21.01.2022

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04.07.09 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 27-09 vom 04. Juli 2009

Leserforum

Die Schuld liegt bei den Politikern

Zu: „Wir haben das Problem nicht im Griff“ (Nr. 25)

Ist es denn unser Problem? Wir haben die Folgen dieses Problems zu unserem Leidwesen zu tragen, nur verursacht haben wir sie nicht. Es kann auch nicht unsere Aufgabe sein, Migranten das Bett zu richten, sie müssen schon selber für sich sorgen. Türken, so habe ich den Eindruck, wollen sich zu einem Teil gar nicht integrieren, wobei sicher eine Rolle spielt, daß wir zu viele Ungebildete und Unqualifizierte in unser Land gelassen haben, die keiner braucht. Sie kommen in eine ihnen fremde Welt und hängen oft Lebens- und Verhaltensweisen an, die uns fremd sind. Kleidung, Auftreten und Religion fördern ihre Absonderung.

Sie überhaupt in unser Land gelassen zu haben fällt unter die Verantwortung deutscher Politiker, die die eigene Schuld bequem auf diejenigen umleiten, die mit ihrer Politik nicht einverstanden sind und integrationsunwillige Migranten ablehnen; sie werden einfach zu Ausländerfeinden und Rassisten gemacht.   

Marko Casagranda, Lübeck

 

 

Die Türkei verfolgt eigene Ziele

Zu: „Der neue Traum von Größe“ (Nr. 25)

Dieser Traum von Größe hat die politische Klasse der Türkei wohl nie verlassen. Das macht sie zu einem Gegenüber, auf das kein Verlaß ist und von dem auszugehen ist, daß er immer seinem eigenen übergeordneten Staatsziel folgt.

Es ist zwar zu verstehen, daß unsere amerikanischen Freunde die Türkei als militärischen Verbündeten gut brauchen können und sie darum in die EU einbinden wollen, nur kann und darf uns das nicht hindern, dem einen Riegel vorzuschieben.

Die Türkei gehört nicht in die EU. Sie ist kein europäischer Staat. Ihre Bürger gehören zu großen Teilen einer uns fremden Kultur und Religion an, die auch expansive Züge trägt.

Schon vor über 20 Jahren habe ich von türkischen Schülern gehört, daß die Türkei Deutschland zu Hilfe geeilt ist, als uns dringend benötigte Arbeitskräfte fehlten. Die Türkei war der großzügige Helfer, wir der Bittsteller.          

Albert Schmitt, Berlin

 

 

Ohne Wurzeln

Zu: „Soldaten fühlen sich allein“ (Nr. 25)

Haben wir Älteren nicht ein ganz falsches Bild von den Männern, die sich heute Soldaten nennen? Und die Jüngeren haben wohl überhaupt kein Bild, es sei denn, sie lesen Landserhefte über die Soldaten des Weltkrieges. Von denen trennen die Soldaten der Bundeswehr aber Welten. Sie dürfen sich nicht einmal an ihre Väter und Großväter erinnern, die die besten Soldaten der Welt waren und Wunder an Tapferkeit und Opferbereitschaft vollbracht haben.

Die Gegenwart hat heute andere Tugenden, wenn sie denn überhaupt welche hat. Wer will denn heute noch für sein Vaterland sein Leben einsetzen? Mit welcher Motivation sind die Soldaten der Bundeswehr in Afghanistan? Auf keinen Fall sind sie von den Deutschen getragen, wie es unsere Soldaten des Zweiten Weltkrieges waren. Sie sind Soldaten ohne Wurzeln, und vielleicht darum auch allein.

Lisa Dragan, Peine

 

 

Lakai geworden

Zu: „Schneiderhan kritisiert Soldaten“ (Nr. 25)

Es hat Sinn, sich mit unserem obersten Soldaten zu beschäftigen, der sozusagen der Vollstrecker der Politik ist. Hier haben wir den deutschen Spitzensoldaten, der seine verteufelten Kameraden des Zweiten Weltkrieges mehrfach verraten hat. Er hat sich um persönlicher Vorteile willen zum Handlanger machen lassen.

