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23.05.09 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 21-09 vom 23. Mai 2009

Leserforum

Lieber erreichbare Ziele anstreben

Zu: „Ab zum Arzt“ (Nr. 15)

Herrn Badenheuer ist zuzustimmen, eine Welt ohne Atomwaffen wird es zu unseren Lebzeiten nicht geben. Ob überhaupt, ist in Zweifel zu ziehen. Eher ist zu befürchten, daß verbrecherische Regime ihre Interessen durch Einsatz von Atomwaffen durchzusetzen suchen. Obama erntet Beifallsstürme von einer Menge, die das eigene Denken ob eines hohen Zieles beurlaubt hat. Ich halte mehr von kurzfristigen Zielen, die auch zu erreichen sind und auch erreicht werden.           

Martin Groot, Euskirchen

 

 

Wieviel Asylrecht ist bezahlbar?

Zu: „EU macht Asyl kostspieliger“ (Nr. 16)

Da erhebt sich doch die Frage, wieviel Asyl wir uns angesichts unserer Finanz- und Wirtschaftslage leisten können. Sollen denn unsere Enkel die Asylsuchenden von heute durchfüttern? Das ist doch eine kranke Asylanten-Ordnung, die nicht attraktiver wird, wenn man sie immer teurer macht. Wie stehen wir denn vor unseren Enkeln da, die für unsere Schulden aufkommen müssen. Sollen sie uns denn verfluchen?   

Helga Ratzlaff, Kiel

 

 

Ost-Berliner Mentalität dominiert

Zu: „Ost-Berliner stoppen Pro-Reli“ (Nr. 18)

Das war zu erwarten, lassen sich doch 40 Jahre DDR nicht einfach auslöschen und ist auch zu sehen, daß in Ost-Berlin die Genossen der SED in den Ministerien und Behörden konzentriert waren.

1989 lag alles Heil in West-Berlin, das heute damit leben muß, daß die Ost-Berliner das Sagen haben. Fröhlich macht das die West-Berliner sicher nicht, von denen viele schon an Wowereit keine rechte Freude haben.        

Rüdiger Wilhelm, Böblingen

 

 

Zweierlei Recht

Zu: „Muslime immer antisemitischer“ (Nr. 18)

An dieser Aussage des Instituts für Islamfragen der Deutschen Evangelischen Allianz ist wohl nicht zu zweifeln. Die Muslime in unserem Land müßten sich eigentlich unserem deutschen Recht beugen, das unsere jüdischen Mitbürger ganz besonders schützt.

Gespannt bin ich allerdings darauf, wie der deutsche Rechtsstaat das durchsetzen will. Vermutlich wird es auch in Zukunft zweierlei Recht in Deutschland geben, eines für die Deutschen und ein zweites für die hier lebenden Muslime. Auch der Zentralrat wird das kaum ändern können.

Herbert Kamper, Bochum

 

 

Kein Applaus

Zu: „,BdV braucht eine Agenda 2020‘“ (Nr. 17)

Die Meinung von Herrn Knauer gegenüber Frau Merkel vermag ich nicht zu teilen, ich hätte Frau Merkel bei ihren Besuchen beim BdV nicht beklatscht. Sie ist Frau Steinbach in erbärmlichster Weise in den Rücken gefallen, nachdem sie ihr zuvor volle Unterstützung zugesagt hatte. So etwas tut man nicht. Es kann auch nicht angehen, daß die deutsche Politik sich nach einer polnischen Gemengelage ausrichtet. Natürlich sind wir an gutnachbarschaftlichen Beziehungen interessiert, doch dafür opfern wir doch nicht unseren Anstand, und wir können auch nicht hinnehmen, was Polen an Geschichtsfälschungen aufbietet. Wir haben Polen nichts vorzuschreiben, aber Polen uns auch nicht. Nichts rechtfertigt die Aufgabe dessen, was eine objektive Geschichtsschreibung als die historische Wahrheit erkennt. Polen trägt am Ausbruch des Zweiten Weltkrieg Mitschuld und hat sich an deutschen Landsleuten schuldig gemacht.        

