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05.09.09 / Neue Übertreibung / Polen meldet statt 6,028 jetzt 5,6 bis 5,8 Millionen Kriegsopfer

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 36-09 vom 05. September 2009

Neue Übertreibung
Polen meldet statt 6,028 jetzt 5,6 bis 5,8 Millionen Kriegsopfer

Vor einigen Wochen berichtete diese Zeitung, dass polnische Historiker in einer großangelegten Untersuchung des Instituts für das Nationale Gedenken (IPN) daran arbeiteten, die polnischen Opfer des Zweiten Weltkrieges Name für Name zu dokumentieren. Dabei zeichnete sich ab, dass die seit 1947 mit 6,028 Millionen angegebene Verlustzahl nach unter korrigiert werde.

Tatsächlich war die alte Zahl 6,028 Millionen restlos unplausibel: Sie setzt beispielsweise voraus, dass die Zahl der getöteten nichtjüdischen Polen eher noch etwas größer war als die der ermordeten polnischen Juden – wogegen nun wirklich alles spricht. Die alte Zahl wurde auch nie genauer belegt und war nur wenig aufgeschlüsselt. Zu den wenigen angegebenen Details gehörte, dass angeblich 644000 Polen „direkte Opfer von Kampfhandlungen“ geworden sein sollen – absurd angesichts der 16300 deutschen Gefallenen im Herbst 1939.

Die sehr positive Reaktion eines Vertreters des IPN auf die Bericht-erstattung der PAZ verstärkte noch die Hoffnung, dass mutige Historiker mit alten Geschichtsklitterungen aufräumen würden und von der erkennbaren, massiven Übertreibung der Opferzahl, die leider längst in deutsche Geschichtsbücher und in die „Dokumentationen“ der öffentlich-rechtlichen Medien Einzug gehalten hat, Abstand nehmen würden.

Die (gewiss noch unvollständige) Zahl von 1,5 Millionen bisher erfasster Namen nichtjüdischer und jüdischer Opfer Polens deutete auf eine tatsächliche Zahl hin, die sogar eher geringer war, als sie bereits 1963 der deutsche Historiker Albin Eissner vertreten hatte. Er kam zu dem Schluss, dass die Verluste unter nichtjüdischen Polen rund 1,5 Millionen betragen hätten, davon 570000 im deutschen Okkupationsbereich und weitere 750000 im sowjetisch besetzten Teil des Landes. Alfred Schickel kam 1978 zu einer ähnlichen Größenordnung. Zustimmend zitiert er den polnischen Autor Stanislaw Sopicki, der 1970 geschrieben hatte, das Dritte Reich sei „für den Tod von rund vier Millionen polnischer Staatsbürger verantwortlich“. Da Sopicki – gewiss überhöht – mit 3,5 Millionen ermordeten polnischen Juden argumentierte, rechnete auch er wie Eissner mit etwa 500000 nichtjüdischen Polen, die in deutscher Verantwortung ums Leben kamen.

Hinter diesen bereits vor Jahrzehnten erreichten Erkenntnisstand ist Polen nun wieder weit zurückgegangen. Am 26. August hat das IPN „amtlich“ bekanntgegeben, dass insgesamt zwischen 5,6 und 5,8 Millionen polnischer Bürger den Krieg mit dem Leben bezahlt hätten. Angeblich fasse diese Untersuchung alle vorliegenden historischen und demographischen Forschungen zusammen. Erneut wird behauptet, dass nur rund die Hälfte der Opfer Juden gewesen seien, was fast eine Relativierung des Holocaust ist. Der Anteil der Zivilisten wird näherungsweise mit 80 Prozent angebenen, was aber gut eine Million getötete polnische Soldaten bedeuten würde. Das hatten 1947 noch nicht einmal die Kommunisten behauptet.    K.B.


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