Millionen unserer gefallenen Soldaten würden sich voll Abscheu von ihm wenden. Natürlich ist er nur der Arm der Politik, die die Verantwortung für sein Tun trägt. Doch niemand zwingt mich, ihr Lakai zu sein.        

Hartwin Kügler, Heilbronn

 

 

Vertriebene setzten auf Versöhnung

Zu: „Nein zur Aufrechnung“ (Nr. 16)

Könnten wir uns vorstellen, daß Belgien nach dem Ersten oder Zweiten Weltkrieg die Bewohner von Eupen, Malmedy und St. Vith samt und sonders aus dem hinzugewonnenen Staatsgebiet entfernt hätte? Den deutschsprachigen Elsässern und Lothringern blieb wenigstens die Wahl zwischen den Nationalitäten. Anders in Ost- oder Westpreußen, Schlesien oder dem Sudetenland.

Die Menschen, die dort Haus und Hof, nicht selten sogar ihre Familien verloren haben, sind – oft schon lange vor dem Fall der Mauer – scharenweise in ihre Dörfer und Städte gefahren und haben den Bewohnern ihrer Häuser, ihrer Wohnungen, den Bauern auf ihren ehemaligen Äckern die Hand gereicht und häufig sogar feste Freundschaften mit ihnen geschlossen.

An dieser positiven Entwicklung haben die Kreisgemeinschaften (Tilsit, Rößel, Allenstein …), die Landsmannschaften und ebenso der viel geschmähte Bund der Vertriebenen einen gehörigen Anteil. Auch seine Vorsitzende, Frau Erika Steinbach, MdB.

Diese zigtausendfachen persönlichen Begegnungen wurden – von weiten Teilen der Bevölkerung unbemerkt – zum gelungensten und kostengünstigsten Versöhnungswerk der Nachkriegsgeschichte.

Frau Steinbach hat erklärtermaßen vor allem deshalb gegen die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie und gegen die Aufnahme Polens in die Europäische Gemeinschaft gestimmt, weil tragfähige Regelungen für unzählige Eigentumsfragen zwischen den Staaten erst noch getroffen werden müssen. In dieses Vakuum stieß nun die „Preußische Treuhand“ hinein und rechtfertigt nachträglich das Stimmverhalten der CDU-Abgeordneten, die sich dennoch deutlich von der Treuhand distanziert. Erika Steinbach mit Bischof Richard Williamson zu vergleichen oder sie als SS-Puppe zu verbrennen stößt nicht nur bei Vertriebenen und deren Nachfahren auf Unverständnis. Es könnte sogar das groß angelaufene Versöhnungsbemühen diesseits und jenseits der Oder-Neiße-Linie empfindlich stören.

H.-G. Salm, Gondenbrett

 

 

Schäuble kann sich nicht vorstellen, was das für uns bedeutet

Zu: „Schlimmste Sorge bestätigt“ (Nr. 26)

Sehr schön, daß Herr Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble die Vorsitzenden der Landsmannschaften angeschrieben hat und um Verständnis für den Vorgang geworben hat. Ein aus dem Badener Ländle stammender Innenminister kann sich, wie auch so vieles andere was die Vertriebenen anbetrifft, natürlich nicht vorstellen, was es für einen Deutschstämmigen, der nach 1945 im polnischen Verwaltungsgebiet geboren wurde, bedeutet (wenn auch nur zur Identifikation) als Pole identifiziert zu werden. Man fragt sich automatisch, was steckt dahinter?

Was bewegt eine deutsche Regierung, ohne Notwendigkeit, den Tag des Gebietsübergangs der Oder-Neiße-Gebiete an Polen auf den 2. August 1945 vorzuverlegen? Da der zuständige Minister der gleiche ist, der auch die Rück-gabe des enteigneten Besitzes (1945 – 1949) in den neuen Bundesländer an die ehemaligen Besitzer verhindert hat, ist zu befürchten, daß auch mit dieser Maßnahme eventuelle zukünftige Forderungen, an wen auch immer, nach Entschädigungen verhindert werden sollen.