Karl-Heinz Linz, Lünen

 

 

Mandelas erstaunliche Kehrtwende

Zu: „Gute Hoffnung am Kap“ (Nr. 18)

Vielen Dank für die weitgehend faire und ausgewogene Berichterstattung zum Ergebnis der Wahlen in Südafrika. Drei kleine Anmerkungen seien jedoch gestattet:

Nelson Mandela ist nicht 80 – wie Herr Mahlitz schreibt –, sondern bereits 90 Jahre alt. Am 18. Juli dieses Jahres wird er 91.

Nicht korrekt ist auch die Behauptung, Mandela habe im Wahlkampf dem Kandidaten des ANC, Jacob Zuma, jede Unterstützung verweigert. Noch wenige Tage vor der Wahl rief Mandela, der sich bis dahin tatsächlich zurück-gehalten hatte, dazu auf, Zuma

zu wählen, was dann doch bei vielen Beobachtern Erstaunen auslöste.

Schließlich stimmt die Aussage nicht, die Südafrikaner seien beim Stadionbau „noch deutlich im Rückstand“. Ich war gerade erst vor kurzem in Südafrika und konnte mich davon überzeugen, daß die Baumaßnahmen durchaus im Zeitplan liegen.

Es ist richtig, daß bis zum Confederations Cup im kommenden Monat nicht alle Stadien fertig sein werden, doch man wird vermutlich acht Austragungsstätten – und nicht nur vier, wie in Ihrem Beitrag erwähnt – dafür nutzen können. Das Stadion in Pretoria war sogar überpünktlich fertig, denn dort fand bereits ein Rugby-Spiel statt.

Richtig ist, daß wohl nicht so viele Besucher zur Fußball-WM 2010 kommen werden wie ursprünglich erhofft, doch hat dies weniger mit der Angst um die Sicherheit zu tun, sondern ist eine unvorhergesehene Folge der weltweiten Wirtschaftskrise, die zwar Südafrika bisher nicht so getroffen hat wie Europa oder Nordamerika, deren Auswirkungen aber gleichwohl auch am Kap zu spüren sind. Trotzdem ist man überall in Südafrika guter Hoffnung und freut sich, im Juni 2010 Besucher aus aller Welt begrüßen und sich als weltoffener und fröhlicher Gastgeber präsentieren zu können.

Wolfgang Reith, Präsident der Afrika Fördergesellschaft e.V., Neuss

 

 

Gedenkstätte für uns Vertriebene in Südafrika

Zu: PAZ (Nr. 13)

Wie Sie aus meiner Anschrift ersehen können, schreibe ich Sie aus Südafrika an. Gründe gibt es mehrere, aber erst etwas Allgemeines, über uns: Wir sind seit 1953 in Südafrika, meine Frau, gebürtige Berlinerin 1930, dann Pflegemutter Köslin/Pommern. Ich gebürtiger Memeler Jahrgang 1927, geheiratet in Lüneburg, dann ausgewandert. Wir erhalten schon seit mehreren Jahren die PAZ. Ich möchte, auch im Namen vieler weiterer Landsleute, öffentlich unseren Dank aussprechen. Durch den Erhalt und den Inhalt der PAZ, die wir jede Woche sehnsüchtig erwarten − manchmal müssen wir etwas länger warten −, bleiben wir immer in Verbindung mit unserer Heimat. Auch mit all dem Geschehen in Deutschland. Wir haben aus Kostengründen keine Gelegenheit, andere deutsche Zeitungen zu lesen, wir sind aber überzeugt, daß das, was die PAZ schreibt, sehr unserer Denkweise entspricht und die PAZ eine der wenigen Zeitungen ist, die glaubwürdig ist.

Es sind ja alle Ausgaben immer sehr interessant und aufschlußreich, allerdings brachte die angeführte Ausgabe eben mehrere Artikel, die mir die Eingebung brachten, ich müßte einmal was an die PAZ schreiben. Dabei bin ich sicher, daß ich hier auch im Namen vieler Deutscher in Südafrika spreche.

