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23.05.09 / Kultur gestalten und bewahren / Landesfrauentagung in Baden-Württemberg – mehr als »nur« Stricken

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 21-09 vom 23. Mai 2009

Kultur gestalten und bewahren
Landesfrauentagung in Baden-Württemberg – mehr als »nur« Stricken

Unter Leitung der Landesfrauenleiterin Uta Lüttich fand die kulturelle Landesfrauentagung Baden-Württemberg statt. Uta Lüttich ist gleichzeitig auch die Bundesvorsitzende der ostpreußischen Frauenkreise.

Ein vollbepacktes Programm bestimmte den Tagesablauf, zu dem Uta Lüttich die Teilnehmerinnen herzlich begrüßte. Besonders erfreut war die Landesvorsitzende, daß der geschäftsführende Landesvorstand vollständig  anwesend war. So konnte sie die Zweite Landesvorsitzende, Rosemarie S. Winkler, den Dritten Vorsitzenden der Landesgruppe, Hans-Werner Schwalke, Schatzmeister Günter Borm, Schriftführer Andreas Praß, Beisitzerin Irma Barraud und Organisationsleiter Klaus-Peter Okun, willkommen- heißen. Desweiteren waren Helmut Pallaks, Beisitzer im Landesvorstand, und der Erste Vorsitzenden der Kreisgruppe Stuttgart, Helmut Urbat anwesend.

Nach der Begrüßung nahm Helmut Pallaks in einer sehr bewegenden und nachdenklich stimmenden kurzen Ansprache die Totenehrung vor. Anschließend ging man zur Tagesordnung über. Uta Lüttich berichtete ausführlich über die geleistete Arbeit der Frauengruppen, die ein wesentlicher Bestandteil der landsmannschaftlichen Arbeit ist. Die Pflege von Bräuchen und Liedgut, Geschichte und das Erinnern an unsere Persönlichkeiten ist das Anliegen der Frauengruppen und ein nicht mehr wegzudenkender wichtiger Faktor in der kulturellen Arbeit innerhalb der Landsmannschaften.

Hervorgehoben werden muß auch noch der Elan der leider kleiner werdenden Gruppen, die noch immer Marzipan nach alter Tradition herstellen und die sich mit dem Sticken, Stricken und Weben beschäftigen. Hier ist unbedingt Vera Pallas, Frauengruppenleiterin Göppingen, zu nennen. Es ist unglaublich, mit welcher Energie diese sich der Sache annimmt. Ihr Weben, Sticken und Stricken ist weit über die Grenzen von Baden-Württemberg hinaus bekannt, und sie ist auch immer bei der Werkwoche in Bad Pyrmont präsent. Sollten Sie demnächst einmal mit der Deutschen Bahn unterwegs sein und jemanden im Zugabteil beim Weben ertappen, so werden Sie Zeuge, wie ein Jostenband während der Reise entsteht.

Als weiterer Erfolg darf verbucht werden, daß es der Zweiten Landesvorsitzenden, Rosemarie S. Winkler, gelungen ist, die Ausstellung „Käthe Kollwitz“ nach Buchen zu holen, wo sie jetzt noch bis zum 12. Juni 2009 zu bewundern ist. Diese Ausstellung ist  in Zusammenarbeit zwischen dem Museum Stadt Königsberg, Duisburg, der Stadt Buchen und dem Kunstverein Neckar-Odenwald entstanden, was die Umsetzung und Durchführung der Ausstellung erleichterte. Nach diesem Vortrag berichtete Herr Schwalke von den Aktivitäten der Westpreußen in Vertretung des abwesenden Landesvorsitzenden der Westpreußen Baden-Württemberg, Dr. Kollbau.

Nach Aussprache, arbeitsreichem Vormittag und gemeinsamem Mittagessen begann der Nachmittag mit dem kulturellen Teil der Frauentagung. Der Höhepunkt, hier waren sich alle Teilnehmer einig, war die Lesung von Hannelore Klar aus ihrem Buch: „Wir müssen weit gehen, liebes Kind“. Hannelore Klar ist Jahrgang 1944 und in Görlitz geboren. Sie erzählt die Geschichte einer Spurensuche innerhalb der eigenen Familie, die Suche nach Ihrem Vater, den sie aufgrund des Zweiten Weltkrieges nie kennenlernen durfte.

Nach dieser bewegenden Lesung wurden noch zwei Videofilme mittels Beamer gezeigt: „damals in Ostpreußen“, mit Originalaufnahmen aus den Jahren 1930 bis 1942 und eine Dokumentation von Klaus Rudel über die Werkwoche in Bad Pyrmont fanden großen Anklang und rundeten den Nachmittag ab.

Die Landesvorsitzende verabschiedete die Teilnehmer mit der Aufforderung so weiterzumachen und nicht aufzugeben, weiterzumachen, damit die ostpreußische Kultur und Geschichte nicht in Vergessenheit gerät.    Klaus-Peter Okun


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