Man sollte Herrn Minister Schäuble daran erinnern, daß auch die Vertriebenen beziehungsweise die nach 1945 in den Oder-Neiße-Gebieten Geborenen Deutsche sind, für deren Rechte er einzutreten hat.

Ich bin sicher, die Vertriebenen werden sich bei der nächsten Bundestagswahl an dieses Unrecht sehr wohl erinnern.

Herbert John, Völklingen

 

 

Bereits 1927 gab es Stimmen, die mehr wollten

Zu: „Auch London kritiserte Polens Politik“ (Nr. 24)

Gerade gestern aus Ostpreußen zurückgekehrt, fand ich hier die PAZ mit dem Artikel vor, der mich insofern interessierte, weil – ohne davon zu wissen – diese Thematik auch ein Gesprächsthema in Ostpreußen gewesen war. 1927 erschien nämlich ein Buch mit dem Titel „Poland and the Baltic“, dessen Autor Henryk Baginski Offizier im Generalstab der polnischen Streitkräfte war. Darin heißt es: „So lange wird nicht Frieden in Europa herrschen, bis nicht alle polnischen Länder vollkommen an Polen zurückgegeben sein werden.“ Die in Ihrer Zeitung veröffentlichte Landkarte bestätigt in der Tat diese Aussage. Vermutlich war sie es auch, die der belgische Journalist Ward Hermanns im Sommer 1939 bei einer Reise durch Polen entdeckte und in der, wie er berichtete, ein großer Teil Deutschlands bis in die Nähe Berlins, überdies Böhmen, Mähren, die Slowakei, ein riesiger Teil Rußlands und das gesamte Baltikum als zu Polen gehörig eingezeichnet waren.

Aufschlußreich ist umgekehrt jedoch auch die Tatsache, daß im selben Jahr, als das erwähnte Buch von Baginski erschien (1927), Polens großer Staatsmann Josef Pilsudski den deutschen Außenminister Gustav Stresemann bat, den Bewohnern Ostpreußens mitzuteilen, daß er ihr Gebiet als „unzweifelbar deutsches Land“ betrachte. Wörtlich ließ er ausrichten: „Das ist von Kindheit an meine Meinung, die nicht erst einer Volksabstimmung bedurfte. Und daß dies meine Meinung ist, können Sie Ihren Ostpreußen in einer öffentlichen Versammlung in Königsberg sagen.“

Wolfgang Reith, Neuss

 

 

Brüsseler Bürokratie ist zum Großteil parlamentarisch nicht legitimiert

Zu: „Die EU ist mehr als eine Wirtschaftsunion“ (Nr. 23)

Es kommt selten vor, daß ich bei den Beiträgen in der PAZ anderer Meinung bin. Bei diesem Beitrag bin ich es.

Ich sehe die EU aus der Sicht der Kriegsgeneration. Wir waren besiegt, entrechtet, am Boden. Europa als Vision war unsere einzige Hoffnung, wieder Grund unter die Füße zu bekommen. Europa merkte allerdings, es geht nicht ohne Deutschland. Aber bitte nicht als stärkste Kraft. So entstanden die verschiedenen Vorläufer der heutigen EU wie die Montan-Union. Ziel war eindeutig ein „Versailles neuer Art“ für die Wirtschaft. Für das militärische Versailles neuer Art wurde die Nato gebildet. So weit so gut. Damals konnten wir damit leben. Mit der Bildung der Europäischen Union begann das Problem.

Das Volk wurde nicht zum Grundgesetz befragt, es wurde nicht zum Eintritt in die Nato befragt, es wurde nicht zu den verschiedenen Europäischen Verträgen befragt. Also besteht kein Anlaß, an Wahlen zu diesen (nichtgewollten) Gremien teilzunehmen.