Viele von uns sind ausgewandert, nur mit dem Koffer in der Hand, haben ihre deutsche Staatsbürgerschaft behalten, um noch eine kleine, ungekürzte Rente von Deutschland zu beziehen. Wir sind in Südafrika nur geduldete Bürger ohne Wahlrecht. Haben keinen Wohnsitz in Deutschland mehr, also auch dort kein Wahlrecht? Trotz alledem gingen unsere Stimmen, wenn wir sie denn hätten, an unseren Präsidenten Horst Köhler.

Was immer wir auch in dieser oder in einer vorherigen Ausgabe über das Debakel „Zentrum gegen Vertreibungen“ gelesen haben, wir stimmen mit Ja. Das Zentrum gehört nach Berlin. Ich erlaube mir an dieser Stelle, an unsere Gedenkstätte in einem öffentlichen Park in Pretoria zu erinnern. Ihre in deutscher und englischer Sprache abgefaßte Inschrift lautet: „Zur Erinnerung an die Enteignung und Vertreibung aus unserer deutschen Heimat und als Dank an Südafrika für eine neue Heimat und Zukunft.“ Dann werden auch all unsere Ostdeutschen Provinzen genannt: Ost- und Westpreußen, Pommern, Ostbrandenburg, Schlesien und Sudetenland. An dieser Stelle wollen wir nicht vergessen zu erwähnen, daß aus unserer Sicht nur Frau Steinbach in den Rat der Stiftung gehört!

Bei der Wahl in Südafrika ist das eingetreten, was vorauszuahnen war. Die Wahl ist gelaufen, unser neuer Präsident gewählt und am  10. Mai vereidigt worden. Was uns die Zukunft bringen wird, können wir nur abwarten.

Ihren Bericht „Wie das Memelland wieder Deutsch wurde“ habe ich mit Interesse gelesen, und ich kann mich noch gut an die Tage im März 1939 erinnern. Ich bedanke mich besonders dafür.          

Siegfried Kittel, Wilro Park, Südafrika

 

 

Unerwünscht

Zu: „Tiefer Schnitt“ (Nr. 18)

Warum ist es möglich, daß einer erfolgreich angenommenen und mit wertvollen Exponaten ausgestatteten Kultureinrichtung wie dem Westpreußischen Museum in Münster wegen radikaler Kürzung der öffentlichen Gelder das Aus droht? Die seit 1960 funktionierende Partnerschaft zwischen der Landsmannschaft und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe ist sicher nie seitens der Westpreußen belastet worden. Im Gegenteil haben die Museumsleitung und die Landsmannschaft überzeugend auf vordergründige politische Aussagen verzichtet. Aber dem herrschenden Zeitgeist genügt diese wertvolle Brücken- und Austauschfunktion eben nicht. Einrichtungen deutscher Vertriebenenverbände sind offenbar unerwünscht, denn ihr Vorhandensein allein berührt ein Tabu: das Massenverbrechen der Vertreibung und Entrechtung von Millionen Deutschen.

Dietmar Neumann, Vorsitzender der Landsmannschaft Westpreußen, Hamburg

 

 

Waffen-SS: Selbst die SPD wußte es früher besser

Betr.: Anschuldigungen

Die ständigen Anschuldigungen gegen Soldaten der ehemaligen Waffen-SS sind unerträglich. Zu meiner Person: Ich wurde am 21. Mai 1925 in Schönlinde, Kreis Heiligenbeil in Ostpreußen geboren. Als 1939 der Krieg ausbrach, war ich 14. Mein Vater, schon Kriegsteilnehmer im ersten Weltkrieg, wurde im August 1939 zur Wehrmacht eingezogen. Seitdem mußten mein Bruder, der ein Jahr älter war als ich, und ich den Bauernhof bewirtschaften. Im Januar 1943 wurde ich nach der Beendigung meiner Arbeitsdienstzeit automatisch der Waffen-SS unterstellt und habe von dieser Zeit an in der 10. SS-Panzerdivision „Frundsberg“ gedient. Wir unterstanden Generalmajor Heinz Harmel, der mit dem Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern, einer der höchsten deutschen Tapferkeitsauszeichnungen, geehrt wurde. Er wurde nach dem Krieg in ausländischen Presseberichten wegen seiner korrekten Haltung gegenüber der Zivilbevölkerung während der Kämpfe in der Normandie besonders hervorgehoben und erhielt dort 1984 als Zeichen der deutsch-französischen Versöhnung eine Gedenkmedaille des Ortes Bayeux. Aussagen von Günter Grass, der auch in meiner Division gedient hat, bezeugen, daß wir an keinerlei Greueltaten beteiligt waren. Wir hatten in Frankreich den Befehl, uns so zu verhalten, daß wir das Ansehen der deutschen Truppen nicht gefährdeten.

