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13.06.09 / Nahöstliche Visionen / Präsident Obama in Kairo: Wo der Schlüssel zum Frieden liegt...

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 24-09 vom 13. Juni 2009

Nahöstliche Visionen
Präsident Obama in Kairo: Wo der Schlüssel zum Frieden liegt...

Die Antwort kam prompt – und fiel positiv aus: Nur vier Tage nach der Kairoer Rede des US-Präsidenten erteilten die Wähler im Libanon der radikal-islamischen, anti-israelischen, pro-iranischen und anti-amerikanischen Hisbollah eine deutliche Abfuhr. Die pro-westliche Allianz um den Sunniten Saad Hariri kann nun versuchen, Beirut von Teheran und Damas-kus abzunabeln und so vielleicht wenigstens einen der Unruheherde im Nahen Osten zu befrieden.

Vor allem in Israel wurden die Wahlergebnisse beim nördlichen Nachbarn mit Erleichterung aufgenommen. Denn die klaren Worte Barack Obamas in Sachen Siedlungsausbau hatten den „Hardlinern“ um Benjamin Netanjahu und Avigdor Lieberman die Freude über den jüngsten Wahlsieg gründlich vermasselt. Seit der teils visionären, teils realpolitischen Rede in Kairo geht in Israel die Angst um, die USA, der langjährige Freund und Finanzier, wolle von der Fahne gehen; die ohnehin fragile Existenz des jüdischen Staates schien bedroht.

Freilich zeigten die ersten Reaktionen in der muslimischen Welt, daß Obamas Botschaft dort keineswegs als Freibrief für Krieg und Terror verstanden wurde. Rhetorisch und politisch geschickt hatte der US-Präsident beide Seiten in die Pflicht genommen, die bislang von Washington gehätschelten Israelis freilich deutlich intensiver. Damit liegt der Schlüssel zu einem friedlicheren Nahen Osten nun nicht mehr allein bei Hamas, Al Kaida und den iranischen Scharfmachern.

Die Israelis wurden, deutlicher als je zuvor von einem amerikanischen Präsidenten, daran erinnert, daß sie eine Existenz in Frieden und Sicherheit nicht nur für sich selber fordern können, sondern auch den Nachbarn zugestehen müssen. Tun sie das, können sie sich auch weiterhin auf die USA verlassen – das war, zwei Tage nach Kairo, Obamas Gruß aus Buchenwald. (Siehe Kommentar auf Seite 8)            Hans-Jürgen Mahlitz


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