Es entwickelte sich aber inzwischen eine Bürokratie in Brüssel, die parlamentarisch nicht legitimiert ist (warum also wählen?), inzwischen aber in die Sphäre des Bürgers eingreift und bestimmt, welche Glühbirnen ich in meiner Lampe haben darf und welche nicht, wie krumm die Gurken sein dürfen und ob Opel Subventionen haben darf und warum nicht Arcandor.

Gleichzeitig gibt es aber kein gemeinsames Sozialsystem, kein kompatibles Rechtssystem, kein kompatibles Steuersystem, kein kompatibles Arbeitsrechtssystem, kein kompatibles Mehrwertsteuersystem, kurz keine wirtschaftliche Harmonisierung, aber in alles und jedes den Eingriff von Brüsseler Behörden. Dabei frage ich mich, warum wir noch ein deutsches Verfassungsgericht, Verwaltungsgericht, Arbeitsgericht brauchen. Solange die Europäische Union noch eine Europäische Union war, war alles noch erträglich. Die Zentraleuropäer hatten eine weitgehend gemeinsame ethnische, wirtschaftliche, soziale Basis. Bis dahin machte die Zusammenarbeit noch Sinn. Über die offensichtlichen Mängel wie die klare Benachteiligung Deutschlands bei den Wahlen, der Repräsentation, der Verteilung der Kosten und, und, und sah man hinweg, solange die Kosten erträglich waren, und es nicht ans „Eingemachte“ ging.

Mit der „Wende“ der dann folgenden „Osterweiterung“ begann für mich dann die „Natoisierung“ der EU unter brutaler Verletzung geopolitischer Absprachen. Die Aufnahme der (auch ideologisch) Kranken des Ostblocks bedeutet das Ende einer „europäischen Renaissance“. Sie ist vergleichbar mit dem Aufkauf „toxischer Papiere“ aus jüngster Vergangenheit. Ich habe noch kein Organisationsschema gesehen mit 27 gleichberechtigten Stimmberechtigten. Aus der militärischen Praxis des Autors Jörg Schönbohm müßte das doch auch für ihn ein Albtraum sein. Diese bewußte Paralysierung Europas führt zwangsläufig mit der Frage „cui bono“ – wem nützt das – zu dem Urheber. Sind wir uns bis dahin einig?

Das Volk hat an europäischen Verträgen, Entscheidungen nie teilgenommen, warum sollte es jetzt zur Wahl gehen?

Die Frage, ob Deutschland heute ohne die EU wirtschaftlich besser dastehen würde als mit, ist – für mich – eindeutig: Ein selbständiges, unabhängiges Deutschland ohne die Fesseln und die Fußkranken der EU stände heute wesentlich besser dar. Quod errat demon-strandum!

Dr. Hans-W. Wittmeier, Rösrath

 

 

Kriegsbeginn 1939

Zu: Zeitzeugen gesucht

Wenn Sie sich an Ereignisse bei Kriegsbeginn 1939 in den Grenzgebieten zwischen dem damaligen Polen und dem Deutschen Reich erinnern, die direkt mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht zusammenhängen, dann melden Sie sich bei der Vidicom Media GmbH & Co. KG, Nadine Klemens, 20249 Hamburg, Geffckenstr. 15, Telefon (040) 222133 und Mobil 0176/21712103 oder klemens@ vidicom-tv.com, die für einen Dokumentarfilm solche Personen sucht.

Nadine Klemens, Hamburg

 

 

Ferngelenkt

Zu: „Die Stasi und die Studentenrevolte“ (Nr. 24)

Ja, die Stasi. Sie war doch ungemein tüchtig, wozu auch westdeutsche Helfer gehörten. Und nun können wir auch davon ausgehen, daß die Studentenrevolte von der Stasi gesteuert worden ist. Es ist nichts mit den großartigen Revolutionären, die eine neue Ordnung anstrebten. Sie waren letztendlich nur ferngelenkt. Das muß doch bedrückend sein, zumal, wenn man von seinem Handeln überzeugt war.

Respekt vor den Leistungen der Staatssicherheit der DDR. Sie hat ihre Aufgaben sicher besser bewältigt als vergleichbare Organe der Bundesrepublik.

Norbert Anton, Moers


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