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13.06.09 / Neue Zweifel: Der Schlachtort bleibt unsicher

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 24-09 vom 13. Juni 2009

Neue Zweifel: Der Schlachtort bleibt unsicher

Im Sommer 1988 gelang dem britischen Major Tony Clunn bei Kalkriese ein unscheinbarer und dennoch sensationeller Fund: Er fand drei römische Schleuderbleie − hier hatten Römer gekämpft. Da die dort gefundenen Münzen mit dem Prägejahr 9 nach Christus endeten und die Landschaft gut zur literarischen Überlieferung des Schlachtortes paßte, schien der Ort der Varusschlacht gefunden. Nach weiteren Funden in den Folgejahren schien jeder Zweifel ausgeräumt: Hier gingen die drei Legionen des Varus unter.

Doch inzwischen sind wieder Zweifel aufgekommen: Das Varusheer marschierte „auseinandergezogen“ über eine Länge von kaum unter 20 Kilometern, die im verzweifelten Kampf eher noch größer wurde. Doch trotz nunmehr 20 Jahren intensiver Suche ist der Bereich mit Resten einer Schlacht nur etwa sechs Kilomter lang. Auch ist bis heute keine Spur von dem Lager auffindbar, das Varus am Abend des ersten Tages der dreitägigen Schlacht noch anlegen ließ. Auch der Befund der Münzen erscheint heute weniger aussagefähig: Obwohl die Römer noch bis Herbst des Jahres 16 viel in Germanien operierten, gibt es kaum römische Fundmünzen aus den Jahren 10 bis 16, auch nicht an Orten wie Haltern, an denen die Römer nach dem Jahre 9 zweifellos noch präsent waren − vermutlich wurde in diesen Jahren einfach wenig neu geprägtes Geld in Umlauf gebracht. Damit aber taugt eine sogenannten „Schlußmünze“ aus dem Jahre 9 einer Münzreihe nicht mehr recht zur Datierung. Zudem fand man im Jahre 2007 eine Schwertinschrift der I. Legion. Diese aber war bei der Varusschlacht gar nicht dabei, wohl aber bei vielen Operationen in den Folgejahren.        K.B.


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