riet zu Schutzzöllen.

Die Europäer aber ließen die Japaner herein und stellten sich der freien Konkurrenz. 20 Jahre später sind europäische Herstellter noch immer die Platzhirsche auf ihren heimischen Märkten und weltweit erfolgreich.       H.H.


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