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05.09.09 / Post im Umbruch / Unternehmen will sich dem Markt anpassen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 36-09 vom 05. September 2009

Post im Umbruch
Unternehmen will sich dem Markt anpassen

Gegen den Vorwurf der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, die Deutsche Post sei zu einer „Schneckenpost“ verkommen, wehrt sich das Unternehmen vehement. Behauptungen der „FAZ“, dass von 99 versendeten Briefen nur 60 am nächsten Tag bereits ihr Ziel erreicht hätten, wurden als unhaltbare Stichprobe bewertet. „Das können Sie nicht mit den 70000 Testbriefen vergleichen, die wir jeden Monat auswerten“, klärte Post-Vorstandschef Frank Appel die „FAZ“ auf. Und nach den Tests der Post kämen 95,4 Prozent der Briefe bereits am nächsten Werktag bei ihrem Empfänger an.

Dass der normale Bürger dies anders sehe, könne er sich allerdings erklären. „Die Leute sehen ja nicht, dass der Briefträger an ihrem Haus vorbeigefahren ist und keine Post für sie dabei war. Sie sehen nur den leeren Briefkasten“, so Appel. Auch bedauere er, dass die Kunden nicht immer zufrieden mit dem Service der Post seien, doch aufgrund des sinkenden Briefaufkommenes sei der verringerte Zustelldienst der Sommerferienzeit, in der Briefe vom Sonnabend überwiegend erst dienstags beim Empfänger ankamen, nur der Anfang.

Den Widerstand der Gewerkschaften gegen längere Arbeitszeiten hält Appel für nicht relevant. „Auch dort erkennt man, dass es uns nicht um Profitmaximierung geht, sondern um eine sanfte Landung“, schließlich sei das Unternehmensergebnis in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 30 Prozent zurückgegangen.

Und auch Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU), die die längeren Versandzeiten der Deutschen Post während des Augusts kritisiert hatte, muss, geht es nach Appel, wie all ihre Politikerkollegen umdenken. „Es geht um die Frage, was unter heutigen Bedingungen noch an Universaldienst notwendig ist. Und man muss sich Gedanken darüber machen, welches Briefaufkommen welche Dienstleistung erlaubt.“ Aigner hatte die Post ermahnt, „ihre Aufgaben sorgfältig zu erfüllen“. Einsparungen dürften nicht zulasten der Verbraucher gehen.      Bel


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