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23.05.09 / Der Jurowischn-Song-Kontest

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 21-09 vom 23. Mai 2009

Der Jurowischn-Song-Kontest

Ob auf Gedeih, ob auf Verderb,
man macht den Sangeswettbewerb
im Schoß der Eurovision
seit dreiundfünfzig Jahren schon.

Vielleicht sind bei dem Jubelfest,
dem Jurowischn-Song-Kontest,
für Augenblicke Träume wahr –
doch manches scheint recht sonderbar:

Es muß, wer mitspielt im Verein,
nicht just ein Teil von Jurop sein,
denn seht, Nahost paßt untern Hut,
genauso wie’s der Maghreb tut!

Na logisch – Jurop, weil nicht groß,
ist halt zum Ausgleich grenzenlos,
und wenn’s der Kongo mal probiert,
wird sicher noch mehr jubiliert.

Drum kommt’s, daß selten wer beschwingt
in seiner Muttersprache singt –
das ist zu wenig elitär,
und erst wer fremd geht, ist dann wer.

Es fehlt sogar die Qual der Wahl –
mit Englisch läuft’s ja ideal,
denn seien Texte noch so dumm,
man merkt es nicht im Publikum.

Und wie beim Sport setzt dies sich fort:
Man baut bei Dichtung auf Import,
bei Melodie und Interpret,
kurzum bei allem, wo’s nur geht.

Wer trotzdem nicht dem Song vertraut,
der importiert auch nackte Haut,
am besten gleich aus Übersee,
ob schokobraun, ob weiß wie Schnee.

Und wenn es wirbelt, blitzt und dröhnt,
sind alle längst daran gewöhnt,
daß jedes Land sich hochbeglückt
mit möglichst fremden Federn schmückt!

Ihr Völker, denkt ihr nichts dabei,
bei dieser Augenwischerei?
Denn euch verkocht man zu Ragout –
und ihr klatscht Beifall noch dazu!

Pannonicus


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