Ich wurde ab Januar 1943 in Frankreich ausgebildet und im Februar 1944 nach Rußland an die Front versetzt. Am 16. April 1944 wurde ich bei Tarnopol schwer verwundet. Am 13. Mai 1945 wurde ich gefangengenommen und zur Arbeit untertage in einem Bergwerk eingesetzt, wo ich bald an Tuberkulose erkrankte. Die Russen hatten viel Respekt vor dem Schweizer Roten Kreuz, das bemängelt hatte, daß in Rußland die Todesrate der Gefangenen sehr hoch wäre. Sie entließen darum viele Kranke, um die Zahl der Verstorbenen zu senken.

Nach langem Rücktransport in Deutschland angekommen, gab es für mich kein Zuhause mehr, keine Ahnung, wo meine Familie lebte. Ich mußte zunächst in der sowjetischen Zone bleiben, war auf die Hilfe und Güte lieber Menschen angewiesen und habe mit Unterbrechungen drei Jahre in Lungenheilstätten verbracht. Ich hatte Heimat und Gesundheit verloren und war somit ein Opfer und kein Täter. Bis zum 20. Lebensjahr war man in Ostpreußen nicht volljährig („geschäftsfähig“), als Hitler an die Macht kam, war ich noch nicht einmal acht Jahre alt.

Vor kurzer Zeit hat man mich vorgeschlagen für den Vorsitz des Bundes der Vertriebenen unserer Region, das wurde dann abgelehnt mit der Begründung, ich sei dafür als ehemaliger Soldat der Waffen-SS nicht geeignet. Man fürchtete, in den Verruf zu kommen, einem „Nazi“ das Vertrauen zu schenken. Erst als von Günter Grass bestätigt wurde, daß von unserer Division keine Kriegsverbrechen begangen worden sind, schenkte man mir Glauben.

In diesem Bewußtsein hatte ich schon bei meiner Entlassung aus der Gefangenschaft die Zugehörigkeit zu dieser Waffengattung sofort angegeben. Um die Anerkennung meiner Kriegsbeschädigten-Rente zu erlangen, verwies mich das Versorgungsamt an den Gouverneur von Schleswig-Holstein, General Robertson, der mir dann mitteilte, daß die Soldaten der Waffen-SS den Wehrmachtsangehörigen gleichgestellt sind. Das wurde nicht nur von Bundeskanzler Adenauer bestätigt, auch der SPD-Vorsitzende Kurt Schumacher gab 1951 eine indirekte Ehrenerklärung für die große Masse der Soldaten der Waffen-SS ab, indem er forderte, den „Ring der kollektiven Haftbarmachung“ zu sprengen. Auch SPD-Vize Erich Ollenhauer betonte kurz darauf, viele Führer der Waffen-SS seien „nie Nazis gewesen“ (was dann wohl für die einfachen Soldaten erst recht gilt), und die Waffen-SS sei „nie Teil des politischen Apparats der Partei gewesen“.

1953 beklagte Helmut Schmidt, damals noch einfacher Abgeordneter, leider verwechselten manche die Waffen-SS mit der Geheimen Staatspolizei und belasteten sie zu Unrecht „mit der Schuld anderer Runenträger“. Diese gerechten Einschätzungen sind heute leider in Vergessenheit geraten. Ich habe mich darum jetzt an den Petitionsausschuß des Landtages von Nordrhein-Westfalen gewandt, daß man mir eine Bescheinigung zukommen lassen möge, daß ich trotz meiner Soldatenzeit bei der Waffen-SS nicht benachteiligt werden darf.      

Benno Schweitzer, Wuppertal


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